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Letzte Aktualisierung: 06.07.2020

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Happy Birthday Eliza

Ausstellung zum 250. Geburtstag von Landgräfin Elizabeth

von Ilse Romahn

(25.05.2020) Mit einer filmischen Präsentation und einer Ausstellungsvorschau hat die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen am 22. Mai des 250. Geburtstages von Landgräfin Elizabeth (1770-1840) gedacht.

Die als Prinzessin von Großbritannien, Irland und Hannover geborene britische Prinzessin war eine prägende Gestalt in der Geschichte der Landgrafschaft Hessen-Homburg. Elizabeth zu Ehren veranstaltet die Schlösserverwaltung von Herbst an eine Schau, die einen umfassenden Überblick ermöglicht und mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen aufwartet. 

Der fünfminütige Teaser-Clip „Happy Birthday Eliza“ des Media Ateliers / Mainz ist abrufbar auf der Microsite www.eliza2020.de und gibt einen ersten Ausblick auf „Princess Eliza – englische Impulse von Hessen-Homburg“. Die Sonderausstellung zu Leben und Wirken der früheren Landgräfin ist aufgrund der Corona-Pandemie verschoben worden und soll im Beisein und unter der Schirmherrschaft des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier eröffnet werden. Sie läuft vom 23. September 2020 bis zum 17. Januar 2021. Die begleitende Webpage ist zugleich das Portal für eine Einführung, einen Blog und besondere Veranstaltungstermine. 

In einem gefilmten Grußwort würdigt Bouffier die Landgräfin als „große Frau“ und ihr Erbe als „ein Stück unserer lebendigen Geschichte“. Auch die hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn, wertete „die Tatkraft und das Engagement“ Elizabeths von Hessen-Homburg als „außerordentlich“. Beide Videobotschaften sind auf der Webpage eingestellt. Die Direktorin der Staatlichen Schlösser und Gärten, Kirsten Worms, sagte zum Jubiläum: „Wer das Areal der ehemaligen landgräflichen Residenz Homburg betritt, begegnet Eliza auf Schritt und Tritt. Überall, auch außerhalb des engeren Schlossterrains, hat sie ihre Spuren hinterlassen. Auf diese möchten wir die Aufmerksamkeit des Publikums lenken.“ 

Die vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain geförderte Ausstellung spannt nach den Worten der Kuratorin, Dr. Katharina Bechler, erstmals einen Bogen über alle bedeutenden Wirkungsbereiche von Elizabeth. Standen zuvor vor allem ihre künstlerischen Talente im Fokus und ihre Passion für die Gartenkunst, blicke die Schlösserverwaltung auch auf ihre Projekte als Bauherrin, Verwaltungsreformen sowie karitativen Unternehmungen. „Mit ihrem Mann Friedrich VI. Joseph von Hessen-Homburg und auch als Witwe bemühte sie sich erfolgreich um den Aufschwung der damals verarmten Landgrafschaft. Sie kam mit modernen Ideen aus England, liebte ihre neuen Aufgaben und wollte vor allem nützlich sein.“ 

Die Ausstellung, zu der ein Katalog mit neuer Grundlagenforschung erscheint, veranschaulicht die zwei Lebensabschnitte der englischen Landgräfin: die ersten 48 Jahre im Kreis der königlichen Familie in London und Windsor sowie die sich daran anschließende Phase als Regentin des kleinen souveränen Staates Hessen-Homburg. Das Land profitierte erheblich von dem mitgebrachten Vermögen Elizabeths und von ihrem Einsatz zum Wohl des Gemeinwesens. Sie selbst genoss dieses späte Aufblühen nach eigenem Bekunden sehr. 

Verschiedene Themenkomplexe werden in zwei getrennten Bereichen des Schlosses und im näheren Umfeld vermittelt. Sie sind authentische Orte und als solche Exponate an sich: Der Englische Flügel mit der Witwenwohnung steht für Elizas erhaltene Homburger Lebenswelt. Erstmals seit ihrem Tod kehren originale Einrichtungsgegenstände und dekoratives Kunsthandwerk dorthin zurück. In der historischen Bibliothek, die die Landgräfin umbauen ließ, sowie im Ahnensaal des Schlosses werden die Biografie, die künstlerischen, baulichen und gartengestalterischen Aktivitäten der Landgräfin präsentiert. Das Thema Gartenkunst stellt eine Verbindung zum Schlossgarten und zur weiteren Landgräflichen Gartenlandschaft her.