Holocaust-Überlebende Henriette Kretz in Rüsselsheim
Seit vergangenem September absolviert der Alsbacher Simon Wassum ein FSJ Kultur im Theater Rüsselsheim. Bereits zum vierzehnten Mal ermöglicht es Kultur123 Stadt Rüsselsheim, dank der Förderungen der Sparkassen-Stiftung Groß-Gerau und des Fördervereins Theater Rüsselsheim, jungen Menschen einen realistischen Einblick in den Alltag eines Gastspielhauses zu geben und sich während eines Jahres beruflich zu orientieren.
Mit Simon Wassum gelang es in diesem Jahr, einen echten Macher ins Team zu holen. Schon sehr früh stand für Simon fest, dass sein eigenständiges FSJ-Projekt eine selbst organisierte Veranstaltung werden soll. Inzwischen ist die Planung weit fortgeschritten: Am 9. Juni 2026, um 18 Uhr, wird ein Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Henriette Kretz im Foyer des Theaters Rüsselsheim stattfinden. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.
Unter dem Titel „Eine Kindheit im Schatten des Holocaust“ werden die Gäste eine sehr persönliche und unter die Haut gehende Erzählung von Henriette Kretz erleben, die im Oktober 1934 in einer jüdischen Familie in der damals polnischen Stadt Stanisławów (heute Iwano-Frankiwsk in der Ukraine) geboren wurde. Berichten wird sie von ihrer Kindheit, der Verfolgung während der Zeit des Nationalsozialismus und ihrem Leben nach dem Krieg. Moderatorin Stephanie Roth wird mit Henriette Kretz über ihre Erlebnisse sprechen, bevor auch das Publikum die Möglichkeit hat, Fragen zu stellen und mit der Zeitzeugin ins Gespräch zu kommen. Der Abend wird von der Klarinettistin Irith Gabriely musikalisch gestaltet, die mit Klezmer-Musik einen gefühlvollen Rahmen schafft.
Ansprechen möchte Simon Wassum mit dieser Veranstaltung im Grunde alle Menschen, ganz besonders wichtig sind ihm aber die Rüsselsheimer Schülerinnen und Schüler: „Vor allem junge Menschen müssen sich auch mit diesem Abschnitt deutscher Geschichte auseinandersetzen, damit gerade dieser nicht in Vergessenheit gerät. Denn nur, wenn wir über die Vergangenheit sprechen, können wir mehr über sie lernen und uns dafür einsetzen, dass sie sich nicht wiederholt.“
Für Anja Winkler, Stiftungsmanagerin der Sparkassen-Stiftung Groß-Gerau, ist der Besuch der Veranstaltung mehr als eine Selbstverständlichkeit: „Ich war von Simon Wassums Idee eines Zeitzeugengesprächs gleich angetan und konnte auch unsere Nachwuchskräfte dafür begeistern, am 9. Juni gemeinsam nach Rüsselsheim zu fahren, um diesen wichtigen Abend mitzuerleben.“
Noch bis Sommer 2026 unterstützt Simon Wassum das Theaterteam und plant danach ein Studium der Rechtswissenschaften. Unterdessen läuft bereits wieder die Anmeldephase für den kommenden FSJ-Jahrgang 2026/2027. Interessierte können sich auf der Internetseite der Freiwilligendienste Kultur und Bildung um ein FSJ Kultur am Theater Rüsselsheim bewerben. Auch dieser Einsatzplatz wird wieder von der Sparkassen-Stiftung Groß-Gerau und vom Förderverein Theater Rüsselsheim gefördert.
Veranstaltungsort: Theater Rüsselsheim, Foyer | Veranstaltungsdauer: ca. 100 Minuten, keine Pause
Eintritt: frei; bei Online Buchung fällt eine Gebühr von 2€ an.
Tickets sind online unter www.theater-ruesselsheim.de sowie in den Servicestellen von Kultur123 Stadt Rüsselsheim erhältlich. Um Anmeldung von größeren Gruppen wird gebeten (Anmeldung an S.Wassum@kultur123ruesselsheim.de)
Veranstalter: Theater Rüsselsheim in Kooperation mit dem Katholischen Bistum Mainz, dem Maximilian-Kolbe Werk und der Stiftung Alte Synagoge Rüsselsheim
Weitere Infos zur Vorstellung: https://theater-ruesselsheim.reservix.de/p/reservix/event/2541859
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