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Letzte Aktualisierung: 14.07.2024

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Frankfurt und die Region Rhein-Main werden World Design Capital 2026

von Ilse Romahn

(14.09.2023) Die World Design Organization (WDO) mit Sitz in Montreal, Kanada, hat in einer Videokonferenz am Dienstag, 12. September, bekannt gegeben, dass Frankfurt und die Rhein-Main-Region den weltweit angesehenen Titel World Design Capital für das Jahr 2026 erhalten wird.

Neben Riad in Saudi-Arabien war Frankfurt/Rhein-Main mit dem Claim „Design for Democracy. Atmospheres for a better life“ unter den zwei Finalisten, die das internationale und alle Kontinente repräsentierende Komitee der WDO ausgewählt hatte und setzte sich gegen die Konkurrenzstadt durch. Bei der Jahreshauptversammlung World Design Assembly der WDO in Tokio, Japan vom 27. bis 29. Oktober wird der Titel an Frankfurt/Rhein-Main feierlich verliehen. Im ersten Quartal 2024 findet die World Design Capital Signing Ceremony statt, an der das Host City Agreement offiziell unterschrieben wird. Dies ist der Startpunkt für das World Design Capital-Jahr 2026.
 
In der Videokonferenz bedankte sich der WDO Geschäftsführer, Bertrand Derome für die überzeugende sowie umfangreiche Bewerbung und gratulierte Frankfurt/Rhein-Main zum Titel World Design Capital 2026. Bertrand Derome war bereits im Juli 2023 gemeinsam mit Eunjoo Maing von der WDO für einen dreitägigen Besuch in der Region Frankfurt/Rhein-Main.
 
Der Titel World Design Capital wird alle zwei Jahre von der WDO vergeben und ist ein international anerkanntes Programm, initiiert aus der Gestaltungsbranche als Würdigung von Städten und Regionen für ihren effektiven Einsatz von Design zur Förderung der kulturellen, wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Entwicklung. In einem einjährigen Veranstaltungsprogramm präsentiert sich die designierte Stadt oder Region als Zentrum für Design, Kreativität und Innovation. Sie wird Teil eines internationalen Netzwerks. Die internationale Auszeichnung ging in der Vergangenheit an Städte wie Helsinki, Kapstadt, Lille Métropole, Seoul oder Mexiko City. Diese Städte haben sich zu prominenten Designzentren entwickelt, die noch heute von ihrer Ernennung zur World Design Capital profitieren.
 
Seit über zwei Jahren hat das Team der Projektgesellschaft unter der Leitung von Prof. Matthias Wagner K im Auftrag der Stadt Frankfurt und des Kulturfonds Frankfurt/Rhein-Main die Bewerbung ausgearbeitet und intensiv vorangetrieben. Der Zeitraum wurde genutzt, um mit diversen Kooperationspartnerinnen und -partner und partizipativen Formaten sowie Akteurinnen und Akteuren, Initiativen sowie Unterstützerinnen und Unterstützern eine gemeinsame Bewegung zu starten.
 
Oberbürgermeister Mike Josef gratuliert: „Mein Glückwunsch gilt unserer Stadt und der gesamten Rhein-Main-Region dafür, dass sie überzeugt hat und nun ein Labor sein kann für die demokratische Gestaltung unserer Lebenswelt. Ich danke Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig und der Projektgesellschaft um Prof. Matthias Wagner K sowie Stephanie Wüst, Dezernentin für Wirtschaft, Recht und Stadtmarketing für die großartige Bewerbung. Auch danke ich dem Kulturfond Frankfurt RheinMain für das große Engagement bei der Bewerbung und dem Land Hessen für die finanzielle Unterstützung des Projektes. Dass sich Frankfurt nun ,World Design Capital‘ nennen darf, ist eine Chance auch für die Region, enger zusammenzurücken und gemeinsam Lebensraum zu gestalten.“
 
„Ich gratuliere den Bürgern von Frankfurt und der RheinMain-Region zum Titel World Design Capital 2026. Dies ist ein Verdienst gemeinschaftlicher Anstrengungen. Der Titel bietet eine große Chance für das Handlungsfeld Kultur, das einen umfangreichen Teil der Bewerbung ausmachte. Wir wollen uns gemeinsam mit Design for Democracy auf die vorhandenen und neu zu gestaltenden kulturellen Orte in der Region Frankfurt RheinMain konzentrieren, die die Chance ergreifen, über das inhärente Kulturgut, das sie mit ihren eigenen Produktionen und Veranstaltungen vermitteln, das Gemeinwohl zu fördern und ihre Strahlkraft in die Welt hinauszutragen. Wir alle freuen uns darauf, Gastgeberstadt und -region für eine Vielzahl von Besuchern zu sein“, sagt Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft.
 
„Ich freue mich sehr, dass Frankfurt und die Rhein Main Region nun den Titel World Design Capital 2026 tragen. Wir haben uns nicht darum beworben, um uns mit dem Titel zu schmücken, sondern wichtig war innerhalb des gesamten Zeitraums, dass durch die Bewerbung eine Bewegung entsteht, die für eine demokratische Kultur der Freiheit steht. Und das ist uns gelungen. Unsere Tour durch die Rhein-Main Region, zahlreiche Diskussionen und Konferenzen haben bereits jetzt gezeigt, wie groß der Bedarf in Frankfurt/Rhein-Main ist, über die Themen, die unsere Zukunft betreffen, zu sprechen. Hieraus ergibt sich bereits heute ein weitverzweigtes, regionales Netzwerk, eine neue Gemeinschaft, auf die die Bewegung bauen kann und die einem abwartenden ,Weiter so‘ ein konstruktives ,Gemeinsam anders machen‘ entgegensetzt, das weit über die Kunst- und Designszene hinaus geht. Der Projektkatalog, der durch die Bewerbung entstanden ist, ist ein beeindruckender Fundus, aus dem jetzt geschöpft werden kann. Mit dem Titel bauen wird auf dieses bereits geschaffene Fundament“, sagt Prof. Matthias Wagner K, Direktor des Museum Angewandte Kunst und Leiter der Bewerbung.
 
