Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 06.07.2020

Werbung
Werbung

Fraport-Hauptversammlung: Aktionäre stimmen allen Tagesordnungspunkten zu

Finanzminister Michael Boddenberg in den Aufsichtsrat gewählt

von Fraport

(27.05.2020) Auf der virtuell durchgeführten ordentlichen Hauptversammlung der Fraport AG haben die Aktionärinnen und Aktionäre allen Tagesordnungspunkten zugestimmt.

Ungewohntes Bild für eine Hauptversammlung.
Foto: Fraport AG
***

Die Anteilseigner entlasteten den Vorstand (99,94 Prozent Zustimmung) und den Aufsichtsrat (98,19 Prozent Zustimmung) für das Geschäftsjahr 2019. Weiterhin stimmten die Aktionäre dem Vorschlag zu, dass die Dividende für das abgelaufene Jahr nicht ausgeschüttet wird und der gesamte Bilanzgewinn in die Gewinnrücklage einfließt (99,98 Prozent Zustimmung). Ebenfalls billigten die Aktionärinnen und Aktionäre die Anpassung des Vergütungssystems für den Vorstand (94,24 Prozent Zustimmung). 

In seiner Rede nahm Vorstandsvorsitzender Dr. Stefan Schulte insbesondere die aktuelle Situation in den Blick: „Wir befinden uns mitten in der tiefsten Krise der modernen Luftfahrt. Seit Anfang März haben die Reiserestriktionen im Zuge der COVID-19-Pandemie weltweit gravierend zugenommen. Im gesamten Monat April haben wir rund 188.000 Passagiere gezählt. Das ist weniger, als wir im vergangenen Jahr an einem durchschnittlichen Tag hatten.“ Auch an den internationalen Standorten ist der Luftverkehr weitgehend zum Erliegen gekommen.

Schulte: „Wir haben frühzeitig auf diesen Einbruch der Verkehrszahlen reagiert und umfassende Kostensenkungsmaßnahmen eingeleitet. Trotzdem erzielen wir derzeit monatlich einen negativen freien Cash Flow von rund 155 Millionen Euro. Trotz dieser massiven Mittelabflüsse verfügt Fraport über eine ausreichende Liquidität, um die aktuelle Situation noch über viele Monate durchzustehen.“

Ausblick bleibt unsicher
Aufgrund der nach wie vor großen Unwägbarkeiten in Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie kann das Unternehmen derzeit keine konkrete Prognose abgeben. Fraport erwartet weiterhin, dass die Verkehrsentwicklung in Frankfurt stark negativ sein wird. Dieser Entwicklung entsprechend rechnet der Vorstand damit, dass sich auch alle finanziellen Leistungsindikatoren im Geschäftsjahr 2019 deutlich negativ entwickeln werden. Insgesamt rechnet Fraport mit einem stark rückläufigen Konzern-EBITDA und -EBIT. Das Konzern-Ergebnis wird im negativen Bereich erwartet.

Schulte: „Auch der mittel- und langfristige Ausblick ist nach wie vor sehr unsicher. Aktuell gehen wir davon aus, dass wir auch in den Jahren 2022/2023 noch deutlich unter den bisherigen Höchstwerten beim Passagieraufkommen liegen werden. Ein Rückgang von etwa 15 bis 20 Prozent gegenüber dem Wert von 2019 mit rund 70,6 Millionen Passagieren in Frankfurt erscheint uns derzeit realistisch. Darauf richten wir Ihr Unternehmen und den Frankfurter Flughafen aus.“

Mit Beendigung der Hauptversammlung legte der Aufsichtsratsvorsitzende Karlheinz Weimar sein Mandat nach mehr als 16jähriger Tätigkeit nieder. Als Nachfolger wurde Michael Boddenberg, Hessischer Minister der Finanzen, mit einer Zustimmung von 79,57 Prozent in den Aufsichtsrat gewählt. Er soll als Kandidat für den Aufsichtsratsvorsitz der Fraport AG vorgeschlagen werden, der bei der nächsten Aufsichtsratssitzung gewählt wird.

Am Live-Stream zur diesjährigen Hauptversammlung nahmen über 1.300 Personen teil. Es waren 79,86 Prozent des Grundkapitals vertreten. Der Aufsichtsratsvorsitzende Karlheinz Weimar eröffnete die virtuelle Versammlung um 10.00 Uhr und schloss sie um 13.28 Uhr.