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Frankfurter Erstaufführung: Ulisse im Opernhaus

Oper in einem Prolog und zwei Akten von Luigi Dallapiccola

Am 22. September 1968 wurde Ulisse von Luigi Dallapiccola (1904-1975) an der Deutschen Oper Berlin zur Uraufführung gebracht. Der Odysseus-Mythos beschäftigte den italienischen Komponisten sein ganzes Leben lang, und so verfasste er das Libretto seiner letzten Oper selbst, inspiriert von Dante Alighieris Divina Commedia und ausgehend von unzähligen Bearbeitungen des Stoffes.
 Tatjana Gürbaca
Tatjana Gürbaca
Foto: Tobias Kruse /Ostkreuz
Iain MacNeil
Iain MacNeil
Foto: Barbara Aumüller

Odysseus erscheint darin als ein zerrissenes Individuum auf der rastlosen Suche nach (Selbst-)Erkenntnis. Das über mehrere Jahre hinweg entstandene Werk wird von einem Netz an Zwölfton-Reihen durchzogen, die allesamt aus der als „Mare I“ benannten Ur-Reihe hervorgehen. Die 13 Episoden der Handlung zeichnen sich durch eine je eigene Klangfarbe aus: Im Zentrum der symmetrisch angeordneten Bilderfolge steht die dunkel instrumentierte Hades-Szene.

Im Reich der Phäaken gestrandet, lässt Odysseus verschiedene Stationen seiner Irrfahrt Revue passieren: Die verführerisch-selbstvergessene Welt der Lotophagen, die intellektuell prägende Liaison mit der Zauberin Kirke sowie den Gang in den Hades, wo er seiner verstorbenen Mutter begegnet. Zurück in seiner Heimat Ithaka wird Odysseus zunächst nicht wiedererkannt und als „Niemand“ verspottet. Der Schmerz über den Identitätsverlust treibt ihn zur Rache: Er tötet die Freier, welche um seine Ehefrau Penelope werben, bevor er zu seiner letzten Expedition aufbricht. Allein auf weiter See glaubt er schließlich, die Existenz einer höheren Ordnung zu erkennen, in der seine inneren Ambivalenzen aufgehoben sind.

Der Italiener Francesco Lanzillotta stellte sich erstmals 2018/19 mit der konzertanten Aufführung von Verdis La traviata an der Oper Frankfurt vor. Der ehemalige musikalische Leiter des Macerata Opera Festivals debütierte unlängst mit La Bohème an der Bayerischen Staatsoper und zählt Engagements an der Wiener Staatsoper sowie dem Teatro Massimo in Palermo zu seinen aktuellen Aufgaben. Tatjana Gürbaca gibt ihr Debüt im Haus am Willy-Brandt-Platz. Die europaweit gefragte Regisseurin setzte sich bereits 2003 erfolgreich mit Dallapiccolas Einakter Il prigioniero an der Volksoper Wien auseinander. In der Titelpartie debütiert der kanadische Bariton Iain MacNeil, der seit der Spielzeit 2019/20 das hiesige Ensemble verstärkt und jüngst u.a. als Spielmann (Königskinder) begeisterte. Der belgische Tenor Yves Saelens (Demodokos / Teiresias) war zuletzt 2019/20 als Bajazet in Händels Tamerlano im Bockenheimer Depot (Wiederaufnahme im Dezember 2022) zu Gast. Die französisch-zypriotische Sopranistin Sarah Aristidou (Nausikaa) debütierte 2020/21 als Zerbinetta (Ariadne auf Naxos; konzertant) am Main. Aktuell erneut in der Partie der Sorceress (Dido and Aeneas) zu erleben, kehrt der mehrfach ausgezeichnete St. Petersburger Countertenor Dmitry Egorov (Telemachos) hierher zurück. Alle weiteren Partien sind mit (ehemaligen) Mitgliedern des Ensembles, Opernstudios und Chors der Oper Frankfurt besetzt.

Premiere: Sonntag, 26. Juni 2022, um 18 Uhr im Opernhaus
Weitere Vorstellungen: 1., 7., 10. (18 Uhr), 15., 18., 21. Juli 2022
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19 Uhr

Preise: € 15 bis 182 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Karten sind bei den üblichen Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im Telefonischen Vorverkauf (069)21249494 erhältlich.


(Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper)