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Letzte Aktualisierung: 12.07.2024

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Gartenschläfer retten

Mit Bilchkästen Tieren helfen

von Adolf Albus

(17.06.2024) Die erfolgreichen Maßnahmen der letzten 18 Monate zum Schutz des Gartenschläfers lassen hoffen, dass der Bilch vor dem Aussterben gerettet werden kann, wenn weitere Anstrengungen unternommen werden.

Stadtrat Bernhard Köppler, Marco Stümpert, Tanja Lindenthal und Revierförster Leif Leonhardt mit den Bilchkästen
Foto: bund
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Die Hofheimer Ortsgruppe des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat in diesem Zusammenhang nun 20 Bilchkästen an den für den Forst zuständigen Stadtrat Bernhard Köppler und Revierförster Leif Leonhardt übergeben.

Die bundesweite Rettungsaktion des BUND in Zusammenarbeit mit der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung für den stark gefährdeten Gartenschläfer zeigt erste Erfolge. Innerhalb der zurückliegenden 18 Monate wurden Aktionen vom Harz, über das Rheinland und bis ins Rhein-Main-Gebiet für den Gartenschläfer gestartet. Nach Auffassung des BUND kann der Gartenschläfer vor dem Aussterben gerettet werden, wenn weitere Anstrengungen unternommen werden. Rund 20.000 Bäume und Sträucher wurden bereits gezielt an Waldrändern in den Mittelgebirgen, aber auch in Städten entlang des Rheins und Mains gepflanzt.

 „In Hessen ist der Gartenschläfer vor allem im Siedlungsraum des Rhein-Main-Gebiets heimisch und braucht dort unsere Hilfe. Es freut uns sehr, eine erste positive Zwischenbilanz ziehen zu können. Die Rettungsmaßnahmen sind auf einem guten Weg, das Überleben des kleinen Langschläfers scheint möglich. Diese Anstrengungen wollen wir auch gezielt hier in Hofheim unterstützen“, sagt Tanja Lindenthal von der Hofheimer Ortsgruppe des BUND. Bürgermeister Christian Vogt: „Wir freuen uns über diese Initiative und ich begrüße außerordentlich dieses gemeinsame Projekt von BUND und Stadtverwaltung.“

„Bäume, Sträucher und Hecken sind für das Überleben des Gartenschläfers wichtig und bieten den kleinen Schläfern nicht nur Rückzugsräume, sondern auch Nahrung. Außerdem helfen sie, Naturräume in Wäldern und Städten wieder miteinander zu verbinden. Bis die Bäume und Hecken groß genug sind, helfen Nistkästen als Quartier und für die Aufzucht des Nachwuchses“, sagt Köppler. Mehr als 600 Kästen hat der BUND Hessen bislang gemeinsam mit seinen Partnerinnen und Partnern vor Ort in Wäldern, Gärten, auf Streuobstwiesen und in Parkanlagen aufgehängt.

Im Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ untersucht der BUND gemeinsam mit der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit 2018 die Frage, warum der Gartenschläfer in kurzer Zeit aus immer mehr Regionen verschwindet und wie man der Art helfen kann. Derzeit werden passende Schutzmaßnahmen in Wäldern und städtischen Regionen in Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen umgesetzt. Das Ziel des Projekts: das Aussterben der Art in Deutschland zu verhindern.