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Letzte Aktualisierung: 01.03.2024

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Gemeinschaftliches Wohnprojekt im Klimaschutzquartier Hilgenfeld unterzeichnet

von Ilse Romahn

(26.05.2023) ABG und der Verein „Freunde für’s Leben“ vereinbaren die Rahmenbedingungen für die Realisierung eines inklusiven Gebäudes mit 15 Wohnungen.

Vereinsmitglied Britta Jung, ABG-Geschäftsführer Frank Junker, die Vorstandsmitglieder Ulrike Fehn, Christina Leipold und Janet Sabri von Freunde für's Leben (v.l.n.r.) sowie Michelle und Émile (vorne) freuen sich über den Vorvertrag für das gemeinschaftliche Wohnprojekt im Hilgenfeld
Foto: ABG, Foto: Jochen Müller
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Die ABG Frankfurt Holding hat mit der Gruppe „Freunde für’s Leben“ den ersten Vorvertrag für das Grundstück zur Realisierung eines gemeinschaftlichen Wohnprojekts im künftigen Klimaschutzquartier Hilgenfeld im Norden Frankfurts geschlossen. Am 25. Mai unterzeichneten ABG-Geschäftsführer Frank Junker und Ulrike Fehn, die Vorstandsvorsitzende des im Jahr 2016 gegründeten Vereins „Freunde für’s Leben“, das Dokument, in dem die Rahmenbedingungen für den Bau eines Hauses mit 15 Wohnungen und 1800 Quadratmeter Bruttogeschossfläche im Hilgenfeld festgelegt werden. Mit diesem Vorvertrag, in dem auch Fragen des Erbbaurechts und der Erschließung geregelt werden, kann der Verein jetzt die weitere Planung und Finanzierung seines inklusiven Wohnprojekts „MITTENDRIN“ vorantreiben.

Gemäß Baulandbeschluss der Stadt Frankfurt am Main sind 15 Prozent der Wohnfläche im rund 17,7 Hektar großen Baugebiet Hilgenfeld für gemeinschaftliche und genossenschaftliche Wohnprojekte vorgesehen. In einem Wettbewerb haben 2019 insgesamt fünf Initiativen den Zuschlag für die Realisierung ihrer Projekte in dem neuen Wohnquartier bekommen, in dem die ABG den Bau von 54 Mehrfamilienhäusern mit rund 860 Wohnungen plant. Darunter war auch der Verein „Freunde für’s Leben“. In diesem Verein haben sich zehn Frankfurter Familien zusammengeschlossen, in denen Kinder –  inzwischen Jugendliche oder junge Erwachsene – mit umfassenden Behinderungen leben, die ein Leben lang auf intensive Unterstützung und Förderung angewiesen sein werden. Der Verein versteht sein Projekt laut Vorvertrag als ein „soziales Start-up“ mit dem Ziel, Inklusion auch für Menschen mit umfassenden Behinderungen und lebensbedrohlichen Erkrankungen umzusetzen. Mit dem Wohnprojekt im Hilgenfeld wollen die Mitglieder ein „Zuhause auf Lebenszeit“ für Menschen mit Behinderung schaffen.
 
„Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt den ersten Vorvertrag für eines der gemeinschaftlichen Wohnprojekte im Hilgenfeld schließen konnten“, sagte Junker bei der Vertragsunterzeichnung in der Konzernzentrale. „Uns hat nicht nur das Konzept sehr beeindruckt, sondern auch, wie engagiert und zielstrebig der Verein ‚Freunde für’s Leben‘ das Projekt bisher vorangetrieben und bereits nennenswerte Fördermittel akquiriert hat“, fuhr Junker fort.
 
„Die Unterzeichnung des Vorvertrages ist ein Meilenstein. Es gibt uns neue Kraft, nach vorne zu schauen und uns weiterhin mit unserem Projekt für ein inklusiveres Frankfurt einzusetzen“, erklärte die Vorstandsvorsitzende Ulrike Fehn und ergänzte, „unser Dank gilt insbesondere dem Bundesfamilienministerium, unseren Ansprechpartnern bei der Stadt Frankfurt und beim Netzwerk Frankfurt für Gemeinschaftliches Wohnen, der ABG sowie unserem Finanzberater.“ Der Verein, der sein Wohnprojekt in rein ehrenamtlicher Arbeit realisiert, sei aber auch weiterhin auf Spenden angewiesen, sagte Fehn.
 
Im Hilgenfeld will der Verein in einem vollständig barrierefreien Haus rund 15 Wohnungen für bis zu 50 Personen realisieren, davon 30 Prozent geförderten Wohnraum. Im Vorvertrag wird beschrieben, dass durch eine „renditelose Kostenmiete“ preisstabiler Wohnraum für Studierende, Seniorinnen und Senioren sowie junge Familien und Menschen mit Behinderung geschaffen werden soll. Insbesondere sollen Menschen mit Behinderung in dem Haus unabhängig von sozialen Trägern ein lebenslanges Wohnrecht in selbstgewählter Gemeinschaft mit Freunden in einer inklusiven Hausgemeinschaft und damit ein sicheres Zuhause bekommen. Mit einem rund 90 Quadratmeter großen Gemeinschaftsraum will der Verein im Quartier Begegnungsmöglichkeiten durch Freizeit- und Therapieangebote schaffen, von denen auch Familien profitieren sollen, deren Angehörige mit Behinderung nicht im Wohnprojekt wohnen. Vor allem soll die „Konduktive Förderung nach Petö“, ein ganzheitlicher Förderansatz aus Ungarn, im Haus angeboten werden und so ein lebenslanges Lernen für die Bewohnerinnen und Bewohner von „MITTENDRIN“ sicherstellen.
 
Im ersten Halbjahr 2024 sollen die Baupläne eingereicht werden. Voraussichtlich Anfang 2026 kann mit den Bauarbeiten begonnen werden. (ffm)