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Letzte Aktualisierung: 22.04.2024

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Frankfurter Sparkasse ist mit dem Bilanzergebnis 2023 zufrieden

von Ralph Delhees

(22.03.2024) Wiedemeier: „Wir gehen gestärkt in die Zukunft“ - Auf weitere Digitalisierung wird gesetzt und mit 069NXT goes TikTok für die bis zu 30-jährigen

Die Frankfurter Sparkasse stellte ihre Bilanz 2023 vor. Auf dem Podium v.l.n.r.: Dr. Sven Matthiesen (Privatkundenvorstand), Dr. Ingo Wiedemeier (Vorstandsvorsitzender), Andrea Kilian (Ressortleiterin Marktfolge Kredit und designierte Vorständin), Michael Westphalen (Vorstandsmitglied Marktfolge Kredit, Risikocontrolling, Compliance) und Dr. Arne Weick (Firmenkundenvorstand).
Foto: Frnkfurter Sparkasse
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Die Frankfurter Sparkasse ist zurück zu ihrer alten Stärke und man gehe gestärkt in den Wettbewerb“, so Vorstandsvorsitzender Dr. Ingo Wiedemeier, gestern bei der Vorstellung der Bilanz für das Jahr2023. Die Frankfurter Sparkasse (Fraspa) hat das vergangene Geschäftsjahr mit einem „sehr zufriedenstellenden Betriebsergebnis nach Bewertung von 163,3 Mio. Euro abgeschlossen. Mit 1,3 Mrd. Euro neuen Kundeneinlagen und einer Geldvermögensbildung von 1,6 Mrd. Euro konnte die Sparkasse ihre marktführende Position auch im Geschäftsjahr 2023 behaupten“, so Wiedemeier, die Bilanzsumme stieg bis um 1,4 Prozent auf 22,6 Mrd. Euro gewachsen. Das Geschäftsvolumen nahm im Berichtsjahr um 0,9 Prozent oder 205,5 Mio. Euro auf 23,3 Mrd. Euro zu. „Einmal mehr habe sich die Fraspa als stabile und verlässliche Größe der Region bewiesen“, kommentiert Dr. Ingo Wiedemeier die Zahlen

Dabei verdeutlichte er, dass es Aufgabe des Institutes sei, den Menschen wirtschaftliche Teilhabe und finanzielle Selbstbestimmung zu ermöglichen. Dieser komme man verantwortungsvoll nach. Mehr als 800.000 Kundinnen und Kunden profitieren direkt von der hohen Beratungsqualität und Leistungskompetenz der Frankfurter Sparkasse. „Darüber hinaus erlaubt uns das wirtschaftliche Ergebnis, unserer gesellschaftlichen Verantwortung für die gesamte Region gerecht zu werden.“ Hierzu tragen knapp 1.500 Beschäftigte bei – 57 Prozent sind Frauen und in der Führungsebene 28,2 Prozent. Die Ausbildung wird stark gefördert, derzeit sind es 101 Auszubildende und Studenten.

Der Weg zur modernen Vertriebssparkasse ist geebnet
„Die Frankfurter Sparkasse steht für Stabilität und Verlässlichkeit. Das sehr zufriedenstellende Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres werden wir 2024 voraussichtlich nicht eins zu eins wiederholen können. Dennoch sind wir sehr zuversichtlich, dass wir die gute Entwicklung unserer Frankfurter Sparkasse fortschreiben können. Die besten Voraussetzungen dafür haben wir geschaffen, indem die Sparkasse im Berichtsjahr entscheidende Meilensteine auf ihrem Weg zur modernen Vertriebssparkasse genommen hat“, resümierte Dr. Ingo Wiedemeier im Rahmen der Bilanz-Pressekonferenz.

Zinstragende Produkte und Wertpapiere wieder stark gefragt
Träger des Erfolges war die direkte Folge der Leitzinsanpassungen der Europäischen Zentralbank die bilanzwirksamen Sparprodukte wie Fest- oder Termingelder zurück in den Fokus der Anlegerinnen und Anleger. Brachte. Folglich ist die Summe der Kundeneinlagen bis zum Stichtag um 6,7 Prozent bzw. 1,3 Mrd. Euro auf 19,9 Mrd. Euro gestiegen. Insbesondere die Termineinlagen erfreuten sich einer regen Nachfrage. Im Jahresverlauf nahm deren Bestand um 2,1 Mrd. auf 2,9 Mrd. Euro zu. Ein Teil des Wachstums resultiert aus der Umschichtung von Sicht- bzw. Giroeinlagen zu den höher verzinslichen Termineinlagen.

