Kultur

„freiheitsKlang“ – Konzerte im Holzhausenschlösschen beleuchten Freiheitsgedanken in der Kammermusik

Anders als in den Kunstformen Literatur, Schauspiel oder Film bleibt der Freiheitsbegriff in der Klassischen Musik oft Andeutung. Vor allem in Werken ohne unterlegte Worte oder Programmatik kann er sich – selbst bei starker musikalischer Präsenz – einer klaren Auslegung entziehen. Mit der Reihe „freiheitsKlang – Grunelius-Konzerte“ wirft die Frankfurter Bürgerstiftung im Holzhausenschlösschen einen Blick auf diesen spannenden Interpretationsraum.

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Harriet Krijgh
Foto: Marco Borggreve

Freiheit erscheint dabei nicht nur als historisch-politische Größe, sondern auch als künstlerisches Motiv: Musikstücke entstanden einerseits unter Bedingungen von Zensur, innerer Emigration oder Exil und andererseits als Zeichen für musikalischen Aufbruch oder die Sehnsucht nach Selbstbestimmung. Auch kompositorisch zeigt sich Freiheitsstreben – im Ringen um Form, im Spiel mit Regeln und in deren bewusster Überschreitung. Nicht zuletzt besitzt Freiheit für Interpretinnen und Interpreten eine persönliche Dimension – im Mut zur eigenen Stimme vor dem Hintergrund einer langen Aufführungstradition.

Damit spinnt „freiheitsKlang“ einen roten Faden im Programm der Frankfurter Bürgerstiftung fort: die Auseinandersetzung mit freiheitlich-demokratischen Werten in verschiedenen Kontexten. Während im „Forum Demokratie“ der Freiheitsbegriff als Grundlage demokratischen Zusammenlebens diskutiert wird und die „Woche gegen das Vergessen“ an historische Erfahrungen katastrophaler Unfreiheit erinnert, setzt „freiheitsKlang“ den Diskurs aus der Perspektive der Musik fort. Zuletzt hatte 2024/25 im Holzhausenschlösschen der umjubelte Schostakowitsch-Zyklus des Eliot Quartetts ein starkes Signal für das Thema Freiheit in der Kammermusik gesetzt.

Ermöglicht wurden beide Konzertreihen durch Projektförderungen der Ernst Max von Grunelius-Stiftung, die 2012-14 den Umbau des Kammermusiksaals im Holzhausenschlösschen wesentlich finanziert hatte, weshalb der Saal heute den Namen der Stiftung trägt. Mit der Förderung von „freiheitsKlang“ sorgt die Grunelius-Stiftung einmal mehr dafür, dass im Holzhausenschlösschen Konzerte auf internationalem Spitzenniveau stattfinden können.

Die Mitwirkenden der vier Konzerte sind auf wichtigen Bühnen in Europa und der Welt zu Hause. Den Auftakt macht am 13. Mai (19:30 Uhr) ein Kammerkonzert mit dem Geiger Tobias Feldmann und dem Pianisten Alexander Krichel mit Werken von Nicola Matteis d. J., Clara Schumann, Ludwig van Beethoven und Franz Liszt. Das Finale des Programms bildet die „F.A.E.-Sonate“ („Frei Aber Einsam“), eine Gemeinschaftsproduktion der Komponisten Albert Dietrich, Robert Schumann und Johannes Brahms.

Am 3. Juni (19:30 Uhr) folgt ein Abend mit Franziska Hölscher (Violine), Harriet Krijgh (Violoncello) und Claire Huangci (Klavier) mit Klaviertrios von Lili Boulanger, Amy Beach, Walentyn Sylwestrow und Felix Mendelssohn-Bartholdy. Die drei bekannten Musikerinnen spielen anlässlich dieses Abends erstmals gemeinsam im Trio.

In einem Liederabend am 10. September (19:30 Uhr) werden unterschiedliche Aspekte der Freiheit in Gedichtvertonungen vorgestellt. Die österreichische Mezzosopranistin Sophie Rennert und ihr Klavierpartner Ammiel Bushakevitz – beide international als herausragende Liedinterpreten bekannt – widmen sich Werken von Robert Schumann, Hugo Wolf, Franz Schubert und Gustav Mahler.

Den Abschluss bildet am 29. Oktober (19:30 Uhr) ein Rezital von Filippo Gorini mit Werken von György Kurtág (der im Februar seinen 100. Geburtstag gefeiert hat), Franz Schubert und Ludwig van Beethoven. Der junge italienische Pianist tritt weltweit in allen wichtigen Konzertsälen auf (Carnegie Hall New York, Wigmore Hall London, Elbphilharmonie, Wiener Konzerthaus u.a.) und gibt an diesem Abend sein überfälliges Frankfurt-Debüt.

Alle Konzerte sind bereits im Vorverkauf über ADticket. Mit ihren Wahlabo-Angeboten möchte die gemeinnützige Frankfurter Bürgerstiftung den Besuch hochkarätiger Konzerte möglichst niedrigschwellig ermöglichen; so kann man z.B. beim Kauf von Karten für alle vier Konzerte 40% sparen.

Das vollständige Programm im Holzhausenschlösschen gibt es unter www.frankfurter-buergerstiftung.de.

Veranstaltungsort: Holzhausenschlösschen, Justinianstraße 5, und Holzhausenpark,  Frankfurt 
Veranstalter: Frankfurter Bürgerstiftung im Holzhausenschlösschen

Vorverkauf: ADticket GmbH  Online: https://frankfurter-buergerstiftung.reservix.de/events Tickethotline: (069) 902839 86
Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.

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