„Unser gemeinsames Ziel war der ganz große Wurf: Frankfurt/Rhein-Main. World Design Capital 2026. Dieses Ziel haben wir erreicht, in wenigen Tagen geht die Arbeit erst richtig los. Bis dahin bin ich vor allem stolz auf unsere Stadt und die gesamte Rhein-Main Region und dankbar für das großartige Team, das in so kurzer Zeit bereits so viel erreicht hat. Stadt und Region haben mit ihrer wirtschaftlichen und urbanen Qualität, aber auch als dynamischer und widerstandsfähiger Standort mit hervorragendem Zukunftspotenzial überzeugt. Die Vernetzung untereinander ist ungeheuer wichtig und wäre auch im Fall eines Scheiterns im Finale als bleibender Wert erhalten geblieben. Nun ist der Titel ein zusätzlicher mächtiger Impuls für die internationale Wahrnehmung und die Entwicklung unseres Kreativstandorts. Frankfurt und die Rhein-Main Region erhalten dadurch vielfältige Möglichkeiten, Projekten Raum für Diskussion, Entwicklung und Realisierung zu geben und so vielleicht auch dem hohen Gut der Demokratie eine neue Facette hinzuzufügen“, sagt Stephanie Wüst, Dezernentin für Wirtschaft, Recht und Stadtmarketing.
 
„Die erfolgreiche Bewerbung von Frankfurt und der Region RheinMain als World Design Capital 2026 ist ein strahlendes Beispiel für die Kraft der kulturellen Zusammenarbeit auf allen Ebenen. Ich bin stolz darauf, dass wir nun gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern dieses bedeutende Ereignis ausrichten dürfen und der Welt die kulturelle Identität Frankfurts und der gesamten Region näherbringen können. Diese Auszeichnung wird zugleich die Attraktivität unserer Metropolregion weiter steigern und den Vernetzungsgedanken innerhalb der Region wie auch mit anderen Städten und Nationen vorantreiben. Gemeinsam gestalten wir die Zukunft durch Kultur, und die Welt wird auf Frankfurt RheinMain als Quelle kreativer Inspiration blicken“, freut sich Karin Wolff, Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt/Rhein-Main, über die erfolgreiche Bewerbung Frankfurt und der Rhein-Main-Region als World Design Capital 2026.
 
Frankfurt/Rhein-Main hatte sich mit dem Claim „Design for Democracy. Atmospheres for a better life“ beworben. Ziel des konzipierten Programms 2026 von „Design for Democracy. Atmospheres for a better life“ ist es, hier in der Rhein-Main-Region ein nachhaltiges, partizipatives internationales Zentrum des Designs, der Design-Disziplinen und Design-Methoden für Menschen aus aller Welt entstehen zu lassen. Ein Knotenpunkt (Design Hub) für alle bereits existierenden Design-Initiativen, Grassroots-Initiativen, Hochschulen mit Gestaltungsschwerpunkt, NGOs, Vertreter aus Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Recht, Technik, Wissenschaft und Kultur sowie der Bürgerschaft auf Basis anschaulicher historischer Gestaltungsumbrüche, bereits vorhandener und neuer projektierter Projekte. Und nicht zuletzt soll Design Frankfurt und der Region eine gemeinsame Identität geben. Unter dem gemeinsamen Nenner Design for Democracy kann nun gezielt in Zusammenarbeit mit allen Städten und Gemeinden der Region an der Umsetzung von Projekten gearbeitet werden. Der Titel World Design Capital Jahr 2026 sorgt hierbei für die internationale Aufmerksamkeit.
 
Im Sinne von „Design for Democracy. Atmospheres for a better life“ wurden in der Bewerbung zwölf Handlungsfelder definiert, die in der Gestaltung des gesellschaftlichen Miteinanders am drängendsten sind. Sie bestimmen und strukturieren die Basisarbeit als Plattformgeber zur Entwicklung des Programms für das World Design Capital 2026: Arbeiten, Bauen, Bildung, Energie, Gesundheit, Industrie, Konsum, Kultur, Mobilität, öffentlicher Raum, Sport und Wohnen. Für die Handlungsfelder wurden aus der gesamten Frankfurt RheinMain Region über 100 Projekte eingereicht, die nun einen beeindruckenden Wert für die Stadt und ihr Umland darstellen. Hierzu zählen unter anderem als Großprojekte: Designkioske Frankfurt RheinMain, A Step Ahead – Mathildenhöhe, Darmstadt Neuer Campus Hochschule für Gestaltung (HfG), Offenbach am Main, Haus der Demokratie, Frankfurt am Main, Life Science Hub – biomindz, Mainz, Seilbahn High*Line, Offenbach–Frankfurt, Station Mitte, Offenbach am Main, Kulturcampus, Wiesbaden. Darüber hinaus fanden weitere Projekte aus der gesamten Region Eingang in die Bewerbung.
 
Die Vorstellung der Planung für das Jahr 2026 wird im Oktober im Rahmen einer Pressekonferenz stattfinden. (ffm)