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Letzte Aktualisierung: 15.11.2019

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Frankfurter Erstaufführung von Pénélope

Poème lyrique in drei Akten von Gabriel Fauré

von Ilse Romahn

(04.11.2019) Pénélope ist die einzige Oper des französischen Komponisten Gabriel Fauré (1845-1924), der sich Ende des 19. Jahrhunderts vornehmlich durch Kunstlieder sowie Klavier- und Kammermusik einen Namen gemacht hatte.

Bildergalerie
Joanna Motulewicz
Foto: Nikola Lund
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Paula Murrihy
Foto: Barbara Aumüller
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1907 wies die Sopranistin Lucienne Bréval den in reifem Alter befindlichen Tonsetzer auf einen Text von René Fauchois hin, der auf den letzten Gesängen von Homers Odyssee beruht. Faurés Vertonung vereint sowohl die Leitmotivtechnik Wagners als auch den impressionistischen Stil Debussys. Der Uraufführung am 4. März 1913 am Opernhaus von Monte-Carlo folgte nur wenige Monate später die ungleich erfolgreichere Darbietung am Pariser Théâtre des Champs-Élysées. Die Deutsche Erstaufführung fand 2002 in Chemnitz statt.

Seit 20 Jahren wartet Pénélope auf die Rückkehr ihres Mannes Ulysse aus dem schon längst beendeten Trojanischen Krieg. Den um sie werbenden Freiern gibt sie zu verstehen, dass sie keinen von ihnen erhören werde, solange sie das Totenhemd ihres Schwiegervaters Laertes nicht fertig gewebt hat. Niemand weiß, dass sie die Handarbeit nachts immer wieder auftrennt. Da kommt ein Bettler an den Hof, in dem nur die Amme Euryclée Ulysse erkennt. Pénélope selbst bleibt ahnungslos. Als die Freier deren List durchschauen und auf eine Entscheidung drängen, folgt sie dem Rat des Bettlers: Denjenigen, dem es gelingt, den Bogen ihres Mannes zu spannen, verspricht sie zu heiraten. Alle scheitern, nur Ulysse ist siegreich. Nachdem er die Freier getötet hat, kann er seine Frau endlich in die Arme schließen.

Die musikalische Leitung liegt bei der deutschen Dirigentin Joana Mallwitz. Seit 2018/19 ist sie Generalmusikdirektorin am Staatstheater Nürnberg und wurde soeben vom Fachmagazin Opernwelt zur „Dirigentin des Jahres" 2019 gekürt. An der Oper Frankfurt debütierte sie 2016/17 mit Debussys Pelléas et Mélisande, 2017/18 folgte Lehárs Die lustige Witwe. Noch in der Saison 2019/20 wird sie mit Strauss’ Salome an den Main zurückkehren. Corinna Tetzel war der Oper Frankfurt von 2011 bis 2017 als Regieassistentin verbunden und inszenierte hier u.a. 2014/15 die Uraufführung von Lior Navoks An unserem Fluss sowie 2017/18 den Doppelabend aus Saed Haddads A Wintery Spring (UA) und Jan Dismas Zelenkas Il serpente di bronzo (sz. EA), alle im Bockenheimer Depot. Zu ihren jüngsten Arbeiten gehört u.a. Stefan Johannes Hankes Kinderoper Der Teufel mit den drei goldenen Haaren 2018 an der Theaterakademie August Everding im Prinzregententheater München. Die irische Mezzosopranistin Paula Murrihy (Pénélope) zählte von 2009 bis 2017 zum Ensemble der Oper Frankfurt und ist seither mit großem Erfolg freiberuflich tätig. Zu ihren letzten Gastengagements gehört u.a. Idamante in Mozarts Idomeneo bei den Salzburger Festspielen 2019. Eric Laporte (Ulysse) gibt sein Hausdebüt und wird später in der Saison als Kurfürst in Henzes Der Prinz von Homburg zurückkehren. Zu den jüngsten Aufgaben des frankokanadischen Tenors zählen Wagners Lohengrin am Staatstheater Nürnberg. Die polnische Mezzosopranistin Joanna Motulewicz (Euryclée) war 2017/18 in Frankfurt als Bronka in Weinbergs Die Passagierin zu erleben. Die weiteren Partien sind fast alle mit Angehörigen des Frankfurter Ensembles und Opernstudios besetzt.

Premiere / Frankfurter Erstaufführung: Sonntag, 1. Dezember 2019, um 18.00 Uhr im Opernhaus
Weitere Vorstellungen: 6., 11., 15. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren)Dezember 2019, 11., 17., 23. Januar 2020
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr

Preise: € 15 bis 165 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Karten sind bei den üblichen Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf (069)21249494 erhältlich.