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Letzte Aktualisierung: 01.07.2022

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Gesellschaftliche Aspekte in der Pandemie

Datensatz zu Lockdown-Maßnahmen für Deutschland

von Bettina Leuchtenberg

(14.06.2022) Durch die COVID-19-Pandemie wurden seit März 2020 eine Vielzahl staatlich verordneter Maßnahmen eingeführt, die das Erleben und Verhalten der Bevölkerung in unterschiedlichem Maße geprägt haben und es teilweise noch heute tun. Die Maßnahmen zu Beginn der Pandemie reichten von Empfehlungen wie Abstandsregelungen bis hin zur Schließung von Geschäften und dem Verbot von Versammlungen und Demonstrationen. Die Bundesländer setzten die Empfehlungen ganz unterschiedlich um.

“Hinzu kamen im Laufe der Pandemieentwicklung neue Variablen wie Einschränkungen für Reisen und Gastronomie. Aufgrund der sich fortlaufend ändernden Gesetzeslage und des pandemischen Geschehens wird das Kodierschema angepasst und stetig aktualisiert, um diese Entwicklungen abbilden zu können. Deswegen ist es wichtig, beim Nutzen der Datenbank auf die regelmäßigen Updates zu achten”, sagt Julian Scherhag, der die Datenbank von Beginn an pflegt. In PsychArchives wird seit zwei Jahren ein frei zugänglicher Datensatz zur Verfügung gestellt, der die Lockdown-Maßnahmen in Deutschland abbildet. Nun steht das 6. Update mit neuem Zahlenmaterial zur Verfügung.

"Die Abbildung der Maßnahmen ist dabei wissenschaftlich von großem Interesse - sei es als dezidiertes Forschungsthema, z. B. die Rolle der Maßnahmen für menschliches Erleben und Verhalten, oder als Kontrollvariablen bei in dieser Zeit durchgeführten Studien", so Dr. Tanja Burgard, Kommissarische Leiterin des Bereichs Forschungssynthesen am ZPID. Der Datensatz selbst wurde bereits mehr als 30 mal in der Fachliteratur zitiert.

Das ZPID stellt der wissenschaftlichen Gemeinschaft somit einen immer wieder aktualisierten längsschnittlichen Datensatz zur Verfügung, der die Lockdown-Maßnahmen auf Tagesebene für die einzelnen Bundesländer abbildet. Dabei handelt es sich um eine tägliche Zeitreihe, die den Tag der Einführung, die Verlängerung oder das Auslaufen der jeweiligen Maßnahme verfolgt - über den gesamten Zeitraum der Pandemie. Das Projekt ist ein Open-Source-Projekt, bei dem quartalsweise Aktualisierungen erfolgen.

Über PsychArchives

Das Leibniz Institut für Psychologie (ZPID) stellt mit PsychArchives ein disziplinäres Repositorium zur Verfügung, das eine Vielzahl von digitalen Forschungsobjekten (DROs) mit verschiedenen Publikationstypen, wie z. B. Forschungsdaten, Code, Artikel, Prä-Registrierungen, Multimedia und Tests archiviert. (idw)