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Griesheim könnte zum neuen Wassersportzentrum werden

in den kommenden Jahren ein öffentlich zugänglicher Wildwasserpark mit künstlicher Surfwelle entstehen. Das Projekt der Initiative RheinMain-Welle verfolgt das Ziel, im Rhein-Main-Gebiet erstmals moderne Trainings- und Freizeitmöglichkeiten für Kanuten und Surfer zu schaffen.

Geplant ist die Anlage an einem eigens angelegten Seitenarm des Mains nahe der Staustufe Griesheim. Hinter dem Vorhaben stehen mehr als 50 Unterstützer aus Vereinen und Verbänden. Nach jahrelanger Konzeptarbeit erhielt das Projekt zusätzlichen Rückenwind durch eine Machbarkeitsstudie, die vom Deutschen Kanu-Verband und dem Land Hessen in Auftrag gegeben wurde. Sechs Staustufen am Main wurden untersucht. Der Standort Griesheim erwies sich dabei als besonders geeignet. Die Fallhöhe von 4,5 Metern verspricht günstige Strömungsverhältnisse sowohl für Kanusportler als auch für Wellenreiter.

Für den deutschen Kanusport hätte die Anlage besondere Bedeutung. Obwohl deutsche Kanuten international zu den erfolgreichsten Athleten zählen, stehen ihnen vergleichsweise wenige geeignete Trainingsstätten zur Verfügung. Die geplante Strecke könnte deshalb nicht nur den Breiten- und Nachwuchssport stärken, sondern auch Leistungssportlern bessere Trainingsbedingungen bieten. Durch die gute Anbindung an den Olympiastützpunkt Frankfurt und dessen Partnerschulen würden zusätzliche Synergien entstehen.

Die Planungen berücksichtigen zudem Aspekte der Inklusion. Menschen mit körperlichen Einschränkungen sowie Anfänger sollen die Anlage ebenfalls nutzen können. Spezielle Zugänge für Kanuten sind vorgesehen, um eine möglichst barrierearme Nutzung zu ermöglichen.

Großen Wert legen die Initiatoren auf das Thema Sicherheit. Nach einem tödlichen Unfall an der Münchner Eisbachwelle im Jahr 2025 wurden die Sicherheitskonzepte besonders intensiv geprüft. Vorgesehen sind unter anderem Not-Abschalteinrichtungen, verpflichtende Schutzhelme und Schwimmwesten sowie Sicherheitskurse für alle Nutzer. Während der Öffnungszeiten soll geschultes Rettungspersonal vor Ort sein. Nach Betriebsschluss wird die Wassermenge deutlich reduziert, um Unfälle zu verhindern.

Neben dem sportlichen Nutzen soll die Anlage auch einen Mehrwert für Rettungsorganisationen bieten. Feuerwehr, DLRG und Wasserrettung könnten dort verschiedene Einsatzszenarien unter realistischen Bedingungen trainieren – von der Personenrettung bis zur Bergung von Fahrzeugen in strömendem Wasser.

Auch ökologische Aspekte spielen bei dem Projekt eine wichtige Rolle. Die Anlage soll naturnah gestaltet werden und zusätzliche Sauerstoffeinträge sowie eine größere Strömungsvielfalt im Main schaffen. Für Fische sind geschützte Ruhezonen vorgesehen. Die Initiatoren sehen darin die Möglichkeit, Naturschutz und Sport miteinander zu verbinden.

Darüber hinaus ist geplant, den Wildwasserpark in eine öffentlich zugängliche Parklandschaft mit Aufenthaltsbereichen einzubetten. Die Anlage soll nicht als hochpreisiges Freizeitangebot betrieben werden. Stattdessen orientieren sich die angedachten Eintrittspreise an gemeinwohlorientierten Anlagen wie jenen in Augsburg oder Hüningen. Geplant sind günstige Tarife sowie Ermäßigungen für Kinder und ehrenamtlich Engagierte.

Die Initiative strebt an, das Projekt innerhalb der kommenden fünf Jahre zu realisieren. Der Betrieb soll ganzjährig möglich sein, da insbesondere Leistungssportler die Wintermonate intensiv für ihre Wettkampfvorbereitung nutzen. Gelingt die Umsetzung, könnte Griesheim zu einem neuen Zentrum für Surfer und Kanuten im Binnenland werden und zugleich Vorbild für ähnliche Projekte in anderen Städten sein.