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"Griesheim muss per ÖPNV leicht erreichbar bleiben"

Große Unzufriedenheit im Stadtteil wegen Verkehrschaos

"Die geplanten Änderungen im S-Bahn-Verkehr von Oktober 2026 - Februar 2027 sorgen in Griesheim für große Bedenken", informiert Griesheims SPD-Vorsitzender Diogo Souto Tunae. "Nach den derzeitigen Planungen soll künftig keine S-Bahn mehr von Griesheim direkt zum Frankfurter Hauptbahnhof und weiterfahren. Stattdessen sollen Fahrgäste zunächst nach Frankfurt-Nied bzw. nach Höchst fahren und dort auf eine andere S-Bahn in die Gegenrichtung umsteigen."

Aktuell führt der Weg nach Griesheim bereits anders herum: Wer aus Richtung Hauptbahnhof nach Griesheim will, muss zunächst nach Nied bzw. Höchst durchfahren und dort nach Griesheim umsteigen. Hinzu kommt seit Ende Juni für vier bis fünf Wochen ein Ausfall der Straßenbahnen zwischen Gallus und Höchst wegen Gleisbauarbeiten. Wiederum müssen die SEV-Busse in die eine Richtung (stadtauswärts) einen Umweg durch Griesheim-Mitte fahren wegen Kanalarbeiten in der Mainzer Landstraße. 

Die SPD begrüßt Modernisierungen der Infrastruktur. Für die Menschen in Griesheim bedeutet das jedoch längere Fahrzeiten, zusätzliche Unsicherheit und eine deutliche Verschlechterung ihres Alltags. Im Stadtteil wohnen fast 24.000 Menschen. Viele müssen mit dem ÖPNV zum Betrieb oder zur Schule pendeln. Zeitweise Höchstbelastungen im Straßenverkehr sind momentan Alltag. Die Nerven liegen blank. 

Im persönlichen Gespräch verwies Verkehrsdezernent Wolfgang Siefert darauf, dass Fahrgäste alternativ Busse, die auch durch Griesheim fahren, zur Verfügung stünden. Diese Lösung überzeugt jedoch nicht. Zum einen bedeutet auch dieser Weg einen zusätzlichen Umstieg und verlängert die Reisezeit drastisch. Für mobilitätseingeschränkte Menschen, Familien mit Kindern oder Reisende mit Gepäck stellt dies eine weitere Hürde dar. Die Busse, die z.B. nach Höchst fahren, um den Anschluss zur Innenstadt zu bekommen, fahren zudem erst ab ungefähr 4:30 Uhr - zu spät, wenn eine Schicht um 4 Uhr beginnt.

Der SPD-Ortsverein Frankfurt-Griesheim fordert deshalb, dass mindestens alle 30 Minuten eine S-Bahn von Griesheim ohne Umstieg durch den City-Tunnel fährt. Es sind bislang keine Gründe genannt worden, warum dies nicht möglich sein sollte: ab Oktober soll der Mittelbahnsteig mit den Gleisen 2 und 3 ja wieder zur Verfügung stehen.  

Statt die Anbindung auch noch in den Wintermonaten zu verschlechtern, muss der öffentliche Nahverkehr attraktiv sein und verlässlich bleiben. Eine leistungsfähige und direkte Schienenanbindung ist keine Luxusforderung, sondern gehört zur Daseinsvorsorge.

Griesheims Gro0e Unzufriedenheim im Stadtteil Ortsbeirätin Birgit Puttendörfer hat gegenüber einer Mitarbeiterin des Dezernenten geäußert: „Wir sind das gallische Dorf vom Römer umgeben. Leider fehlt uns der Zaubertrank und Asterix und Obelix. Deshalb brauchen wir hier Unterstützung, damit die Menschen mindestens die nächsten 2 Jahre Baustellenchaos alle überstehen.“