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Letzte Aktualisierung: 12.08.2022

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Gesünder leben

Wie wir gute Vorsätze tatsächlich einhalten

von Adolf Albus

(14.01.2022) Neues Jahr, neue gute Vorsätze: Wäre es doch bloß nicht so schwer, sie dauerhaft umzusetzen. Wer bis jetzt daran festhält, zählt zumindest nicht zu den neun Prozent, die Umfragen zufolge ihr Vorhaben schon nach einem Tag oder wenigen Stunden wieder verwerfen.

Nur jeder Fünfte gibt an, seine Neujahrsvorsätze nicht zu brechen. Damit die häufig gesetzten Ziele, mehr Sport zu treiben, sich gesünder zu ernähren und Gewicht zu verlieren, nicht auf der langen Bank landen, braucht es einen starken Willen, ein wenig Motivation und feste Routinen.

Auch wenn es unseren Körper betrifft, es beginnt in unserem Kopf: Nur wer vollkommen von seinem Vorhaben überzeugt ist, wird es dauerhaft verfolgen können. Außerdem gilt es, Verantwortung zu übernehmen. Wer abnehmen möchte, sollte die Schuld für zu viele Kilos nicht in seinen Genen, im Zeitmangel oder im Umfeld suchen, sondern sich bewusst machen, nur selbst etwas daran ändern zu können. Gerade Abnehmziele sollten realistisch und möglichst in kleine Etappen aufgeteilt sein: Es ist einfacher, jeden Monat zwei Kilo abzunehmen als in einem halben Jahr zwölf Kilo – regelmäßige Erfolge motivieren. „Auch wenn Diät-Shakes oder Crash-Diäten den schnellen Erfolg versprechen, kommt es später oft zum sogenannten Jojo-Effekt, sobald sich die alten Essgewohnheiten wieder einschleichen“, erklärt Philipp Köster, Gesundheitsexperte und Leiter des Vertriebszentrums der Barmenia Versicherungen Frankfurt am Main. „Neben möglichen Nebenwirkungen wie Nährstoffmangel oder Müdigkeit treten anschließend verstärkt Heißhungerattacken auf. Zusätzlich verlangsamt sich der Stoffwechsel, sodass der Körper in einen „Hungermodus“ schaltet und weniger Energie verbraucht. Das Gegenteil des gewünschten Effekts tritt ein: Der Aufbau von Fettpölsterchen wird stimuliert.“

Auch kleine Umstellungen zeigen Wirkung
Dauerhafte Gewohnheitsänderungen müssen nicht gleich radikale Umstellungen sein – es ist bereits ein Anfang, die Portionsgrößen etwas zu reduzieren, ausgewogener zu essen und bestimmte Lebensmittel auszutauschen. Fett ist nicht gleich Fett: Beispielsweise sind Nüsse, Samen und Kerne wegen vieler Ballaststoffe vergleichsweise gesund und wichtig für die Verdauung. Ungesättigte Fettsäuren, die auch in Fisch vorkommen, sind positiv für den Cholesterinspiegel und die Organe. Mit fünf kleinen Portionen Obst und Gemüse täglich ist der Vitaminbedarf weitestgehend gedeckt und der Hunger hat Pause.

Zu einem gesunden Lebensstil gehört auch ausreichend Bewegung. „Das kann es auch ein täglicher kurzer Spaziergang in der Mittagspause, Treppensteigen statt Aufzugfahren oder die kurze Fahrt mit dem Fahrrad statt dem Auto sein. Alles, was hilft, den Stoffwechsel anzukurbeln und den Kalorienverbrauch zu erhöhen, ist gut“, sagt Köster. Zusätzliche Motivation beim Durchhalten bringen Verbündete, die dasselbe Ziel verfolgen, oder etwa Familienmitglieder, die mit darauf achten. Und: Selbst wenn uns etwas von unserem guten Vorsatz abgebracht hat, müssen wir ihn nicht über Bord werfen, sondern können einen neuen Anlauf nehmen – unser Körper und Geist werden es mit einem Mehr an Gesundheit danken.