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Letzte Aktualisierung: 01.02.2023

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Fraport übernimmt Steuerung der Luftsicherheitskontrollen

von Ilse Romahn

(23.01.2023) Seit 1. Januar 2023 verantwortet Fraport am Flughafen Frankfurt die Organisation, Steuerung und Durchführung der rund 170 Luftsicherheitskontrollen.

Übernahme Steuerung Sicherheitskontrollen Fraport
Foto: Fraport AG / Smiths.
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In der Verantwortung der Bundespolizei bleiben die gesetzliche Rechts- und Fachaufsicht und die Gewährleistungsverantwortung für die Luftsicherheit, der bewaffnete Schutz der Kontrollstellen, die Zertifizierung und Zulassung von neuer Kontrollinfrastruktur sowie die Zertifizierung und Rezertifizierung der Luftsicherheitsassistenten. Zeitgleich begannen die FraSec Aviation Security GmbH (FraSec), die I-SEC Deutsche Luftsicherheit SE & Co. KG (I-Sec) und die Securitas Aviation Service GmbH & Co. KG (Securitas) im Auftrag der Fraport AG mit der Durchführung der Passagierkontrollen am Flughafen Frankfurt. Ebenfalls seit Jahresbeginn sind hochmoderne CT-Scanner der Hersteller Smiths Detection an sechs ausgewählten Luftsicherheitsspuren im Einsatz. Die Bundespolizei testete die Zuverlässigkeit der CT-Technologie im Rahmen eines im September 2022 erfolgreich abgeschlossenen Testlaufs. 

Für ein komfortables und effizientes Durchlaufen der Sicherheitsschleusen sorgt außerdem das weltweit erstmalig eingesetzte Spurkonzept „MX2“ der niederländischen Firma Vanderlande mit einem CT-Scanner der Firma Leidos. Passagiere können Handgepäck zu beiden Seiten eines CT-Geräts / eines Kontrollgeräts aufgeben und wieder entgegennehmen. Der Testbetrieb startete im Januar 2023 im Bereich A des Terminals 1. 

„Ich freue mich, dass wir als Flughafenbetreiber mehr Verantwortung bei den Sicherheitskontrollen übernehmen können und damit unsere Erfahrung und unsere Kompetenzen in die operative Steuerung einbringen. Zusammen mit dem Einsatz neuer Technik und innovativer Spurkonzepte an Deutschlands wichtigstem Luftverkehrsdrehkreuz bieten wir unseren Kunden und Passagieren so mehr Komfort und geringere Wartezeiten bei gleichbleibend hohen Sicherheitsstandards. Unser Team hat in den vergangenen Monaten mit Hochdruck und großem Einsatz auf diesen Tag hingearbeitet. Die Staffelübergabe und Zusammenarbeit mit den Sicherheitsdienstleistern FraSec, I-Sec und Securitas lief von Beginn an hervorragend. Dafür danke ich allen Projektbeteiligten herzlich“, sagte Fraport-Vorstandsvorsitzender Dr. Stefan Schulte. 

„Ausdrücklich danken möchte ich auch unseren Partnern aus dem Bundesinnenministerium und der Bundespolizei für die stets partnerschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit auf dem Weg zum ‚Frankfurter Modell‘. Denn auch in Zukunft gilt: Sicherheit hat im Luftverkehr stets höchste Priorität“, sagte Schulte. 

Nancy Faeser, Bundesministerin des Innern und für Heimat sagte: „Es ist gut, dass seit diesem Jahr die Fraport AG die Steuerung der Luftsicherheitskontrollen am Flughafen Frankfurt übernommen hat. Wir sind davon überzeugt, dass Polizeibeamtinnen und -beamte im Bereich der operativen Polizeiaufgaben wesentlich sinnvoller eingesetzt sind. Klar ist allerdings auch: Bei der Sicherheit gibt es keine Abstriche. 

Die Corona-Pandemie hat zu massiven Personalproblemen im Flugverkehr geführt, bei Airlines und an den Flughäfen selbst. 

Der Staat hat Airlines und Flughäfen in der Corona-Zeit mit Milliarden gestützt. Wir erleben jetzt, dass wieder deutlich mehr Menschen unterwegs sind. Das ist eine gute Nachricht für die Luftverkehrswirtschaft, aber auch eine Herausforderung für alle daran beteiligten Akteure. Denn die Reisenden erwarten hier zurecht, dass Kontroll- und Abfertigungsprozesse funktionieren. Und, das muss man klar sagen: Die Reisenden haben hier nach der Corona-Zeit einige herbe Enttäuschungen erlebt mit Flugstreichungen und sehr langen Wartezeiten. Die Airlines und Flughafenbetreiber sind hier in der Pflicht – im Sinne der Reisenden. Und auch im Sinne der Allgemeinheit, die die Luftverkehrswirtschaft durch die schwere Krise getragen hat.“

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG sagte: „Der Start der neuen CT-Scanner in Frankfurt ist eine gute Nachricht für unsere Gäste. Die moderne Technik spart Zeit und erleichtert die Kontrollen für unsere Passagiere. Die neue Arbeitsteilung am Frankfurter Flughafen zeigt, was möglich ist, wenn Politik, Flughäfen und Airlines gemeinsam an einem Strang ziehen. Warteschlangen an den Sicherheitskontrollen sollten dadurch auch in Frankfurt künftig vermieden werden. Das ‚Frankfurter Modell‘ kann damit zum Vorbild für andere deutsche Flughäfen werden. Das ist dringend nötig, um die Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandorts Deutschland nachhaltig zu sichern.“

Die in den CT-Scannern eingesetzte und auch aus der Medizin bekannte Computer-Tomographie (CT) ermöglicht eine zuverlässige, schnelle und differenzierte Erfassung unterschiedlichster Materialien und Gegenstände. Für Fluggäste vereinfacht sich der Gang durch die Sicherheitskontrolle erheblich: An den neuen Sicherheitskontrollen können Flüssigkeiten, Smartphones und andere elektronische Geräte im Handgepäck bleiben. 

Darüber hinaus erleichtert eine dreidimensionale Ansicht der Kontrollbilder auch die Arbeitsabläufe für das Personal an den Kontrollstellen. Dies führt zu weniger Nachkontrollen und letztendlich reduzierten Wartezeiten. Langfristig plant Fraport den flächendeckenden Einsatz der neuen Geräte.