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Letzte Aktualisierung: 31.05.2020

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Frankfurter Magistrat beschließt Umsetzung des Digitalpakts

von ffm/pm

(18.05.2020) Bildungsdezernentin Sylvia Weber begrüßt umfassende Investitionen in WLAN und digitale Infrastruktur an Schulen.

WLAN und eine verbesserte digitale Infrastruktur kommen an alle Frankfurter Schulen. Am 15. Mai hat der Magistrat eine Vorlage von Bildungsdezernentin Sylvia Weber beschlossen, die die Verwendung von knapp 50 Millionen Euro aus dem Digitalpakt für die Digitalisierung der Schulen auf den Weg bringt. Sechs Millionen Euro bringt die Stadt Frankfurt als Eigenanteil in diesen Betrag ein.

„Ich freue mich, dass der Magistrat meinem Vorschlag folgt und auf einen zügigen Ausbau der digitalen Infrastruktur an Schulen setzt. Der Beschluss ermöglicht die Ausrüstung aller Frankfurter Schulen mit WLAN und eine verbesserte Ausstattung mit Laptops und Tablets. Die Corona-Krise hat gezeigt, dass die Digitalisierung der Schulen nun sofort angegangen werden muss. Aber es geht nicht nur um Soforthilfen in der Krise, sondern auch um den langfristigen und strukturierten Ausbau der digitalen Ressourcen“, sagt Weber.

Nach den Osterferien hatte die Bildungsdezernentin bereits ein Maßnahmenpaket zur Unterstützung des digitalen Unterrichts in der Corona-Krise vorgestellt. Teil des Maßnahmenpakets war unter anderem die Möglichkeit der Ausleihe von mobilen Endgeräten an Schüler, die Freischaltung von schulischen Computern für Videokonferenzen, ein breites Angebot von Online-Fortbildungen und Webinaren für Lehrer über das Medienzentrum Frankfurt und die Entwicklung eines Netzwerks, in dem Lehrkräfte Materialien und Methoden vorstellen und weitergeben.

Ein großer Teil der Mittel des Digitalpakts, nämlich 13 Millionen Euro, gehen in die flächendeckende Ausstattung der Schulen mit WLAN und die Anschaffung zusätzlicher Endgeräte. Zukünftig werden die Schulen in allen Klassenräumen mit drahtlosem Internet ausgestattet, zudem wird die Quote der mobilen Endgeräte zu den stationären Computern von 30:70 auf 50:50 erhöht.

„Unser WLAN-Pilotprojekt hat gezeigt, dass sich die Schulen eine flächendeckende Abdeckung der Räume mit WLAN wünschen. Dies ist auch aus schulorganisatorischen und pädagogischen Gründen nachvollziehbar und sinnvoll. Zusammen mit dem drahtlosen Internet erhalten die Schulen auch mehr mobile Endgeräte“, erläutert Weber.

Im Rahmen eines Pilotprojekts waren vor einem Jahr 14 Schulen mit WLAN ausgestattet worden. Die Erfahrungen der Schulen fließen nun in den Ausbau des drahtlosen Internet in der Fläche ein. Pro Jahr werden etwa 30 Schulen mit WLAN und neuen Endgeräten versorgt, so dass bis zum Ende der Laufzeit des Digitalpakts im Jahr 2024 alle 167 Schulen in Trägerschaft der Stadt Frankfurt entsprechend ausgestattet sind.

„Der Magistrat hat sich beim Ausbau der Infrastruktur für das städtische WLAN entschieden. Damit wird das Modell nicht weiterverfolgt, dass Schulen sich über externe Dienstleister selbst mit WLAN ausstatten. Die digitale Infrastruktur der Schulen auszubauen ist eine städtische Aufgabe und ich bin froh, dass es nun eine einheitliche und klare Regelung gibt“, sagt die Bildungsdezernentin.

Weitere Mittel aus dem Digitalpakt im Umfang von zwölf Millionen Euro fließen in die Präsentationstechnik an den Schulen, also in die Ausstattung der Klassenzimmer mit Beamern und interaktiven Whiteboards. Für die besonderen Bedarfe der beruflichen Schulen sind zusätzlich acht Millionen Euro vorgesehen. Darunter fällt die Anschaffung von digitalen Geräten und Werkzeugen zur Unterstützung der berufsbezogenen Ausbildung, die Verbesserung des Supports für die beruflichen Schulen sowie zusätzliche Präsentationstechnik.

„Angesichts der Digitalisierung der Arbeitswelt ist es notwendig, die beruflichen Schulen mit der Ausstattung zu versorgen, die die Auszubildenden aus ihren Betrieben kennen. Vom Heizungsbau bis hin zum Buchdruck läuft vieles digital – hier haben die beruflichen Schulen entsprechend hohe Anforderungen an digitale Geräte und Maschinen“, unterstreicht Weber die besondere Situation der beruflichen Schulen.

Ein Teil der Mittel des Digitalpakts ist auch für die Unterstützung des inklusiven Unterrichts vorgesehen. Gerade Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen, beispielsweise im Hinblick auf die Förderschwerpunkte Hören und Sehen, können in ihren Lernmöglichkeiten profitieren, wenn sie Geräte mit speziell auf sie zugeschnittenen Anwendungen nutzen. Darüber hinaus ist der Ausbau von Clouddiensten vorgesehen sowie Investitionen in die Serverstruktur und die Gebäudeverkabelung an den Schulen.

„Der heutige Magistratsbeschluss ist ein Signal des Aufbruchs an die Schulen. Gerade in der aktuellen Corona-Krise ist das eine wichtige Botschaft an die Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen und Schüler. Wir wollen den digitalen Wandel an den Schulen unterstützen, wir investieren in die digitale Infrastruktur und wir stellen die Mittel und Geräte für eine zeitgemäße Pädagogik zur Verfügung“, sagt Weber.

Die digitale Ausstattung wird von den Schulen jeweils separat beim Schulträger beantragt und von der Stadt Frankfurt dann in Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt in Auftrag gegeben. „Der Magistrat legt nun seinen Vorschlag zur digitalen Ausstattung der Schulen der Stadtverordnetenversammlung vor, die im Juni darüber entscheiden wird. Danach werde ich die Schulen über das weitere Vorgehen und die Antragstellung informieren“, erläutert Weber die weiteren Schritte.

Der Digitalpakt ist ein Förderprogramm des Bundes und der Länder für den Ausbau der digitalen Bildungsinfrastruktur. Er hat eine Laufzeit von 2019 bis 2024. In Hessen sind die Förderrichtlinien für den Digitalpakt im Dezember 2019 verabschiedet worden.

Die SPD-Fraktion im Römer begrüßt die Entscheidung des Magistrats sehr, dass alle Frankfurter Schulen flächendeckend ans WLAN angeschlossen werden und dafür die Gelder aus dem Digitalpakt des Bundes verwendet werden können. „Dies ist ein wichtiger Erfolg der Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). Gerade in Zeiten von Home-Schooling ist es umso wichtiger, dass Frankfurter Schulen mit modernster Technik für den digitalen Unterricht fit gemacht und mit mobilen Endgeräten für flächendeckendes WLAN ausgestattet werden“, freut sich Hubert Schmitt, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Römer.