Gesammelt, gehandelt, geraubt
Vortrag über die Wechselbeziehungen der Gemäldegalerie Wiesbaden zu Frankfurter Museen und Kunsthandlungen nach 1933
Von den rund 200 Gemälden, die Hermann Voss (1884-1969) während der Zeit des Nationalsozialismus als Direktor für die Kunstsammlung der Wiesbadener Gemäldegalerie erworben hat, weisen allein 25 Gemälde eine Provenienz aus Frankfurter Auktionshäusern beziehungsweise Kunsthandlungen auf.
Als er am 1. April 1935 sein Amt als Museumsdirektor in Wiesbaden antrat, konnte er auf eine erfolgreiche kunsthistorische Laufbahn verweisen. Voss hatte sich einen Namen als Experte und Sachverständiger für italienische Barockmalerei erarbeitet und konnte auf ein funktionierendes Netzwerk aus Museums-, Galerien- und Sammlerkreise zurückgreifen. Gleich zu Beginn seiner Wiesbadener Zeit begann er, dieses Netzwerk um die hessischen Institutionen, Kunsthändler und Sammler zu erweitern. Dabei legte er bei den Neuerwerbungen großen Wert auf den institutionellen Austausch mit anderen Museen wie dem Städel und dem Liebieghaus in Frankfurt. Im Ergebnis informierte man sich gegenseitig und half sich beim Erwerb von Kunstwerken aus jüdischem Besitz.
Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr. Die Teilnahme kostet vier Euro, ermäßigt drei Euro. Mitglieder der Gesellschaft für Frankfurter Geschichte erhalten mit Ausweis freien Eintritt. Weitere Informationen unter http://www.stadtgeschichte-ffm.de und http://www.geschichte-frankfurt.de.
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