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Letzte Aktualisierung: 02.12.2022

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Handel Hessen erwartet zu Weihnachten 5,4 % Umsatzplus

Schmuck und Spielwaren sind erneut der Renner

von Karl-Heinz Stier

(24.11.2022) Nach Angaben von Jochen Ruths, Präsident des Handelsverbandes, liegen die Umsätze für November und Dezember in diesem Jahr bei rund 10,5 Milliarden Euro im hessischen Handel. Preisbereinigt ergibt sich ein Minus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Am Podium diskutierten (v.l.n.r.) : Präsident Ruth, Vizepräsident Steinbrenner und Geschäftsführer Sven Rohde.  
Foto: Karl-Heinz Stier
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Nach zwei Jahren ohne echtes Weihnachtsgeschäft mit Corona sei festzuhalten, dass das Vorkrisenniveau in Teilen der Branche nicht erreicht wird. „Das zeigt, wie wichtig das Weihnachtsgeschäft für einen Großteil des Handels ist“. Für das Gesamtjahr 2022 erwartet der Handelsverband Umsätze in Hessen von rund 55 Milliarden Euro. Einzelne Teilbranchen erwirtschaften knapp ein Drittel des Jahresumsatzes in dieser Zeit. Auch hier sehe man durch das Ansteigen der Preise kein reales Wachstum gegenüber dem Vorjahr. „Die Umsätze wurden durch die Inflation relativiert. Diese Tatsache tut vielen Händlern weh“, so Ruths weiter.

Das zeigt auch eine Unternehmens-Umfrage des Handelsverbandes Hessen. Fazit: Der hessische Handel agiere in einem herausfordernden Umfeld. Zum Beispiel bei der Energie. Hier schlage die Weihnachtsbeleuchtung und als Hauptblock die Tag und Nacht laufenden Kühlanlagen. „Die Energiepreise explodieren“, fügt Tatjana Steinbrenner, Vizepräsidentin des Handelsverbandes Hessen, hinzu. „Mehr als ein Drittel der hessischen Händler ist durch die steigenden Energiekosten in der wirtschaftlichen Existenz bedroht. Sie haben sich mehrheitlich mindestens verdoppelt oder verdreifacht zeigt die Umfrage“.

Kaum verändert hat sich die Präferenz der Wunschzettel. Noch immer stehen die Schmuckwaren an erster Stelle, gefolgt von den Spielwaren und der Unterhaltungselektronik. Bei den Spielwaren aber auch anderen Produkten zeige sich, dass das Käuferverhalten sich stärker auf regionale Produkte verlege und eher langlebige Produkte gekauft werden. An erster Stelle bei den Kaufmethoden stehe nach wie vor der Geschenkgutschein.

Ein weiteres Thema war das Einkaufen in den Innenstädten. Positiv wurde in diesem Zusammenhang die Förderprogramme von Bund, Land und Kommunen, die das Sterben des innerstädtischen Handels verhindern soll. „Die Innenstädte sind ein Stück Heimat“, betonte dabei Präsident Ruths.

Und der Wunsch des Handelsverbandes: „Wir erwarten bewusste und überlegte Kaufentscheidungen unserer Kunden. Die Richtschnur ist das Jahr 2019 für den inhabergeführten  Handel in unseren Innenstädten und biete noch viel Luft nach oben. Die Themen Inflation, Energiekrise, Warenverfügbarkeit, Fachkräftemangel und Innenstadtbelebung bleiben laut der Umfrage weiterhin herausfordernd“.