Archiv-Nachrichten

Frankfurter Mietspiegel 2026 wird vom Magistrat anerkannt

Der Frankfurter Magistrat hat die Anerkennung des Frankfurter Mietspiegels 2026 als qualifizierten Mietspiegel beschlossen. Der Beschluss durch die Stadtverordnetenversammlung wird in der Juni-Sitzung angestrebt.

Der qualifizierte Mietspiegel 2026 bietet Mieterinnen und Mietern sowie Vermieterinnen und Vermietern eine verlässliche Orientierung zur ortsüblichen Vergleichsmiete in Frankfurt. Er hilft dabei, die Angemessenheit von Mieten transparent und nachvollziehbar einzuordnen und schafft damit eine wichtige Grundlage für faire und rechtssichere Mietverhältnisse.

Wohnungsmarkt bleibt angespannt – Mietspiegel schafft Orientierung
Der aktuelle Mietspiegel zeigt: Die Mieten sind in den vergangenen zwei Jahren erneut gestiegen. Das Stichprobenmittel liegt nun bei 12,28 Euro pro Quadratmeter – eine Steigerung von 6,8 Prozent gegenüber dem Mietspiegel 2024.

„Die weiterhin steigenden Mieten zeigen deutlich, dass die Versorgung mit Wohnraum in Frankfurt nach wie vor angespannt ist. Viele Menschen können sich die hohen Wohnkosten nur noch schwer leisten. Umso wichtiger ist es, dass mit dem Mietspiegel ein transparentes und verlässliches Instrument zur Verfügung steht, das Mietern und Vermietern Orientierung gibt“, sagt Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen, und ergänzt: „Mit neuen Förderprogrammen, den steigenden Baugenehmigungen im vergangenen Jahr und der Schaffung neuer Wohnungen insbesondere mit gemeinwohlorientierten Akteuren sehen wir uns auf dem richtigen Weg. Diesen Weg müssen wir gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft weitergehen – auch im Interesse der Unternehmen und der Gewinnung von Fachkräften für unsere Stadt.“

Gwechenberger dankt zugleich den in der Mietspiegel-Kommission vertretenen Verbänden für die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit und kündigt an, die eingebrachten Anregungen weiter zu prüfen.

Mietspiegel dienen dazu, die ortsübliche Vergleichsmiete für freifinanzierte Wohnungen zu ermitteln. An den Mietspiegel knüpfen zahlreiche Regelungen aus dem sozialen Mietrecht an. Das sind beispielsweise Mieterhöhungsverlangen bei Bestandsmietverträgen oder die Mietpreisbremse bei Wiedervermietungen. Mietspiegel sorgen in diesen Zusammenhängen für rechtliche Verlässlichkeit und Transparenz.

„Der Frankfurter Mietspiegel 2026 wurde in einem aufwendigen Verfahren nach den höchsten wissenschaftlichen Standards für Mietspiegel erstellt. Nach der Zustimmung im Magistrat und nach der bevorstehenden Verabschiedung des neuen Mietspiegels durch die Stadtverordnetenversammlung haben Vermieter und Mieter größtmögliche Rechtssicherheit bei der Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete für Wohnungen in Frankfurt“, erklärt Katharina Wagner, Leiterin des Amtes für Wohnungswesen, den neuen Mietspiegel.

Neue Methodik stärkt Transparenz
Der Mietspiegel 2026 bringt – bedingt durch Gesetzesänderungen des Bundes – verschiedene methodische Veränderungen mit sich: Dazu zählen unter anderem die gesetzliche Auskunftspflicht für Eigentümerinnen und Eigentümer, Vermieterinnen und Vermieter und Mieterinnen und Mieter sowie methodische Vorgaben aus der Mietspiegelverordnung des Bundes – etwa zur Berücksichtigung der Wohnlage bei der Miethöhe.

Der Mietspiegel 2024 enthielt Wohnlagen von „sehr einfach“ bis „sehr gut“, sowie „zentral“ und „nicht zentral“. Auf Basis der nun geänderten Methode rund um die Lage weist der neue Mietspiegel 2026 weiterhin adressgenaue, aber neu bestimmte Wohnlagen aus: Die Lage-Kategorien 1 bis 10 bilden nun den lagebedingten Einfluss auf die Miethöhe ab.

Auch die preisrelevanten Merkmale haben sich geändert. Hintergrund sind Stichprobeneffekt, Fragebogen-Änderungen und Marktbewegungen. Änderungen gab es beispielsweise bei den Baualtersklassen, die sich als weniger relevant als zuvor erwiesen haben. Auch haben sich mehr Merkmale rund um energetische Modernisierung preisrelevant gezeigt.

„Diese Neuerungen in Erhebung und Methodik haben zu einer besseren Datengrundlage und insgesamt zu einem noch aussagekräftigeren Mietspiegel geführt, der die gestiegene Bedeutung von Mietspiegeln reflektiert“, erklärt Katharina Wagner.

Marcus Gwechenberger verweist mit Blick auf die Belastungen vieler Haushalte durch die steigenden Wohnkosten zugleich auf bestehende Unterstützungs- und Förderangebote: „Wir unterstützen Haushalte mit verschiedenen Angeboten – etwa durch Wohngeld oder durch Programme zur Schaffung von bezahlbarem und preisgebundenem Wohnraum für niedrige und mittlere Einkommen. Gleichzeitig unterstützen wir Eigentümer und Vermieter dabei, Wohnungen sozialverträglich zu modernisieren. Mit dem Frankfurter Modernisierungsbonus fördern wir energetische Sanierungen im Gebäudebestand und verbinden Klimaschutz mit bezahlbarem Wohnen.“

Informationen zum Frankfurter Mietspiegel finden sich unter frankfurt.de/msp. (ffm)