Trotz der Zinswende waren auch Anlagen in Wertpapiere nach wie vor beliebt. Die dynamische Entwicklung an den Börsen trug ihren Teil dazu bei, dass immer mehr Menschen Wertpapiere oder Fonds für die eigene Geldanlage nutzen. Innerhalb der Jahresfrist hat der Deutsche Leitindex DAX rund 20 % an Wert gewonnen. Die sich abzeichnende Rezession und die zunehmend angespannte weltpolitische Lage standen dem deutlichen Aufwärtstrend nicht nachhaltig entgegen.

So lag die bilanzneutrale Wertpapierersparnis im vergangenen Jahr 2023 mit +318 Mio. Euro rund fünf Prozent über dem Vorjahreswert. Auch im Zuge der positiven Kursentwicklung stieg das gesamte Kundendepotvolumen auf zuletzt 6,8 Mrd. Euro an. Die Geldvermögensbildung der Kundinnen und Kunden übertraf 2023 mit 1,6 Mrd. Euro das bereits hohe Vorjahresniveau um gut eine halbe Milliarde EUR (2022: 1,1 Mrd. Euro).

Unter dem Strich weist die Frankfurter Sparkasse für das Geschäftsjahr ein Betriebsergebnis nach Bewertung in Höhe von 163,3 Mio. Euro (2022: 44,3 Mio. Euro). Abzüglich der Dotierung der Vorsorgereserven in Höhe von 48,1 Mio. Euro sowie des Steueraufwandes in Höhe von 55,1 Mio. Euro verbleibt ein Jahresüberschuss in Höhe von 60,0 Mio. Euro (2022: 9,0 Mio. Euro).

Nach dem Fraspa-Gesetz ist aus dem Jahresüberschuss mindestens ein Drittel (20,0 Mio. Euro) in die Gewinnrücklagen einzustellen. 40,0 Mio. Euro schüttet die Frankfurter Sparkasse an ihre Trägerin, die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, aus.

Die Fraspa hat im Berichtszeitraum für ihre 183 1822-Geldautomaten zusätzliche Sicherungsmaßnahmen zur Abwehr von Geldautomatensprengungen vorgenommen, die unter anderem auch Schließung von Foyers der Filialen (58) mit sich brachte, aber auch an 13 Stellen eine Personenüberwachung vor Ort. Ein weiterer Schwerpunkt lag im Ausbau der digitalen Infrastruktur und der stationären Vertriebseinheiten. Diese Zukunftsinvestitionen schlagen sich in erhöhten Sachkosten nieder.

An Innovationen fehlt es nicht
Seit ihrer Gründung vor mehr als 200 Jahren gehört die Förderung des Gemeinwesens zu den ureigensten Anliegen der Frankfurter Sparkasse. Daher hat die Frankfurter Sparkasse auch im Berichtsjahr über ihre Stiftungen, Sponsorings und Spenden zahlreiche Vereine, soziale Initiativen und gemeinnützige Organisationen mit insgesamt 1,7 Mio. Euro unterstützt. Die Förderschwerpunkte liegen auf Kunst, Kultur, Sozialem, Bildung, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Es gab aber auch immer wieder weitere zahlreiche Belege für die Innovationsfreudigkeit der Frankfurter Sparkasse.

„Der Kern unseres Geschäftsmodells ist seit zwei Jahrhunderten der gleiche. Doch die Art und Weise, wie wir unsere Dienstleistungen anbieten, richten wir konsequent an den Bedürfnissen und Wünschen unserer Kundinnen und Kunden aus“, führte Dr. Ingo Wiedemeier aus. „Dazu müssen wir uns als Anbieter hochwertiger Finanzdienstleistungen immer schneller an ein geändertes Nutzerverhalten anpassen. Mit der Etablierung der digitalen Einheiten im Privat- und Firmenkundengeschäft haben unsere Kundinnen und Kunden freie Wahl, auf welchem Weg sie mit uns in Kontakt treten.“ Dieser hybriden Form der Beratung und des Zugangs gehört, laut Dr. Ingo Wiedemeier, die Zukunft.

