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Letzte Aktualisierung: 21.11.2019

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Gedenken an die Opfer der Pogrome in Frankfurt vor 81 Jahren am 10. November

von Norbert Birkwald

(05.11.2019) Am Sonntag, 10. November, um 15.00 Uhr lädt die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten ein zu einer Mahn- und Gedenkveranstaltung auf der Freifläche vor der Festhalle, an der Friedrich-Ebert-Anlage.

Frankfurter Festhalle
Foto: VVN-BdA Kreisvereinigung Frankfurt
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Die älteste deutsche Organisation von Antifaschisten gedenkt der jüdischen Opfer, die im Zusammenhang mit den faschistischen Pogromen in der Zeit vom 9. bis 11. November 1938 in Frankfurt gedemütigt, inhaftiert und verprügelt wurden.

Der Ort auf der öffentlich zugänglichen Freifläche direkt vor der Festhalle wurde gewählt, da hier seit September dieses Jahres eine Gedenkplatte und eine Sitzbank unter den dort stehenden Bäumen installiert wurden. Die Gedenkplatte ist eine Kopie der Gedenkplatte, die an der Außenfassade der Festhalle angebracht ist. Diese Gedenkplatte ist jedoch wegen des Sicherheitszauns für Passanten kaum erreichbar.

Zur Erinnerung: In Frankfurt ließen Nazischergen und SS am Abend des 9. November 1938 die Synagogen schänden, demolieren oder niederbrennen. Es traf nicht nur die Synagogen im Westend und am Börneplatz, auch die in der Friedberger Anlage, in Höchst und in weiteren Stadtteilen wurden Opfer der Flammen. An den folgenden Tagen wurden mehr als dreitausend männliche Juden verhaftet und in der Festhalle festgesetzt. Sie wurden in der Zeit vom 10. bis 13. November 1938 aus der Festhalle über den Südbahnhof in die KZ Buchenwald und Dachau gebracht und dort für mehrere Wochen eingesperrt.

Diese Novemberpogrome waren der von den deutschen Faschisten verordnete und lückenlos geplante Übergang von der Diskriminierung und Ausgrenzung zur systematischen Verfolgung und Vernichtung der Juden. Es handelte sich nicht, wie von den Nazis verbreitet, um einen Volksaufstand, sondern um Staatsterror, der zur Shoa, zur Ermordung von sechs Millionen Juden führte.

Elke Sautner, Mitglied des Magistrats der Stadt Frankfurt, und Norbert Birkwald, Sprecher der VVN-BdA, Kreis Frankfurt werden auf der Gedenkveranstaltung Ansprachen halten. Mitglieder von Frankfurter Chören, unter der Leitung von Ute Christmann, werden das Gedenken musikalisch begleiten. Zum Abschluss wird Martin Höllenriegel Mozarts Arie „In diesen heiligen Hallen“ aus der Zauberflöte singen. Der berühmte Opernsänger Hans Erl wurde 1938 von den Nazis in der Festhalle inhaftiert und dort gezwungen, diese Arie zu singen. Im Juni 1942 wurden er und seine Ehefrau Sofie Erl von den Nazis ermordet.

VVN-BdA Kreisvereinigung Frankfurt