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Letzte Aktualisierung: 30.09.2022

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FRATOPIA – Open Space Igor Levit und Markus Hinterhäuser in der Alten Oper

von Ilse Romahn

(16.09.2022) Musik, die am Wesentlichen rührt: Der Pianist Igor Levit hat sich in den vergangenen Jahren vor allem den großen Zyklen der Klaviermusik gewidmet, den Werken, die Gewichtiges verhandeln und sich auf Themen und Fragestellungen unserer Zeit beziehen lassen.

Bildergalerie
Igor Levit
Foto: Felix Broede, Sony Classical
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Markus Hinterhäuser
Foto: Salzburger Festspiele, Leo Neumayr
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Gleiches gilt auch für den Zyklus „Visions de l’Amen“ für zwei Klaviere, den Olivier Messiaen im Kriegsjahr 1943 schrieb, um, so der Komponist, die „verschiedenen Reichtümer des Amen in sieben musikalischen Visionen auszudrücken – und damit zusammenhängend das Leben der Kreaturen, die allein durch das Schicksal ihrer Existenz schon ‚Amen‘ sagen.“ Dieses Werk, das die gesamte irdische Leidens- und himmlische Erlösungsgeschichte der Menschheit zum Thema hat und damit in die Vergangenheit ebenso wie in die Zukunft weist, bringen Igor Levit und Markus Hinterhäuser am Dienstag, 20. September 2022, um 20.00 Uhr gemeinsam zum Fratopia-Festival der Alten Oper nach Frankfurt.

„Dem ersten Klavier“, hatte Messiaen die Aufgabenverteilung für die Interpreten erläutert, „habe ich die rhythmischen Schwierigkeiten anvertraut, die Akkord-Trauben, alles, was Schnelligkeit, Charme und Klangfarbe betrifft. Das zweite Klavier übernimmt die melodische Führung, die thematischen Elemente, alles, was Emotion und Kraft ausstrahlt.“ Wie sich beides zusammenfügt, darf das Publikum aus unmittelbarer Nähe miterleben: Im Open Space, dem für das Fratopia-Festival für einige Tage neu bestuhlten Großen Saal, nehmen die Zuhörer rund um die beiden Interpreten Platz und können unmittelbar in den Klangrausch miteintauchen.

Eingestimmt wird das Publikum am Konzertabend durch einen musikalischen Prolog, für den Musikerinnen und Musiker aus dem Kreis der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt zuständig sind. Mit Solowerken für verschiedene Instrumente aus der Feder französischer Komponisten bereiten sie auf die Themenwelten Messiaens vor, lassen grollenden Kriegslärm ertönen oder rufen Zauberwelten hervor.

Für Igor Levit verbindet sich mit seinem Frankfurtbesuch noch ein weiterer wichtiger Termin: Am Tag vor seinem Konzert in der Alten Oper wird der Pianist im Jüdischen Museum Frankfurt mit dem „Ludwig-Landmann-Preis für Mut und Haltung“ ausgezeichnet. Die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums würdigt damit Levits „konsequentes Eintreten gegen Antisemitismus, Rassismus und Demokratiefeindlichkeit“. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert.

€ 35,- (Endpreis) Tickethotline: (069)1340400 ▪ www.alteoper.de