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Hühnerherzen vom Spieß

„Rodizio“ mit Restaurant am Flughafen Egelsbach

Seit zweiundeinhalb Jahren war das Restaurant am Flughafen geschlossen, jetzt ist es wiederbelebt worden – von der Rodizio-Holding GmbH eine Gesellschaft, die bereits zwei weitere Flughafengaststätten in Hannover-Langenhagen (2016) und beim Airport Halle/Leipzig (Frühjahr 2018) betreibt. Geschäftsführer in Egelsbach ist Frederick Schäfer, der früher mal als Großhandelskaufmann für Tiernahrung agierte. Er ist sozusagen ein Quereinsteiger in der Branche.
Geschäftsführer Schäfer (R.) und Presseverantwortlicher Sven Müller
Geschäftsführer Schäfer (R.) und Presseverantwortlicher Sven Müller
Foto: Karl-Heinz Stier
Salat – und Antipastibuffet
Salat – und Antipastibuffet
Foto: Karl-Heinz Stier
Koch serviert Fleisch am Tisch
Koch serviert Fleisch am Tisch
Foto: Karl-Heinz Stier
Außenansicht des Ridizio vom Vorfeld des Flughafens
Außenansicht des Ridizio vom Vorfeld des Flughafens
Foto: Daniel Baldus

Zwar wird jeder Standort von der Holding individuell  betrachtet, aber  Qualität und Rezeptstandard sind festgelegt. „Bei uns gibt es kein à la Carte-Essen. Wichtig ist, dass wir eine gute Frequenz haben“, betont der Geschäftsführer. So gibt es stattdessen ein großes Salatangebot, ein Antipasta-Buffet  und besondere Dessertvariationen wie z.B. gegrillte Ananas, karamellisiert mit Zimt und Zucker – alles zur Selbstbedienung.

Das Fleisch wird den Gästen am Tisch mit einem großen langen Spieß serviert – zehn Sorten Fleisch direkt vom Grill. Der Koch schneidet das im Steinofen gegrillte Fleisch mit Hilfe des Gastes direkt auf dessen Teller wie z.B. Rinderbraten, Schweinerippchen, Lammfleisch, Tafelspitz oder Hühnerherzen, eine brasilianische Spezialität. Die brasilianische Küche gilt überhaupt den Betreibern als Vorbild. In der Frankfurter Gegend gibt es gegenwärtig nur ein Restaurant mit brasilianischem Anspruch.

Das Wort „Rodizio“ rührt auch aus dem südamerikanischen Land. Nachdem vor 300 Jahren die Gauchos ihre Rinderherden tagsüber über die  Pampas trieben, versammelten sie sich bei Sonnenuntergang zum Essen, tranken frischen Kaffee und aßen ein Spieß mit knusprigem Fleisch, der immer wieder die Runde machte. Geschichten wurden erzählt und wenn das Feuer erlosch, legte man sich zur Ruhe. Von diesem Flair entwickelten die Betreiber ihre Geschäftsidee. Es ging nicht nur um einen vollen Teller, sondern die Lebensfreude bestimmt das Ambiente. So werden noch heute das Brot selbst gebacken, die Marinaden und Säfte eigens hergestellt.

Hier die Speiseangebote:  „Rodizio“ beginnt mit dem brasilianischen Nationalgericht Feijoada, dann folgen Salatbuffet, gegrillte Fleischspezialitäten vom Spieß, Beilagenbuffet, Dessertbuffet – alles zusammen für  27,50 Euro. Das Ganze wahlweise  statt Fleisch auch mit Fischteller zum gleichen Preis. Salat- und Beilagenbuffet kosten allein 21.50 Euro, Kinder-Rodizio  (6-bis 14 Jahre) 7.90 Euro. Erwähnenswert noch der Familientag mit Kinderbetreuung pro Familie (2 Erwachsene und bis zu drei Kindern) für  59.50 Euro. Sonn- und Feiertags wird ein Brunch angeboten (von zehn bis 14 Uhr für  27.50 Euro).

Frederick Schäfer („Ich wollte stets Betreiber und kein Entwickler sein“) und seine Holding hatten stets  bei der Suche nach neuen Lokalitäten ein Auge auf das Rhein-Main-Gebiet geworfen. Mitte des Jahres kam es in Egelsbach zum Vertragsabschluss. Innerhalb von 9 Wochen wurden die Räumlichkeiten umgewandelt. Die Bar auf der Empore wurde zu einem zusätzlichen Speisesaal ausgebaut und damit 100 Sitzplätze dazu gewonnen. Im Erdgeschoss gibt es 200 Plätze, außerdem ein Tagungsraum, der auch als Speiseraum zusätzlich genutzt werden kann. Auf zwei Terrassen können die Gäste Flugzeuge und Helikopter starten und landen sehen. Egelsbach ist 15 Kilometer vom Stadtzentrum Frankfurt entfernt. Mit  72 000 Flugbewegungen pro Jahr ist er der wichtigste Flughafen für den Geschäftsflugverkehr in Deutschland.

Insgesamt werden im Flughafenrestaurant bei endgültiger Auslastung 40 Personen beschäftigt sein. Eine Ausweitung des „Rodizio“-Gastrosystems ist in westlicher Richtung des Frankfurter Raums geplant. Näheres wollte der Geschäftsführer noch nicht verraten.r