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Letzte Aktualisierung: 15.11.2019

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Frankfurter Rundschau: Warum erst jetzt?

von Helmut Poppe

(06.11.2019) Man muss sich nur einmal diese Erfahrungsberichte durchlesen. Sie handeln von dubiosen, selbst ernannten Therapeuten, die Homosexualität verdammen, zur Krankheit erklären und "Heilung" versprechen.

Sie berichten von Scham und Schuldgefühlen, die Schwulen und Lesben eingeredet werden. Sie dokumentieren krudes Religionsverständnis, Bevormundung, Zerrüttung, Zwang und innere Konflikte, nicht selten auch Depressionen und Suizidgedanken. Das alles ist schaurig, geradezu zum Verzweifeln. Es wirkt wie Mittelalter - und nicht wie 2019. Die Frage ist also nicht, ob es richtig ist, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn diese scheußlichen Therapien, die nachweislich großes Leid mit sich bringen, per Gesetz verbieten möchte. Die Frage ist vielmehr, warum das in einer aufgeklärten Gesellschaft wie der unseren nicht schon längst geschehen ist.(ots)