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Letzte Aktualisierung: 03.07.2020

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Höchster Porzellan zeigt neue Formenansprache

Zusammenarbeit mit der Hochschule für Gestaltung

von Karl-Heinz Stier

(19.06.2020) Neun Künstler*innen und Designer*innen der Hochschule für Gestaltung(HFG) in Offenbach haben ein Jahr lang Porzellane für die Höchster Porzellan-Manufaktur (HPM) entwickelt.

Bildergalerie
Die jungen Künstler*innen der HFG und die Projektleiter der Höchster Porzellan-Manufaktur 1746 (v.l.n.r.): Inkeri Aaltio, Petra Metzner, Julia Huisken, Mary Manalo, Steffen Taubhorn (Meister Porzellangestalter HPM) und Mario Effenberger (Künstlerischer Leiter HPM), Rosalina Brenner, Diane Häfner sowie Felicithas Arndt.
Foto: Höchster Porzellan-Manufaktur
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Humorig: eine Kanne, die gleichzeitig zwei Schnapsgläser befüllen kann, Gestalterin: Mary Manalo.
Foto: Karl-Heinz Stier
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In diesem Haus der Höchster Porzellan-Manufaktur am Markt 36 der Neuen Frankfurter Altstadt stehen die Kunstwerke der Studierenden der Offenbacher Hochschule für Gestaltung.
Foto: Karl-Heinz Stier
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Einige Exponate werden höchstwahrscheinlich in das offizielle Verkaufsprogramm im HPM House aufgenommen, andere sind herausragende Unikate. Zu sehen sind die Kunstwerke in der Neuen Frankfurter Altstadt im Haus Markt 36.

Die Studierenden Inkeri Aaltio, Felicithas Arndt, Rosalina Brenner, Diane Häfner, Julia Huisken, Franziska Kronmüller, Mary Manalo, Simon Martin und Petra Metzner haben ungewöhnliche, sinnliche und organische Prozellane entwickelt. Die Arbeiten der jungen Gestalter*innen knüpfen an die Tradition der Höchster Porzellanmanufaktur von 1746 an und gehen zugleich neue Wege. Es zählt weniger der Knalleffekt als vielmehr der behutsame und vorsichtige Umgang mit dem „Werkstoff Porzellan“. Er wird bisweilen auf der Außen– oder Innenseite unglasiert präsentiert.

Bei den Arbeiten finden sich zahlreiche Anknüpfungen an Naturformen wie etwa an Muscheln, Korallen oder auch Meereshorizonte. Durch zarte Kobaltmalerei, die den Fokus auf die individuelle Gestaltung legt, wird diese Naturverbundenheit noch unterstrichen. Auch an Humor mangelt es nicht, wie eine Kanne zeigt, die gleichzeitig zwei Schnapsgläser befüllen kann. Den Gestalter*innen ist wichtig, dass die entwickelten Objekte nicht allein für sich und den primären Gebrauch stehen, sondern jeweils auf eine besondere Bedeutung hinweisen, die sich im zwischenmenschlichen und gesellschaftlichen Bereich bewegt. Kommunikation, Demut und Respekt vor der Natur – all das ist ihnen wichtig.

„Die Zusammenarbeit zwischen der HFG und der HPM zeigen Wege auf für neue, zeitgemäße Porzellane. Ursprünglich wollten wir uns in der Zusammenarbeit auf die Auseinandersetzung mit der Porzellan-Malerei konzentrieren“, sagt Mario Effenberger, Künstlerischer Leiter der Höchster Porzellan-Manufaktur. Doch rasch habe sich gezeigt, wie experimentierfreudig die Studierenden gewesen seien, die Kooperation ganzheitlicher verstanden haben und die Grenzen der Porzellan-Herstellung ausloten wollten. „Bei der Konzeption richteten die Studenten ihre Ziele sowohl auf skulpturale als auch auf gebrauchskeramische Formen“, betonte Merja Herzog-Hellsten, Leiterin des „Labor Kunst“ der Offenbacher Hochschule.

Die Höchster Porzellan-Manufaktur 1746 ist die zweitälteste Manufaktur in Deutschland. Jedes Exponat aus der Kollektion ist Ausdruck von kunsthandwerklicher Qualität, Tradition, Ästhetik und Individualität. Ihre Produktpalette  umfasst Biskuitporzellan, weiß glasiertes Porzellan und farbig bemaltes in den Bereichen Geschenke, Accessoires, Figuren und Skulpturen.