Im Digitalen Beratungscenter, dem Business Center und dem KundenServiceCenter sind an zentraler Stelle mehr als 100 Mitarbeiter für die Kundinnen und Kunden im Einsatz, die ihre Bankgeschäfte in erster Linie über die digitalen Kanäle abwickeln. Die Akzeptanz des digitaler Services und Leistungen hat in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen. 72 Prozent der Kundinnen und Kunden der Frankfurter Sparkasse haben zum 31.12.2023 einen Online-Banking-Zugang. Davon nutzen 94 Prozent ihren Zugang aktiv. Vor der Corona-Pandemie hatten nur 60 Prozent der Kundinnen und Kunden ein Online-Banking-fähiges Konto. Die aktive Nutzungsquote lag bei 80 Prozent. Im Schnitt greifen die Kundinnen und Kunden mehr als 20 Millionen Mal pro Jahr auf die Website der Frankfurter Sparkasse zu. Knapp 250.000 nutzen für die Korrespondenz und Kontoauszüge das elektronische Postfach. 

Kundinnen und Kunden informieren sich online nicht nur über Produkte oder Konditionen, sondern sie wünschen bei einfachen, beratungsarmen Produkten die konkrete Abschlussmöglichkeit. Daher ist beabsichtig,t nach und nach immer mehr Produktangebote zu integrieren, die direkt online von den Nutzerinnen und Nutzern geordert werden können. Im vergangenen Jahr hat die Frankfurter Sparkasse mehr als 18.000 Girokonten neu eröffnet, viele davon wurden online beantragt. Selbstverständlich kann auch ein Dispokredit direkt online angefragt und eingerichtet werden.

Der weitere Ausbau des Online-Angebotes genießt daher neben dem Erhalt des stationären Filialnetzes bei der Frankfurter Sparkasse hohe Priorität. So ist in naher Zukunft z.B. der Einsatz neuer Chat- und Voice-Bots geplant, die auf Künstlicher Intelligenz basieren.

069NXT goes TikTok – Für die Altersgruppe bis 30
Mit „069NXT“ wurde im vergangenen Jahr eine neue, moderne Marke geschaffen, mit der sie insbesondere eine jüngere Klientel anspricht. Neben exklusiven Veranstaltungen hat die Sparkasse einen eigenen TikTok-Kanal gestartet, der sich in dieser Zielgruppe steigender Beliebtheit erfreut. Innerhalb weniger Wochen wurden dort gut einhundert Videos veröffentlicht und mehr als 10.000 Follower gewonnen.

Mit unterhaltsam aufbereiteten Finanzthemen oder Fakten über die Region setzt das Social-Media-Team des Geldinstitutes auf Infotainment und erreicht damit ein breites Publikum. Unter dem Label 069NXT wird die Frankfurter Sparkasse zudem ein neues, auf die Bedürfnisse der jungen Kundinnen und Kunden zugeschnittenes Girokonto anbieten. Das neue Konto „S-Giro 069NXT“ ist kostenlos für alle Kundinnen und Kunden bis 30 Jahre. Der Marktstart erfolgt noch im ersten Halbjahr 2024. Die Ideen für die nächste Zukunft sehen den Einsatz neuer Chat- und Sprach-Roboter voraus, die auf Künstlicher Intelligenz basieren.

Der Start ins Jahr 2024 bisher erfolgreich
Die Frankfurter Sparkasse geht gut vorbereitet in den Wettbewerb. Die ersten Wochen und Monate  des laufenden Jahres sind von einem weiter belebten operativen Geschäft geprägt. Der Trend zur Überleitung liquider Sichteinlagen in höher verzinste Termingeldern hält weiter an. Das vergangene Geschäftsjahr hat gezeigt, dass das im besten Sinne konservative Geschäftsmodell der Frankfurter Sparkasse sowohl in Niedrigzinsphasen als auch nach der Rückkehr der Zinsen verlässlich trägt.

Dabei hat sich auch das konjunkturelle Umfeld im Berichtsjahr gewandelt. Die aktuellen Daten deuten zunehmend darauf hin, dass sich die Erholung der Gesamtwirtschaft nach den Einschnitten der Corona-Jahre zunächst nicht fortsetzen lässt. Die Erwartungen der Unternehmen an die künftige Entwicklung gelten derzeit als eingetrübt.  

Vor diesem Hintergrund erwartet der Vorstand der Frankfurter Sparkasse für 2024 ein nur moderates Wachstum im Kreditgeschäft. Eine zunehmende Bedeutung erhalten dabei Finanzierungen, die im Zusammenhang mit dem ESG-Transformationsprozess nachgefragt werden, z.B. für Investitionen in die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden.