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Letzte Aktualisierung: 05.08.2020

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Garten Eden auf dem Dach

Stadträtin Heilig besichtigt Projekt des Programms ‚Frankfurt frischt auf‘

von Ilse Romahn

(27.07.2020) Noch vor einem halben Jahr sah es öde aus auf dem Dach in Sachsenhausen: Keine Pflanze, kein Grün, keine Lust, sich dort aufzuhalten. Das hat sich gründlich geändert. Aus dem Dach ist nun ein kleines Paradies geworden.

Rosemarie Heilig mit einem Vertreter der ausführenden Firma Rieger Garten
Foto: Stadt Frankfurt
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Mehr als 500 Stauden und Bäume, 400 gesetzte Zwiebeln und etwas Rasen gedeihen jetzt dort. Von Echinacea, Blut-Storchschnabel, Tulpen, Gräsern, Lavendel, Fetthenne, Thymian bis hin zu Fächerahorn und Felsenbirne.

Der 42-jährige Eigentümer ist zurecht ein bisschen stolz auf diese Dach-Idylle. Er sagt aber auch: „Ohne die Hilfe der Stadt hätten wir das nicht umsetzen können.“ Die Hilfe bestand aus dem Programm „Frankfurt frischt auf.“ 50 Prozent der Kosten hat die Stadt übernommen – in diesem Fall 50.000 Euro.

Am 24. Juli hat Umweltdezernentin Rosemarie Heilig den Dachgarten besichtigt. Und sie zeigte sich begeistert, was mit der richtigen Planung aus einem unspektakulären Flachdach so alles werden kann: „Dieser Ort ist eine Oase für die Bewohnerinnen und Bewohner und das schließt die Familie des Antragsstellers genauso ein wie zahlreiche Insekten und Vögel, die sich hier sicherlich bald niederlassen werden.“ Damit das Grün lange Bestand hat und mögliche Trockenperioden gut übersteht, wurde auch eine Bewässerungsanlage installiert.

Mehr solcher Orte bedarf es in der gesamten Stadt. Dabei kann es sich um richtige Dachgärten handeln, aber auch um extensiv begrünte Garagenflächen, begrünte Fassaden und kleine grüne Ecken im eigenen Hof. Jeder Quadratmeter Grün zählt und wird deshalb noch bis Ende 2021 von der Stadt gefördert.

Bis zu 50 Prozent der Gesamtsumme – maximal 50.000 Euro – zahlt die Stadt für solche Investitionen, die langfristig das Frankfurter Stadtklima verbessern. Denn darum geht es: Die Verdunstungsleistung der Pflanzen kühlt und erfrischt die Umgebung, Lärm und Schadstoffe werden gefiltert und Starkregenereignisse werden gepuffert. Deshalb werden im Programm gefördert: Dach- oder Fassadenbegrünungen, Entsiegelungen von Hinterhöfen mit anschließender Begrünung oder Trinkbrunnen und Verschattungsmaßnahmen, die in den öffentlichen Raum wirken.

„Auch wenn dieser Sommer weniger heiß und trocken ist als die beiden davor, dürfen wir bei den Maßnahmen zur Klimaanpassung nicht nachlassen“, hob Stadträtin Heilig hervor. „Dachflächen bieten sich da besonders an. Man tut was fürs Klima und schafft sich einen Ort der Erholung und Entspannung.“ Eine Analyse hat ergeben, dass es im Stadtgebiet noch 20.000 Dachflächen gibt, die sich für eine Begrünung eignen.

Wie das am besten geht und alles Weitere zur Antragsstellung erfährt man bei einer kostenlosen Erstberatung durch „Frankfurt frischt auf“. Über 400 Personen im Stadtgebiet haben diese bereits in Anspruch genommen, mehr als 100 Projekte sind daraus bisher entstanden – Tendenz steigend.

Der Beratungsantrag ist online unter http://www.frankfurt.de/klimabonus abrufbar. (ffm)