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Letzte Aktualisierung: 15.10.2021

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Goethe VR. Goethes Faust als interaktive Virtual Reality

Experience ab 19. Oktober 2021 in der Deutschen Nationalbibliothek

von Ilse Romahn

(14.10.2021) Ein Klassiker der deutschen Literatur virtuell: Mit „Goethe VR“ bringt die Deutsche Nationalbibliothek ab 19. Oktober 2021 Goethes Faust I und II vom Buch in eine Virtual-Reality-Anwendung. Gespielt werden kann an beiden Standorten in Leipzig und Frankfurt am Main.

Goethe VR.
Foto: Deutsche Nationalbibliothek
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„Goethe VR“ ist eine interaktive Virtual-Reality-Experience, die Johann Wolfgang von Goethes Tragödie „Faust I und Faust II“ für eine digitale Welt adaptiert. Eines der bekanntesten literarischen Werke wird damit ganz neu erlebbar. Den literarischen Klassiker als VR Experience in der Deutschen Nationalbibliothek zu zeigen, ist zugleich ein Verweis auf den Sammelauftrag. Hier werden Werke in vielen Fassungen gesammelt: als Comics, als Kinderbuchbearbeitung, in Übersetzungen. Fast 3.000 verschiedene Ausgaben von Goethes Faust I und II sind Teil des Bestandes.

Ausgestattet mit VR-Brille und weiteren Tools sind Spielerinnen und Spieler aktiv in die Erzählung eingebunden: Sie unterzeichnen den Pakt mit Mephisto, reisen in die Hexenküche, treffen Gretchen und suchen des Pudels Kern. Um alle auf eine sowohl literarische als auch emotionale Reise mitzunehmen, ist in sieben Szenen eine kontinuierliche Handlung mit eigenem Spannungsbogen erlebbar. Dabei sind Nähe zum Originaltext und die Einbindung der Originalsprache wichtiger Bestandteil der Adaption.

So wird eine virtuelle Welt erschaffen, die atmosphärisch und inhaltlich dem literarischen Vorbild entspricht und den Spielerinnen und Spielern das Thema des literarischen Werks auf visuell ansprechende Art erfahrbar macht. Die Mitspielenden sollen die Konflikte, die zentralen Figuren und Leitmotive kennenlernen und Wissenswertes über den Autor und die Entstehung des Textes vermittelt bekommen.

Inhaltlich konzentriert die VR sich auf zeitgenössische Aspekte und greift Passagen auf, die als Reflexion über den modernen Menschen gelesen werden können. Fausts unerbittliche Suche nach dem Neuen, seine Rastlosigkeit und der Wunsch, den einen perfekten Moment zu erleben, bilden den Rahmen dieser digitalen Faust-Fassung. Auch Goethes skeptischer Blick auf den zu seiner Zeit entstehenden Kapitalismus spielt in der Adaption eine Rolle: Je mehr der Mensch besitzen will, desto mehr zerstört er. „Goethe VR“ spielt in einer Wüstenlandschaft, deren Ästhetik an die Malerei des Surrealismus angelehnt ist. Die minimalistische Weite der Wüste setzt dabei Gegenstände in Szene und verweist zugleich auf die Ausbeutung der Natur durch den Menschen, die in der gewählten Interpretation eine zentrale Rolle spielt.

Die VR ist in neun Sprachen verfügbar: Deutsch, Englisch, Portugiesisch, Spanisch, Russisch, Indonesisch, Polnisch, Tschechisch und Arabisch. Gespielt werden kann „Goethe VR“ ab 19. Oktober 2021 kostenlos während der Öffnungszeiten des Deutschen Buch- und Schriftmuseums Leipzig (Dauerausstellung) und im Foyer der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main. Spieldauer: ca. 15 min.

Eröffnet wird „Goethe VR“ im Rahmen einer Preview am Sonntag, 17. Oktober, 10–16 Uhr in Anwesenheit der Spiele-Designerinnen und -designer und weiteren Projektverantwortlichen von ZDF Digital im Deutschen Buch- und Schriftmuseum Leipzig.

Eine Produktion von ZDF Digital in Kooperation mit dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek, den Goethe-Instituten sowie dem Goethe-Museum Düsseldorf, gefördert von der Computerspieleförderung des Bundes.

Goethe VR. Goethes Faust als interaktive Virtual Reality Experience In Leipzig: Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr Donnerstag 10–20 Uhr an Feiertagen 10–18 Uhr Montag geschlossen Eintritt frei. 

In Frankfurt: Montag bis Freitag 9 bis 21:30 Uhr Samstag 10 bis 17:30 Uhr An Sonn- und Feiertagen geschlossen, außerdem in der Zeit von 24. Dezember 2021 bis 02. Januar 2022. Eintritt frei.

dnb.de/goethevr

Hintergrund: Das Buch hat wie kein anderes Medium unsere Kultur und Zivilisation geprägt: Seit Jahrhunderten wird unser Wissen über die Welt und über den Menschen in Büchern gespeichert. Die Sammlung, Ausstellung und wissenschaftliche Bearbeitung buch- und mediengeschichtlicher Zeugnisse ist die Aufgabe des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek. 1884 als Deutsches Buchgewerbemuseum in Leipzig gegründet gilt es als das weltweit älteste und nach Umfang und Qualität der Bestände als eines der bedeutendsten Museen auf dem Gebiet der Buchkultur. Zur Sammlung gehören neben Handschriften, historischen Drucken, Buntpapieren und moderner Buchkunst ebenso Archivalien und Nachlässe zur Schrift- und Typografiegeschichte. Zusammen mit der weltweit größten Wasserzeichensammlung sowie Schreibgeräten und Maschinen zur Buch- und Papierherstellung erlauben die Bestände des Museums ein interdisziplinäres Herangehen an kultur- und medienwissenschaftliche Fragestellungen.

Deutsche Nationalbibliothek, Adickesallee 1, 60322 Frankfurt am Main www.dnb.de