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Letzte Aktualisierung: 24.01.2020

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Fraport: Planungen zur Anbindung des Terminal III an die Schiene beginnen

von Ilse Romahn

(08.01.2020) Verkehrsminister Tarek Al-Wazir hat den Planungsvertrag des Landes mit der DB Netz AG unterzeichnet. Damit können die Vorplanungen für die Anbindung des sich im Bau befindlichen Terminal III des Frankfurter Flughafens an den öffentlichen Nahverkehr für die Schiene aufgenommen werden.

„Gemeinsam mit dem Bund und der Bahn arbeiten wir derzeit an vielen verschiedenen Schienenprojekten, um umweltfreundlichen öffentlichen Nahverkehr noch attraktiver zu machen und einzelne stark befahrene Strecken zu entlasten. Dazu zählt auch die Anbindung des Terminal III am Frankfurter Flughafen an die S7 und den Regionalexpress“, sagte Tarek Al-Wazir heute in Wiesbaden. „Der Regionalbahnhof am Flughafen ist voll ausgelastet und kann nicht weiter ausgebaut werden. Der Anschluss an die Schiene schafft die Möglichkeit für Reisende, direkt mit dem Zug zum Terminal zu III fahren. Das entlastet den Regionalbahnhof.“  

Der Planungsvertrag mit der DB Netz AG ist die Grundlage dafür, dass die Deutsche Bahn als sogenannte Vorhabenträgerin den Anschluss des Terminal III mit der Planung zur Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim koordiniert. „Ich bin froh, dass nun Schwung in das Projekt kommt. Dabei ist es sehr wichtig, dass hier die Planungen technisch und zeitlich abgestimmt werden. Das Planfeststellungsverfahren für den nördlichen Abschnitt der ICE-Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim soll in diesem Jahr eingeleitet werden, damit die für die Nutzung der Anbindung des Terminal III erforderlichen Brückenbauwerke auf diesem Abschnitt der Neubaustrecke zeitgerecht realisiert werden“, betonte Al-Wazir.  

Wegen der überlasteten „Riedbahn“ von Frankfurt nach Mannheim kann das Terminal III über diese Schienenstrecke derzeit nicht angebunden werden. Das Ein- und Ausfädeln der Züge zum Terminal würde zusätzliche Kapazitäten benötigen, die bis zur Realisierung der Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim noch nicht zur Verfügung stehen. „Um nicht weiter Zeit zu verlieren, haben wir entschieden, die Anbindung an S-Bahn und Regionalexpress schrittweise umzusetzen: Wenn einzelne Brückenbauwerke des ersten, nördlichen Abschnitts der ICE-Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim fertig sind, kann ein Teil der Züge auf der Riedbahnstrecke dort vorbeigeleitet werden, wo die S-Bahn und der Regionalexpress zukünftig Richtung Terminal III fahren sollen“, kündigte Al-Wazir an. 

Die Vorplanungen werden vom Land Hessen vorfinanziert. „Wir müssen endlich loslegen, darum haben wir uns entschieden, die Kosten in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro zu tragen. Zur Finanzierung des Baus an sich werden noch Gespräche geführt. Aus meiner Sicht wäre eine Beteiligung der Fraport AG an den Baukosten wünschenswert und angemessen, da der direkte Schienenanschluss auch der Fraport zu Gute kommt. Auch der Regionalbahnhof unter dem Terminal I wurde von der damaligen FAG in Teilen mitfinanziert“, so Al-Wazir. „Hinzu kommt, dass die im Gesetzgebungsverfahren befindliche Novellierung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) des Bundes neue und bessere Rahmenbedingungen schaffen wird, die bei der Finanzierung helfen werden“, so Al-Wazir. Der Gesetzesentwurf zum GVFG sieht nicht nur eine Erhöhung des Fördersatzes des Bundes für die Baukosten vor, sondern erstmals auch eine Förderung der Planungskosten. 
 
wirtschaft.hessen.de