Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 24.05.2024

Werbung
Werbung

Gemeinsam Demokratie stärken

von Ilse Romahn

(22.05.2023) Die Verfassungsstädte Frankfurt, Weimar und Bonn bilden auf Initiative der Gesellschaft zur Erforschung der Demokratie-Geschichte das Netzwerk Verfassungsstädte.

Peter Kleine, Birgit Schneider-Bönninger, Mike Josef und Kai-Michael Sprenger mit der Plakette in der Paulskirche
Foto: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Maik Reuß
***

Frankfurt am Main, Weimar und Bonn sind die Orte der deutschen Demokratiegeschichte, an denen die Verfassungen von 1849, 1919 und 1949 entstanden sind. Auf Einladung der Gesellschaft zur Erforschung der Demokratie-Geschichte (GEDG) fanden im September 2022 in Weimar erste Gespräche zur Bildung eines Netzwerkes zwischen Vertreterinnen und Vertretern der Städte statt. Die gemeinsame Erklärung zum Netzwerk Verfassungsstädte wurde am 19. Mai im Rahmen der Festveranstaltung „175 Jahre Paulskirche“ in Frankfurt am Main durch die Oberbürgermeister Mike Josef aus Frankfurt, Peter Kleine aus Weimar und Birgit Schneider-Bönninger, Dezernentin für Sport und Kultur der Bundesstadt Bonn, in Vertretung für Oberbürgermeisterin Katja Dörner, die terminlich verhindert war, feierlich unterzeichnet.
 
„In Frankfurt kann sich die ganze Welt zum Austausch und Diskurs treffen und tut es auch. Das Erbe von 1848 ist hier gut verortet: ein global guter Ort um an der Weiterentwicklung der Grundrechte zu arbeiten. Die Paulskirche ist unser Frankfurter Wahrzeichen der Demokratie, mit bundesweiter Ausstrahlung und globalem Anspruch. Ich freue mich deshalb, gemeinsam mit den Verfassungsstädten Weimar und Bonn Demokratie weiter zu denken und setze auf den engen Austausch und die Zusammenarbeit in unserem gemeinsamen Netzwerk“, sagt Oberbürgermeister Josef.
 
„In Weimar sehen wir sehr konzentriert, welche Errungenschaften die verfassungsgebende Nationalversammlung und die erste parlamentarische Demokratie mit sich brachte und welche schmerzhaften Konsequenzen ihr Scheitern verursachte. Der große Erkenntnisgewinn, den wir aus der Demokratiegeschichte unserer Städte ziehen können, wird in unserem gemeinsamen Netzwerk bewahrt, aufgearbeitet, weiterentwickelt und vermittelt. Ich bin davon überzeugt, dass wir damit einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung beitragen können und letztendlich unsere Demokratie stärken“, ergänzt sein Kollege Kleine aus Weimar.
 
„Bonn ist die Wiege der stabilsten Demokratie auf deutschem Boden. 2024 jährt sich zum 75. Mal die Verkündung des Deutschen Grundgesetzes, das bis heute für die Bundesrepublik Deutschland eine freiheitliche, demokratische Grundordnung gewährleistet. Der Name Bonn bleibt für immer mit dem Grundgesetz und mit dem Weg Deutschlands zurück in die Gemeinschaft demokratischer Staaten verbunden, ebenso wie Frankfurt am Main und Weimar mit den Verfassungen von 1848 und 1918 verbunden sind. Ich freue mich, dass mit dem Netzwerk dieser drei Verfassungsstädte der Grundstein für eine enge Zusammenarbeit und einen fruchtbaren Austausch gelegt wird“, sagt Katja Dörner, Oberbürgermeisterin der Bundesstadt Bonn.
 
Ziel des Netzwerkes ist es, sich zur verbindenden Demokratiegeschichte, ihrer Erforschung und Vermittlung zu bekennen und in gemeinsamen Veranstaltungen Projekte der historisch-politischen Bildung zu entwickeln. Dazu wird sich das Netzwerk künftig einmal jährlich im Forum Verfassungsstädte treffen. Organisiert wird das Projekt von der Gesellschaft zur Erforschung der Demokratiegeschichte in Kooperation mit der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte und der Arbeitsgemeinschaft Orte der Demokratiegeschichte.
 
Zudem übergab GEDG-Vorstand Kai-Michael Sprenger Oberbürgermeister Josef die Plakette „Ort der Demokratiegeschichte“. Sie nimmt die Paulskirche in die Reihe der über 200 bisher ausgezeichneten physischen oder symbolischen Orte auf, an denen die Geschichte der Demokratie geschrieben wurde. (ir)