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Letzte Aktualisierung: 17.05.2021

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Häufiger Streit um vierbeinige Mitbewohner

Vor der Anschaffung von Hund und Katze Vermieter fragen

von Karl-Heinz Stier

(28.04.2021) Hund, Katze, Maus gegen die Einsamkeit: Seit Beginn der Corona-Pandemie hat der Wunsch nach Freundschaft, körperlicher Nähe und Aufmerksamkeit geradezu einen Run auf Haustiere ausgelöst. Aber: „Bei uns mehren sich Anfragen wegen Streitigkeiten von Mietern untereinander und mit dem Vermieter wegen Fällen unerlaubter Haustierhaltung“, berichtet Younes Frank Ehrhardt, Geschäftsführer von Haus & Grund Hessen.

Hunde oder Katzen dürfen generell nicht ohne Erlaubnis des Vermieters einziehen – so der Landesverband der Hessischen Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer e.V. Das gilt nicht für Kleintiere wie Hamster, Meerschweinchen oder Fische – sofern sie nicht in übermäßigen Mengen gehalten werden. Als „potenziell gefährlich“ geltende Tiere – wie etwa Giftschlangen oder Vogelspinnen – erfordern ebenfalls generell die Zustimmung des Vermieters. In jedem Fall gilt diese Zustimmung nur für   e i n   Tier – für jedes weitere muss eine erneute Erlaubnis eingeholt werden.

Mieter, die sich gerade in jüngster Zeit verstärkt nicht an diese Regeln halten, müssen mit Konsequenzen rechnen. Holen sie sich ungefragt einen tierischen Freund in die Wohnung, kann der Vermieter sie abmahnen, im weiteren Schritt auch fristlos kündigen und Schadensersatz geltend machen, wenn andere Hausbewohner wegen des Tiers die Miete mindern. Sollten sich unangemessene Beeinträchtigungen –  wie lautes Bellen oder aggressives Verhalten – erst später ergeben, könne der Vermieter die Erlaubnis nachträglich zurücknehmen. Ein generelles Verbot von Tieren im Mietvertrag ist laut Haus & Grund Hessen jedoch unwirksam.

In der Corona-Pandemie stieg die Zahl der Heimtiere in deutschen Haushalten innerhalb eines Jahres um eine Million. Das ermittelte das Marktforschungsinstitut Skopos zu Beginn des zweiten Lockdowns Ende 2020 im Auftrag des Industrieverbands Heimtierbedarf und des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands. In 47 Prozent aller Haushalte leben demnach 34,9 Millionen Katzen, Hunde, Kleinsäuger und Ziervögel – eine Million mehr als im Vorjahr. Unter den Haustieren sind Hund und Katze nach wie vor die beliebtesten in Deutschland: Katzen führen mit 15,7 Millionen die Hitliste an, gefolgt von 10,7 Millionen Hunden und 5 Millionen Kleintieren wie Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster und Mäuse. 66 Prozent aller Familien mit Kindern haben einen tierischen Mitbewohner; in 13 Prozent aller Haushalte leben mindestens zwei Heimtierarten.