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Letzte Aktualisierung: 24.04.2024

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Frankfurter Oper hat in der neuen Spielzeit 450 Veranstaltungen

Generalmusikdirektor Guggeis feiert Debut

von Karl-Heinz Stier

(11.05.2023) „Trotz Ukraine, trotz der Erdbebenkatastrophe, trotz der Energieproblematik, trotz ungeklärter Finanzierungen und immer noch nicht abgeschlossenen Zukunftsplanungen für die Städtischen Bühnen ist es für uns heute kein einfaches Unterfangen“ begann Intendant Bernd Loebe seine Ausführungen zu seiner 22. Frankfurter Spielzeit.

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Die Sängerin Elena Villalon bei ihrem Gesangsvortrag
Foto: Karl-Heinz Stier
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Intendandt Bernd Loebe erläuterte das Programm
Foto: Karl-Heinz Stier
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„Dennoch haben Theater und Oper in dieser Zeit der Ängste, der Ahnungen und der schlechten Meldungen eine wichtige  Funktion. Wir dürfen immer noch und immer wieder schmunzeln, lächeln, ja lachen, weil nur in einer Demokratie eine friedliche Pluralität kontroverser Meinungen möglich ist. Und: ein Netz der Subventionen, durch gesellschaftlichen Konsens legitimiert, bleibt weiterhin die Basis aller Arbeit und allen Erfolges“.

Neu in der Spielzeit 2023/24 im Opernhausengagement ist Generalmusikdirektor Thomas Guggeis. Er kehrt als Berliner Staatskapellmeister der Bundeshauptstadt den Rücken und übernimmt mit gerade 30 Jahren dieses wichtige Amt in Frankfurt. Er wirkt in mehreren Operndarstellungen der neuen Spielzeit mit.

Der neue Spielplan der Oper Frankfurt bietet mehr als 450 Veranstaltungen insgesamt, davon 178 Musiktheatervorstellungen. Auf dem Programm stehen 11 Premieren mit insgesamt 98 Aufführungen, davon finden 8 Neuinszenierungen mit 72 Vorstellungen im Opernhaus sowie 3 Premieren mit 26 Vorstellungen im Bockenheimer Depot statt. Darüber hinaus sind 13 Wiederaufnahmen mit 80 Vorstellungen geplant. Zudem sind 8 Liederabende im Opernhaus sowie weitere Liederabende im Holzfoyer angesetzt

Als erste Neuproduktion der Spielzeit feiert am 23. September 2023 Donizettis „Don Pasquale“ im Bockenheimer Depot Premiere. Es ist ein Drama buffo in drei Akten. Ein schrulliger Alter im Frühling seiner Gefühle, ein Liebespaar, dem das nötige Geld für die Hochzeit fehlt, und ein intriganter Arzt; mehr braucht es nicht für Dinizettis letzte Opera buffa.

Am 1. Oktober löst Tilmann Köhlers Sichtweise auf „Le nozza di Figaro“ die 2007 herausgekommene Inszenierung des kanadischen Regisseurs Guillaume Bernardi ab. Der Inhalt: ein Spielfeld, vier Generationen, 24 Stunden, unzählige Liebschaften, wechselnde Regeln. Ausgang ungewiss. Am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters wechseln sich der neue Generalmusikdirektor Thomas Guggeis und dessen Assistent Kapellmeister Alden Gatt ab.

Frankfurter Erstaufführung von „Le Grand Macabre“ am 5. November auch mit Thomas Guggeis. Hier geht es in Breughelland: Ein Sensemann kündigt den Weltuntergang für Mitternacht an. Die Zeit läuft ...

Im Opernhaus wird Verdis „Aida“ am 3. Dezember als vierte Neuproduktion der Saison aufgeführt. Die amerikanische Regisseurin Lydia Steier ist zum zweiten Mal an der Oper Frankfurt zu Gast. In der Titelpartie ist die chinesische Sopranistin Guanqun Yu zu erleben. Radames soll als Feldherr der Ägypter gegen die Äthiopier in den Krieg ziehen. In ihn ist allerdings nicht nur die ägyptische Prinzessin Amneris, sondern auch ihre äthiopische Sklavin Aida verliebt…

Weiter geht es mit der Frankfurter Erstaufführung von Mozarts „Ascanio in Alba“ am 17. Dezember im Bockenheimer Depot. Regie führt Nina Brazier, die seit 2018 als Spielleiterin an der Oper Frankfurt engagiert ist. Hier streben Menschen nach Macht, Profit und politischer Einflussnahme – im alten Habsburg wie heute ….

Und das gibt es im nächsten Jahr:

Am 28. Januar als erste Neuproduktion mit der Frankfurter Erstaufführung von Jacques Offenbach „Die Banditen“, am 25. Februar als Frankfurter szenische Erstaufführung Alexander Zemlinkys „Der Traumgörge“, am 22. März eine weitere szenische Erstaufführung Wolfgang Forsters „In seinem Garten liebt Don Perlimplin Belisa“, zwei Tage später Händels „Orlando“. Ein weiteres Frankfurter Regiedebüt gibt der südafrikanische Regisseur Matthew Wild mit „Wagners Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“ am 28. April. Hier geht es um einen Künstler, der sich aufreibt – an der Lustfeindlichkeit seiner Epoche, der Intensität seines Begehrens und an moralischen Werten, die ihn immer weiter in die Isolation treiben.

Den Abschluss der Saison 2023/24 bildet am 16. Juni die Premiere von Fromental Halevys „La  Juive“ im Opernhaus. Eine gespaltene Gesellschaft versucht, ihre inneren Konflikte zu überwinden. Gesucht wird der gemeinsame Feind.

Soweit die Premieren. 13 Produktionen werden wieder aufgenommen, darunter am 7. Oktober Verdis „Don Carlo“, sowie die gefeierten Strauss-Produktionen „Salome“ am 6. Januar und „Elektra“ am 9. Mai.

Die Liederabend-Reihe vereint Namen etablierter Sängerinnen und Sänger mit denen vielversprechender Nachwuchskünstlerinnen und Nachwuchskünstler.

Zum Schluss gab der Intendant die Auslastung der laufenden Saison 2022/23 mit Stand April 2023 bekannt: 82 Prozent. Die Zahl der Abonnements beläuft sich im gleichen Zeitraum auf 8.668.

Am Anfang und Schluss der Pressekonferenz erfreute kubanische Sängerin Elena Villalon die Anwesenden mit Opernarien.