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Letzte Aktualisierung: 12.06.2024

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Gesichtstaping schadet der Haut

Die Patientenvertreterin Mechtild Pfeiffer-Krahl warnt

von Norbert Dörholt

(03.06.2024) Face Taping (Gesichts Taping) soll, so versprechen es zahlreiche Anleitungen in den Sozialen Medien, Nasolabialfalten, Zornesfalten und andere Gesichtsfältchen quasi im Schlaf glätten. Dafür werden meist Kinesiotapes, die sonst von Sportlern und bei Rücken- und Gelenkschmerzen genutzt werden, über Nacht strategisch ins Gesicht geklebt und am Morgen wieder abgezogen. Doch kann das wirklich klappen? Lassen sich Falten mit Hilfe der elastischen Baumwollbänder mit Klebeschicht tatsächlich mildern?

Die stellvertretende Vorsitzende der Interessenvertretung Patienten und Versicherte, Mechtild Pfeiffer-Krahl, erklärt, warum Gesichtstaping der Haut schaden kann.
Foto: Interessenvertretung Patienten und Versicherte
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Die stellvertretende Vorsitzende der Interessenvertretung Patienten und Versicherte Bundesverband für Gesundheit und Soziales, Mechtild Pfeiffer-Krahl, hat darauf eine klare Antwort: „Nein, das funktioniert definitiv nicht. Im Gegenteil, es hat eher eine schädliche Wirkung“,  schreibt sie im neuen Infoblatt "Aufgepasst & Hergehört".

Die Idee hinter Face Taping klinge zwar zunächst einleuchtend: Bestimmte Gesichtsmuskeln sollen mit Hilfe der Kinesiotapes temporär stillgelegt, Falten so reduziert oder gar verhindert werden. “Das ist aber überhaupt nicht sinnvoll, weil die Muskeln dann anfangen, gegen diese Kraft des Tapes zu wirken,“ sagt die Patientenschützerin und beruft sich dabei auf Kölner Dermatologin Uta Schlossberger, die dazu meint: "Die Falten werden eher gestärkt statt geschwächt."

Und es gibt laut der Dermatologin noch einen Grund gegen Face Taping: Mögliche Hautirritationen im Gesicht bei Menschen, die auf Acrylkleber auf den Tapes allergisch reagieren. Verändert man die Tapes im Gesicht, bekommt man erst spät mit, dass die Haut mit Juckreiz und Rötungen reagiert.