Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 23.01.2020

Werbung
Werbung

Gemeinsam stark ins Jahr 2020: dsai kooperiert mit DRK-Blutspendedienst

von Ilse Romahn

(07.01.2020) Patientenorganisation für angeborene Immundefekte e.V. und die DRK-Blutspendedienste Baden Württemberg-Hessen gGmbH Nord-Ost gGmbH kooperieren im Interesse schwerkranker Patienten.

Dsai-Spendenmanagerin Gabi Langer und dsai-Geschäftsführerin Andrea Maier-Neuner wollen gemeinsam mit Martin Oesterer, Bereichsleiter des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg|Hessen, und Wolfgang Rüstig, Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg |Hessen, zu mehr Blut- und Plasmaspenden aufrufen.
Foto: Ballcom GmbH
***

Ziel einer Blut- oder Plasmaspende bei einem der DRK-Blutspendedienste ist die Gewinnung von Blutpräparaten, die in der medizinischen Versorgung von Patienten mit lebensbedrohenden Erkrankungen eingesetzt werden. Aus Spenderblut gewonnene Präparate wie Plasma oder Erythrozyten (Blutkonserven) retten täglich in Deutschland Leben. Die Patientenorganisation für angeborene Immundefekte e.V. dsai und die DRK-Blutspendedienste Baden Württemberg-Hessen und Nord-Ost wollen künftig kooperieren und so gemeinsam die Sichtbarkeit des Themas „Immundefekte“ steigern. Im Rahmen der Zusammenarbeit soll die Position der betroffenen Patienten gestärkt werden, indem das Bewusstsein für die Bedeutung von Plasmaspenden (oder Vollblutspenden, aus denen Plasma gewonnen wird,) für Patienten mit Immundefekten geschärft wird.  

Es gibt knapp 400 Sorten des angeborenen Immundefekts, deren Krankheitsverläufe sehr unterschiedlich sind. Ein Großteil davon ist nicht heilbar, aber therapierbar. So können sich Patienten einiger Immundefekte, bei denen der Körper selbst keine Antikörper/Immunglobuline produziert, zuführen. Diese Menschen benötigen ein Leben lang die Immunglobuline, die aus Blutplasma hergestellt werden. Martin Oesterer, Bereichsleiter Kommunikation und Spenderbeziehungsmanagement beim DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen, weiß, dass es wichtig ist, transparent aufzuzeigen, welche Bedeutung die aus Spenderblut gewonnenen Präparate für chronisch kranke Menschen haben. Die Präparate ermöglichen nicht nur eine hohe Lebensqualität und eine aktive Teilhabe am täglichen Leben. Oftmals ist es das bloße Überleben, das auf dem Spiel steht. 

Oesterer: „Es wäre wunderbar, wenn wir gemeinsam mit betroffenen Patienten eine Vielzahl an Erstspendern zu einer Blut- oder Plasmaspende mobilisieren könnten. Nur zusammen mit engagierten Spendern können wir den Auftrag der Patientenversorgung mit lebensrettenden Blutpräparaten auch in der Zukunft erfüllen.” 

Andrea Maier-Neuner, Geschäftsführerin der Patientenorganisation für angeborene Immundefekte e.V., ist sicher, dass die Kooperation dem seltenen Krankheitsbild „Immundefekt” mehr Aufmerksamkeit verschaffen wird: „So lässt sich beispielsweise die Früherkennungsrate steigern und die medizinische Versorgung aller betroffenen Patienten flächendeckend sichern“, sagt sie. „Die persönlichen Beispiele der Patienten können die lebensrettende Bedeutung einer Blut- oder Plasmaspende in der Gesellschaft noch sichtbarer machen und unterstreichen.“

Warum ist Blutspenden beim DRK so wichtig?
Der demografische Wandel macht auch vor dem Gesundheitssystem nicht halt: Jahr für Jahr scheiden rund 100.000 Blutspenderinnen und Blutspender aus Altersgründen aus. Gleichzeitig steigt mit höherem Altersdurchschnitt der Bevölkerung der Bedarf an Blutpräparaten. Umso wichtiger ist es, neue Bevölkerungsgruppen in jedem Alter für das lebensrettende Thema Blutspende zu sensibilisieren. Denn mit einer einzigen Blutspende kann bis zu drei Schwerkranken oder Verletzten geholfen werden. 

Wolfgang Rüstig, kaufm. Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg-Hessen, sagt: „Nur wenn wir neue SpenderInnengruppen erschließen, kann auch in den kommenden Jahrzehnten die lückenlose Versorgung mit lebensnotwendigen Blutpräparaten aus Spenderblut in Deutschland gewährleistet werden. Wenn dabei auch die Aufmerksamkeit für an Immundefekten Erkrankten steigt, können wir sogar das solidarische Miteinander von Gesunden und Kranken in unserer Gesellschaft beispielhaft stärken.“    

In der Bundesrepublik Deutschland werden über das Jahr gesehen durch die gemeinnützigen sechs regionalen Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes ca. 3 Millionen Vollblutspenden für die Versorgung der Kliniken in Deutschland bereitgestellt. Das Deutsche Rote Kreuz sichert auf diese Weise ca. 75 Prozent der notwendigen Blutversorgung in der Bundesrepublik Deutschland, nach strengen ethischen Normen – freiwillig, gemeinnützig und unentgeltlich. Dies ist ein tragender Baustein im deutschen Gesundheitssystem. 

Wer darf Blut spenden?
Blutspender müssen mindestens 18 Jahre alt und gesund sein. Bei der ersten Spende sollte ein Alter von 65 nicht überschritten werden. Bis zum 73. Geburtstag ist derzeit eine Blutspende möglich, vorausgesetzt, der Gesundheitszustand lässt dies zu. Bei einer ärztlichen Voruntersuchung wird die Eignung zur Blutspende jeweils tagesaktuell geprüft. Bis zu sechs Mal innerhalb eines Jahres dürfen gesunde Männer spenden, Frauen bis zu vier Mal innerhalb von 12 Monaten. Zwischen zwei Spenden liegen mindestens acht Wochen. Bitte zur Blutspende den Personalausweis mitbringen! 

Weitere Termine und Informationen zur Blutspende unter www.blutspende.de (bitte das entsprechende Bundesland anklicken) oder über das Servicetelefon 0800 11 949 11 (kostenlos erreichbar).