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Gebäude gegen Klimafolgen versichern

Zunahme von Extremwetterereignissen

Im Monat Juli jährt sich die Flutkatstrophe im Ahrtal zum zweiten Mal. Aus kleinen Flüssen und Bächen wurden damals reißende Ströme, die ganze Ortschaften zerstörten. Viele Menschen starben; andere verloren ihren gesamten Besitz. Noch immer sind zahlreiche von den Fluten beschädigte Häuser unbewohnbar.

Dennoch ist bundesweit weiterhin nur etwa jedes zweite Gebäude ausreichend gegen Elementarschäden durch Überschwemmungen und Rückstauungen aus dem Kanalsystem versichert.

Bund und Länder haben für die Flutopfer Wiederaufbaumittel von 30 Milliarden Euro bereitgestellt. Das entspricht in etwa dem vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) geschätzten Schaden. Weitere 8,2 Milliarden Euro haben die im GDV organisierten Versicherer an die Betroffenen gezahlt. Wie eine Studie des GDV ergibt, wird in Überschwemmungsgebieten nach wie vor zu viel neu gebaut. Pro Jahr kommen etwa 1.000 bis 2.400 neue Wohngebäude in den Risikogebieten hinzu. Rund 270.000 Wohngebäude liegen demnach in Deutschland in hochgefährdeten Überschwemmungsgebieten. Der Bundesrat hat daher Ende März die Bundesregierung aufgefordert, einen Elementarschaden-Pflichtversicherung per Gesetz vorzuschreiben.

Versicherungsschutz prüfen
„Sowohl für den Wiederaufbau im Ahrtal als auch für Neubauten in gefährdeten Gebieten sollten Hauseigentümer Wert auf ein klimaangepasstes Bauen mit wirksamen Schutzmaßnahmen legen. Außerdem sollten sie ihre Wohngebäudeversicherung von einer Fachfrau oder einem Fachmann prüfen lassen, ob auch sogenannte Elementarschäden eingeschlossen sind“, sagt Philipp Köster, Leiter des Vertriebszentrums der Barmenia Versicherungen Frankfurt am Main. Ohne es zu wissen, sind viele Hauseigentümer unzureichend versichert und würden im Schadensfall leer ausgehen. Sie sollten ihren Versicherungsschutz bei Bedarf daher entsprechend ergänzen. Wer den Versicherer wechseln möchte, sollte nach einem Anbieter suchen, der garantiert, sie oder ihn gegenüber der vorherigen Versicherung nicht schlechter zu stellen.

Rechtzeitig und richtig versichern
Für Bauwillige gilt: Der beste Zeitpunkt für den Abschluss einer Wohngebäudeversicherung ist vor dem Beginn des Neubaus. Viele Versicherer decken Sturm-, Feuer- und Leitungswasserschäden von Rohbauten beitragsfrei mit ab. Auf längere Sicht macht sich zudem eine sogenannte Innovationsklausel im Vertrag bezahlt: Verbessert der Versicherer im Laufe der Vertragslaufzeit seine Bedingungen zugunsten neuer Kunden, werden diese damit automatisch Bestandteil von bestehenden Wohngebäudeversicherungen. Ein weiteres Merkmal für faire Versicherungsbedingungen ist die Erstattung von Schäden zum ortsüblichen Neubauwert. Angesicht stark gestiegener Bau- und Materialkosten bleiben Hausbesitzer sonst auf einem Teil des Schadens sitzen.

Klimawandel berücksichtigen
Dass eine gute Wohngebäudeversicherung nicht nur in Hochwassergebieten immer wichtiger wird, bestätigen Klimaforscher und -forscherinnen seit langem: Gefahren von Starkregen mit Überschwemmungen sowie Sturm und Hagelschäden werden ebenso weiter zunehmen wie Dürreperioden und damit verbundene Wald- und Naturbrandgefahren. Deshalb sollte ein Wohngebäude immer auch umfassend gegen Brand, Blitzschlag und Sturm versichert sein. Eine gute Wohngebäudeversicherung umfasst außerdem die Kosten für ein Hotel oder eine ähnliche Unterbringung, wenn – wie im Ahrtal – das Haus zerstört oder für längere Zeit unbewohnbar werden sollte.