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Letzte Aktualisierung: 12.08.2020

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Frankfurter Corona-Sammlung: 200 Objekte und 250 Uploads bisher gesammelt

Eine Auswahl ist ab sofort im Ausstellungsbereich ‚Frankfurt Jetzt!‘ bis Herbst zu sehen

von Ilse Romahn

(17.07.2020) Gemeinsam mit Frankfurter Bürgern dokumentiert das Historische Museum Frankfurt (HMF), wie die Pandemie unseren Alltag und das Stadtleben veränderte und weiterhin verändert.

Liedblatt „Die Oberlindau singt“
Foto: Stadt Frankfurt / Horst Ziegenfusz
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Seit dem Aufruf an die Stadtbevölkerung Ende März sammelt das Museum Bilder, Texte, Audios, Videos, Fotos, Objekte und Geschichten aus Frankfurt. So wurden für die Museumssammlung rund 200 „Corona-Objekte“ vorgeschlagen und im Stadtlabor Digital erfolgten etwa 250 Uploads von rund 60 Personen. Eine Auswahl der rund 450 Einreichungen wird ab sofort im Stadtlabor präsentiert.

Was wurde gesammelt?
Die ersten Einreichungen waren Bilder der vielen Aushänge, die im März überall im Stadtraum auftauchten: Schaufenster informierten über Ladenschließungen und verwiesen auf Online-Shops, an Laternenpfählen boten Menschen ihre Hilfe beim Einkaufen an, an Balkonen und Gartenzäunen hingen „Danke-Schilder“ für das Pflegepersonal, den Bäckerei- und Supermarktmitarbeitern dankte man mit selbstgestalteten Plakaten. Schnell ging es um Klopapier, um den selbstgenähten Mund- und Nasenschutz oder die Menschenschlangen vor den Supermärkten. Mit der Zeit kamen auch immer mehr genuin digitale Objekte dazu, wie etwa Videoclips einer Zoomparty aus Sachsenhausen.

Bei den Einreichungen für das Stadtlabor Digital stand die Dokumentation des veränderten Alltags im Mittelpunkt. Viele Fotografien zeigen die ungewohnt leere Stadt: Straßen ohne Autos, Rollbahnen ohne Flugzeuge, menschenleere S-Bahnen und U-Bahnhöfe, oder Markierungen, die dazu auffordern, den empfohlenen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Die Illustratorin Leonore Poth steuerte bislang 100 Tagespostkärtchen bei. In ihrem gezeichneten Corona-Tagebuch hält sie täglich besondere oder denkwürdige Begebenheiten zeichnerisch fest.

Auch erreichte das HMF eine Mail vom Ambulanten Kinder-und Jugendhospizdienst Frankfurt/Rhein-Main: „Unter dem Motto ‚Ich sehe was, was Du nicht siehst‘ haben wir Kulleraugen an die Familien geschickt mit der Bitte, in der Wohnung, im Garten, im Wald, in der Klinik,… - egal, wo sie gerade sind - auf die Suche nach schönen Fotomotiven zu gehen. Sie legen die Augen zum Motiv, fotografieren es und lassen so Männchen, Gesichter oder Waldwesen entstehen. Täglich erreichen uns schöne Fotos, die uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Wir planen, mit diesen Fotos im Nachhinein als Erinnerung ein Memory für die Kinder der Familien zu erstellen.“ Das Memory hat inzwischen das Museum erreicht und ist nun auf Ebene 3 zu sehen.

Weiter sammeln!
Das HMF sammelt weiterhin zum Umgang mit den Lockerungen nach dem Lockdown und den sich stetig verändernden Erfahrungen mit der Pandemie. Die Kuratorinnen des HMF möchten gemeinsam mit den Einsendern und der Öffentlichkeit im Lauf dieses und des kommenden Jahres durch Workshops oder andere, auch digitale, Formate darüber diskutieren, wie und was in die Sammlung aufgenommen wird.

Wer sich beteiligen möchte, kann das über das Stadtlabor Digital tun oder sich an die zuständigen Kuratorinnen wenden: 
Kuratorin Stadtlabor Digital,  Angela Jannelli,  angela.jannelli@stadt-frankfurt.de 
Sammlungskuratorinnen, Nina Gorgus,  nina.gorgus@stadt-frankfurt.de
Dorothee Linnemann  dorothee.linnemann@stadt-frankfurt.de
 
Weitere Informationen gibt es unter http://www.historisches-museum-frankfurt.de/corona-sammlung und http://www.historisches-museum-frankfurt.de/stadtlabor-digital im Internet. (ffm)