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Letzte Aktualisierung: 05.06.2020

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Gesundheitsdezernent Majer informiert über Unterstützung für vulnerable Gruppen

von Ilse Romahn

(02.04.2020) Mit der Corona-Krise haben sich die Herausforderung an Drogenhilfeeinrichtungen noch verschärft. Für Gesundheitsdezernent Stefan Majer leisten die Mitarbeitenden in der niedrigschwelligen Drogenhilfe im wahrsten Sinne des Wortes Überlebenshilfe für Drogenabhängige, deren Lebensmittelpunkt das Bahnhofsviertel ist.

Während das derzeitige Kontaktverbot für alle Bürger schwer zu ertragen ist, bedeutet es für die Lage der obdachlosen drogenabhängigen Menschen eine extreme Zuspitzung ihrer ohnehin sehr schwierigen Lebenssituation. Gerade für Personen mit einer Mehrfachsymptomatik, einer Suchterkrankung in Kombination mit einer psychiatrischen Erkrankung und gleichzeitiger Obdachlosigkeit ist eine Einhaltung des Kontaktverbotes und der Rückzug in ein (häufig eben nicht vorhandenes) Zuhause eine kaum zu realisierende Option. „Alle Beteiligten arbeiten derzeit intensiv an Lösungen und realistischen Hilfeangeboten für die unterschiedlich betroffenen Gruppen“, sagt Gesundheitsdezernent Majer.

Derzeit suchen die Verantwortlichen eine Liegenschaft, in der eine Gruppe mit Corona-Virus positiv getesteten Menschen unterkommen kann. Separat können gleichzeitig die Kontaktpersonen in Quarantäne genommen werden. Eine solche Liegenschaft soll zur Entlastung der Krankenhäuser beitragen, die ansonsten Drogenabhängige, ob infiziert oder nicht, stationär aufnehmen müssten. In einer solchen Einrichtung könnte auch eine medizinische und psychosoziale Versorgung stattfinden und die notwendige Substitutionsbehandlung durchgeführt werden.

Als Soforthilfe haben wir aus städtischen Beständen Mund-Nasen-Schutz für Drogenhilfeeinrichtungen, Obdachlosenunterkünfte zur Verfügung gestellt. Die Verteilung erfolgte auf Grundlage der von den Trägern der Drogenhilfeeinrichtungen gemeldeten Bedarfe und im Falle von akutem Notbedarf. Zudem sind mittlerweile weitere Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter*innen von Drogenhilfeeinrichtungen vorgenommen worden, unter anderem durch das Einsetzen von Plexiglas-Scheiben. Einen kleinen Fortschritt stellt darüber hinaus die Produktion von Desinfektionsmittel in der hauseigenen Apotheke des Stiftung Hospital zum Heiligen Geist dar. 300 Liter Desinfektionsmitteln wurden davon den Drogenhilfeeinrichtungen zur Verfügung gestellt.
In der derzeitigen Notsituation verfolgen wir als Stadt Frankfurt kreative Wege und gehen pragmatisch und lösungsorientiert vor. Der Schulterschluss zwischen den beteiligten Einrichtungen und Ämtern ist eng, um systematisch und abgestimmt angemessene Angebote zu finden.

Gerade jetzt müssen wir als Stadtgesellschaft zusammenhalten, solidarisch sind und die schwächsten und gefährdetsten Gruppen unserer Gesellschaft besonders schützen und unterstützen. „Nur so werden wir diese enormen Herausforderungen meistern können“, sagt Majer abschließend. (ffm)