Geschäftsführer Kappe: „Innovation endet nicht beim Produkt“
Die Internationale Lederwarenmesse Offenbach - ILM Edition #164 - die am Samstag beginnt - zeigt, warum persönliche Begegnung für eine Branche im Wandel wichtiger ist als jede Krisenrhetorik. Steigende Kosten, geopolitische Unsicherheiten und zurückhaltende Konsumenten prägen die Branche. Auch der Handel muss sich neu erfinden.
Die Herausforderungen für Lederwaren, Taschen und Reisegepäck sind real. Umso wichtiger ist eine Messe, die Marken, Händler und Entscheider zusammenbringt.
Sie schafft Orientierung, Sichtbarkeit und neue Impulse. Nicht, weil plötzlich alles einfacher wäre. Sondern, weil persönlicher Austausch gerade in schwierigen Zeiten zählt, deshalb wird Offenbach vom 29. bis 31. August erneut zum internationalen Treffpunkt der Lederindustrie.
„Wir können die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht verändern. Aber wir können entscheiden, wie wir damit umgehen“, sagt Arnd Hinrich Kappe, Geschäftsführer der Messe Offenbach. „Gerade deshalb braucht unsere Branche Räume, in denen Menschen zusammenkommen, Ideen austauschen und gemeinsam Zukunft gestalten. Genau dafür steht die ILM.“
Dass dieser Anspruch verfängt, zeigt sich schon vor Messebeginn. Die Besucherregistrierungen belegen die hohe internationale Nachfrage. Zahlreiche Marken haben ihre Teilnahme bestätigt. Weitere namhafte Unternehmen arbeiten an ihrer Rückkehr nach Offenbach. Damit behauptet die ILM erneut ihre Rolle als einer der weltweit wichtigsten Treffpunkte für Lederwaren, Reisegepäck, Taschen und Accessoires.
Mehrere Formate zeigen, wie die Messe diesen Anspruch einlöst. Sie machen Produkte sichtbarer, binden den Handel stärker ein und machen Begegnung erlebbar.
Mehr Sichtbarkeit für Produkte. Mehr Wertschätzung für den Handel
Diese Aufbruchsstimmung zeigt sich auch in den Neuerungen der diesjährigen Messe. Nach mehreren Jahren kehrt der ILM Award zurück. Das Konzept wurde grundlegend überarbeitet. Statt Produkte in viele Kategorien einzuordnen, stellt die Auszeichnung künftig eine Frage in den Mittelpunkt: Welches Produkt besitzt die größte Relevanz für den Markt? Entscheidend ist nicht mehr nur das Segment. Entscheidend ist, ob ein Produkt den Handel weiterbringt und Endverbraucher überzeugt.
Über die Gewinner entscheidet eine unabhängige Fachjury. Ihr gehören Branchenexpertin Karolina Landowski, Handelsexperte Tobias Kurz und Branchenkenner Ralf Maurer an. Bewertet werden Innovationskraft, Marktrelevanz und Potenzial für den Handel. Die drei überzeugendsten Produkte werden am Samstagabend im Rahmen der ILM Afterwork Party ausgezeichnet.
Ergänzt wird der Product Award erstmals durch einen Retail Award. Damit richtet die ILM den Blick bewusst auf den Handel. Rund 300 Aussteller wurden gebeten, ihre fünf wichtigsten Handelspartner zu nominieren. Daraus entstehen drei Auszeichnungen für Händler, die aus Sicht der Marken besonders engagiert, verlässlich und partnerschaftlich arbeiten.
„Innovation endet nicht beim Produkt“, sagt Kappe. „Sie entsteht immer dort, wo Marken und Handel erfolgreich zusammenarbeiten. Deshalb war es uns wichtig, erstmals auch diejenigen auszuzeichnen, die Trends und Ideen jeden Tag auf die Fläche bringen.“
Bühne für Begegnungen
Persönliche Begegnungen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Messe. Das gilt auch für die Bühne. TV-Moderatorin Frauke Ludowig kehrt gemeinsam mit ihrer Tochter Nele Ludowig auf die ILM zurück. In einem persönlichen Gespräch, moderiert von Cheryll Mühlen, sprechen beide über ihre Verbindung zur Modewelt. Es geht um gemeinsame Projekte und um den Blick hinter die Kulissen ihrer Zusammenarbeit. Hinzu kommen Messerundgänge und die Verleihung der ILM Awards am Samstagabend. So verbindet die ILM Branchenexpertise, mediale Reichweite und direkten Austausch.
Auch Formate abseits der Messehalle gewinnen an Bedeutung. Nach der erfolgreichen Premiere geht das Hidden Highlight in die zweite Runde. Es bringt ausgewählte Händler und Aussteller in exklusiver Atmosphäre zusammen. Zugleich sorgen mehr als zehn Creator und Medienschaffende für zusätzliche Sichtbarkeit. Ihre Perspektiven reichen weit über klassische Branchenmedien hinaus.
Outdoor als strategische Erweiterung
Der Ausbau des Outdoor-Bereichs ist dabei mehr als eine Ergänzung des Angebots. Er zeigt, wie die ILM auf veränderte Sortimente, neue Konsumgewohnheiten und die wachsende Nachfrage nach funktionalen Produkten reagiert.
Gemeinsam mit der Travel Goods Association stärkt die Messe Reisegepäck, Outdoor und funktionale Accessoires. Outdoor entwickelt sich für viele Händler zu einem wichtigen Umsatztreiber. Gleichzeitig gibt es europaweit nur noch wenige Plattformen, die das gesamte Spektrum dieses Marktes an einem Ort zeigen. Mit der Kooperation baut die ILM diesen Bereich gezielt aus. So stärkt sie ihre Position als internationale Plattform für Travel-, Outdoor- und Lifestyle-Produkte.
Wer Zukunft gestalten will, muss miteinander sprechen – am besten persönlich
Product Award, Retail Award, Bühne, Creator-Formate und Outdoor-Schwerpunkt führen auf eine größere Botschaft hin. Die wichtigste Veränderung liegt derzeit nicht allein in den Kollektionen. Sie liegt auch in der Haltung der Branche.
In den vergangenen Jahren bestimmten vielerorts Unsicherheit und Krisen die Gespräche. Heute erlebt Arnd Hinrich Kappe eine Branche, die den Wandel zunehmend als Gestaltungsaufgabe versteht.
„Vor zwei Jahren habe ich auf vielen Veranstaltungen vor allem Frust gespürt. Heute sprechen die Menschen wieder über Lösungen. Natürlich ist die wirtschaftliche Lage nicht einfacher geworden. Aber die Haltung hat sich verändert. Es geht nicht mehr darum, was alles schwierig ist. Es geht wieder darum, wie wir Zukunft gestalten können. Genau diese Energie möchte ich Ende August in Offenbach erlebbar machen“, erklärt Arnd Hinrich Kappe.
Sein Appell richtet sich an Aussteller, Besucher und an eine Branche, die Orientierung sucht. Sie will Zukunft wieder gemeinsam verhandeln.
Mehr denn je versteht sich die ILM als Plattform für internationales Business, Sichtbarkeit und persönliche Begegnung. Dazu kommen neue Formate: Awards, Bühne, Creator und die strategische Erweiterung im Outdoor-Bereich. So wird die ILM zum Treffpunkt einer Branche, die trotz schwieriger Rahmenbedingungen wieder nach vorn blickt.
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