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Letzte Aktualisierung: 27.02.2021

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Gedenken an die Opfer des rassistischen Terroranschlags in Hanau

von Ilse Romahn

(19.02.2021) In Erinnerung an: Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz und Gökhan Gültekin.

Integrationsdezernentin Sylvia Weber und Oberbürgermeister Peter Feldmann gedenken der Opfer von Hanau
Foto: Stadt Frankfurt / Maik Reuß
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Am Freitag, 19. Februar, jährt sich der rassistische Terroranschlag in Hanau zum ersten Mal. Vor einem Jahr, am 19. Februar 2020, ermordete ein Rassist neun Menschen.

Im Gedenken an die Opfer dieses Anschlags besuchten Oberbürgermeister Peter Feldmann und Integrationsdezernentin Sylvia Weber die Schwesterstadt Hanau, um dort einen Gedenkkranz am ersten Tatort niederzulegen und mit Vertreterinnen und Vertretern der zivilgesellschaftlichen Initiative 19. Februar zu sprechen.

„Diese grausame Tat hat uns bis ins Mark erschüttert. Wir können sie nicht ungeschehen machen, aber wir können dafür sorgen, die Opfer nicht zu vergessen. Unser tiefe Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der Opfer“, sagte Feldmann. „Gemeinsam müssen wir gegen jede Form von Rassismus kämpfen, für ein friedliches und gewaltfreies Miteinander“, ergänzte er weiter.

„In unserem Gedenken und Erinnern müssen wir auch auf unsere Worte achten. Diese Menschen wurden nicht aufgrund ihres Aussehens getötet, wie es oft heißt. Und auch nicht aufgrund einer vermeintlichen Migrationsgeschichte. Sondern aufgrund der rechtsextremen und rassistischen Ideologie des Täters“, sagte Integrationsdezernentin Weber.

Rassismus und Rechtsextremismus sind real. Sie sind gesamtgesellschaftlich verankert und sie töten Menschen. Diese Anschläge folgen einem strukturellen System, das Schwarze Personen und Personen of Color bedroht. Das gilt auch in vielfältigen Städten wie Hanau und Frankfurt.

„Hanau war kein Einzelfall. Es war ein Höhepunkt rassistischer und rechtsextremer Kontinuitäten in der Bundesrepublik“, formuliert Weber. „Heute – ein Jahr später, gibt es leider zu wenige Antworten auf zu viele offene Fragen, wie zu den Fehlern einiger Behörden. Erinnerung, Aufklärung und Konsequenzen sind jetzt dringend notwendig.“

Diese Aufarbeitung fordert auch die Initiative 19. Februar, mit dem Motto: „Erinnern heißt verändern“. Daran knüpft Oberbürgermeister Feldmann an: „Erinnerung darf sich nicht auf Worte und Ankündigungen reduzieren. Gewalt, Hass und Hetze dürfen niemals ohne Konsequenzen bleiben!“. Integrationsdezernentin Weber ergänzt: „Dieses Motto nehmen auch wir zum Anlass, unseren Kampf gegen Rassismus und Rechtsextremismus weiter voranzutreiben. Als politische Akteure ist es unsere Pflicht, rassistische Strukturen aufzubrechen und die Rahmenbedingungen für ein gleichberechtigtes Zusammenleben zu schaffen. In Kooperation mit Initiativen und Expertinnen und Experten werden wir noch stärker in diesen Bereich investieren.“ (ffm)