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Gegen Leberzirrhose und Adipositas

Auszeichnung für Nachwuchswissenschaftler der Uni Mainz

Wussten Sie, liebe Leser, dass Leberzirrhose direkt auf das Gehirn gehen kann? Diese sogenannte Leber-Hirn-Schädigung fängt mit Schläfrigkeit und Konzentrationsstörungen an und kann bis zum Koma führen. Und wussten Sie, das Stickstoffmonoxid unsere Blutgefäße gesund hält? Fehlt es, steigt oft der Blutdruck, Fett und Kalk lagern sich in den Gefäßen ab, diese werden steif, Thrombosen und Entzündungen entstehen. Den Boehringer-Ingelheim-Preis 2023 erhielten jetzt zwei vielversprechende junge Forscher auf diesen Gebieten an der Universitätsmedizin Mainz.
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Freuen sich sichtlich über die ihnen verliehenen Preise; PD Dr. Christian Labenz (l.) und Dr. Andy Wing Chun Man.
Foto: Universitätsmedizin Mainz/ Peter Pulkowski

PD Dr. Christian Labenz bekam den Preis für seine Forschung zur Leber-Hirn-Schädigung. Er hat herausgefunden, wie bei Menschen mit Leberzirrhose früh erkannt werden kann, wie hoch ihr Risiko ist, eine Leber-Hirn-Störung zu entwickeln. Und Dr. Andy Wing Chun Man, der sich den Preis mit Christian Labenz teilt, hat bewiesen, dass ein Enzym, das Stickstoffmonoxid produziert, nicht nur in den Wänden der Blutgefäße, sondern auch im umliegenden Fettgewebe aktiv ist. Produziert dieses Enzym im Fettgewebe kein Stickstoffmonoxid mehr, verändern sich die Blutgefäße krankhaft. Dieses Enzym ist NOS3.

Die Untersuchungen an speziell für diesen Zweck gezüchteten Mäusen hat auch gezeigt, dass NOS3 diesen Effekt über Chemerin, ein erst kürzlich entdecktes Signalmolekül vermittelt. Schaltete Dr. Man Chemerin aus, wurden die Blutgefäße -  zumindest im Versuch - wieder elastischer. Damit hat Andy Wing Chun Man einen möglichen Ansatz für die Behandlung der Volksskranskheit Adiopositas und den damit einhergehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefunden.

Der Boehringer-Ingelheim-Preis ist mit 30.000 Euro dotiert und geht zu gleichen Teilen an die beiden Preisträger. Er wurde ihnen am 9. Juli auf einer festlichen Veranstaltung an der Universitätsmedizin Mainz verliehen. Diese wählt jedes Jahr die Preisträger aus, die Boehringer-Ingelheim-Stiftung dotiert den Preis.

„Mit dem Boehringer-Ingelheim-Preis 2024 würdigen wir Forschungsarbeiten von großer gesellschaftlicher Relevanz – denn es geht um die Volkskrankheit Adipositas und die Leberzirrhose als häufigste Ursache für Leberkrebs. Ich gratuliere den beiden Preisträgern sehr herzlich und freue mich, dass wir auch in diesem Jahr die Möglichkeit haben, solche herausragenden Arbeiten auszuzeichnen und auf diese Weise einen wichtigen Beitrag zur Förderung unseres wissenschaftlichen Nachwuchses zu leisten“, betonte der kommissarische Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. Hansjörg Schild, bei der Preisverleihung.

„Es ist mir eine große Freude, heute den beiden hervorragenden Nachwuchswissenschaftlern Dr. Andy Wing Chung Man und Dr. Christian Labenz zum Boehringer-Ingelheim-Preis gratulieren zu dürfen. Als gemeinnützige Stiftung liegt es uns besonders am Herzen, exzellente Talente zu motivieren, innovative Forschungsvorhaben zu unterstützen und dadurch einen wichtigen Beitrag für unser aller Wohl zu leisten“, ergänzt Christoph Boehringer, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung.

PD Dr. Christian Labenz von der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik erhält den Preis für seine Arbeit aus dem Bereich der klinischen Medizin. Er sagte: „Unsere Ergebnisse haben direkte Implikationen für die klinische Versorgung von Patienten mit Leberzirrhose und eröffnen neue Optionen bis hin zu einer personalisierten Therapie. Dr. Andy Wing Chung Man vom Institut für Pharmakologie wird für seinen Beitrag im Bereich der theoretischen Medizin ausgezeichnet. Sein Fazit: „Ein kleines Molekül mit großer Wirkung steht im Mittelpunkt
unserer Arbeit. Wir konnten zeigen, dass die gezielte Beeinflussung von Enzymen, die im Fettgewebe Stockstoffmonoxid – chemische Formel NO – bilden, einen vielversprechenden Ansatz für die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden etwa für die koronare Herzkrankheit darstellt.“

Beide Nachwuchswissenschaftler stellten ihre Forschungsarbeit im Rahmen der feierlichen Preisverleihung vor. Den Festvortrag zu neuen Signalmechanismen im angeborenen Immunsystem und im Herz-Kreislauf-System mit dem Titel „Cyclic GMP-AMP: a novel second messenger in innate immune and cardiovascular signaling“ hielt Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, Seniorprofessor am Institut für Pharmakologie und ehemaliger Dekan und Wissenschaftlicher Vorstand der Universitätsmedizin Mainz. Mit dem Boehringer-Ingelheim-Preis zeichnet die Boehringer Ingelheim Stiftung aufstrebende wissenschaftliche Talente der Universitätsmedizin Mainz für exzellente wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der theoretischen und klinischen Medizin aus. Der Preis wird seit 1969 jährlich vergeben. Seit 1995 wird er von der Boehringer Ingelheim Stiftung dotiert. Für die erfolgreiche Studie arbeitete Dr. Andy Wing Chung Man mit Kollegen des Instituts für Pharmakologie und des Zentrums für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz zusammen.