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Letzte Aktualisierung: 23.10.2020

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Grippeschutzimpfung während der COVID-19-Pandemie für Risikogruppen besonders wichtig

von Ilse Romahn

(09.10.2020) Mit dem Herbstbeginn steht auch die Grippesaison bevor – mitten in der COVID-19-Pandemie. Ein Impfstoff gegen COVID-19 wird innerhalb der nächsten Monate nicht zur Verfügung stehen. Gegen die Grippe hingegen gibt es einen wirksamen Schutz. Darauf machen jetzt die Landesärztekammer Hessen, die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen und das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt am Main mit einer gemeinsamen Informationskampagne aufmerksam.

„Eine Grippeimpfung ist in diesem Herbst wegen der zuletzt steigenden COVID-19-Fallzahlen besonders wichtig. Eine zusätzliche, starke Influenzawelle könnte das Gesundheitssystem schnell an die Belastungsgrenze bringen“, warnt Edgar Pinkowski, Kammerpräsident der Landesärztekammer Hessen und fügt hinzu, dass „zu einer Grippeschutzimpfung insbesondere Menschen über 60 sowie Personen mit Vorerkrankung und gefährdeten Berufsgruppen, wie zum Beispiel medizinischem Personal, geraten wird.“

„Die Stadt Frankfurt möchte ihre Bürgerinnen und Bürger, vor allem die, die den Risikogruppen angehören, besonders in diesem Jahr bestmöglich vor einer Grippe-Erkrankung schützen. Deshalb unterstützen wir gerne unser Gesundheitsamt dabei, die Aufmerksamkeit für die Grippeschutzimpfung zu erhöhen. Gehen Sie frühzeitig zu Ihrem Hausarzt, lassen Sie sich beraten und gegen Grippe impfen“, rät Gesundheitsdezernent Stefan Majer.

„Uns ist wichtig, dass wir mit der Kampagne tatsächlich die Risikogruppen adressieren, denn uns erreichen schon vereinzelte Nachrichten aus Hausarztpraxen, die von knappen oder aufgebrauchten Impfdosen handeln. Das ist nicht unproblematisch, denn unser Ziel muss es sein, als erstes diejenigen zu impfen, die besonders gefährdet sind“, erklärt Eckhard Starke, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KV Hessen. „Eine Impfung für alle ist von den Ressourcen her nicht machbar und medizinisch auch gar nicht zu empfehlen.“

Die echte Grippe, die Influenza, ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die jeden Winter durchschnittlich zehn Prozent der Bevölkerung infiziert. Die beste Vorbeugung ist die Schutzimpfung. Besonders wichtig ist sie für Menschen ab 60 Jahren, Menschen mit Vorerkrankungen, Schwangere, Personen an Orten mit viel Publikumsverkehr, etwa in Altenheimen, sowie für medizinisches Personal und Pflegepersonal. Pinkowski weist darauf hin, dass der Impfstoff, mit dessen Produktion bereits im März begonnen worden sei, nicht für die Impfung der gesamten Bevölkerung ausreiche. Da jedoch in diesem Jahr rund 30 Prozent mehr Impfstoff zur Verfügung stehe als sonst, werden nach Ansicht des hessischen Ärztekammerpräsidenten alle Risikogruppen geimpft werden können.

Die Grippeschutzimpfung schützt zu etwa 70 Prozent vor einer Influenza, zu einem etwas geringeren Prozentsatz bei älteren Menschen. Jeder kann durch einfache Hygienemaßnahmen dazu beitragen, die Effektivität seines individuellen Schutzes noch zu erhöhen. Händewaschen, Verzicht auf Händeschütteln, regelmäßiges Lüften von Räumen und Reinigen von Kontaktflächen wie Türklinken gehören dazu. Darüber hinaus ist in der bevorstehenden Grippe- und Erkältungszeit auch die Einhaltung der AHA-Regeln ein ausgesprochen wirkungsvoller Schutz. Dazu gehört: Abstand halten und überall dort, wo das nicht möglich ist, Mund-Nasen-Schutz tragen! (ffm)