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Letzte Aktualisierung: 02.04.2020

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Frankfurt lässt sich die Fastnacht nicht verbieten: ‚Niemand kann uns einschüchtern!‘

von Ilse Romahn

(26.02.2020) Trotz der bestürzenden Nachrichten über die menschenverachtenden Attacken von Hanau und Volkmarsen hat sich am Dienstag, 25. Februar, der närrische Lindwurm der Zuggemeinschaft Klaa Paris zum 181. Mal in Bewegung gesetzt, um Heddernheim für einen Tag zum Mittelpunkt der Frankfurter Fastnacht zu machen.

Oberbürgermeister Peter Feldmann bei der Fastnacht in Klaa Paris
Foto: Stadt Frankfurt / Holger Menzel
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Unter dem Motto „Das Handwerk hat seit langem schon, in Frankfurts Fastnacht Tradition!“ zelebrierten neben Seiner Tollität Jonas I. und Ihrer Lieblichkeit Sandra I. tausende Frankfurter den Straßenkarneval und setzten ein friedliches Zeichen gegen Hass, Gewalt und Terror.

Auch Oberbürgermeister Peter Feldmann beteiligte sich am Umzug durch Klaa Paris und richtete eine deutliche Botschaft an das närrische Volk: „Obzwar uns allen noch die schrecklichen Taten der vergangenen Tage in den Knochen stecken, ist es wichtig, an diesem Tag auf die Straße zu gehen und zu zeigen, dass wir Frankfurter uns weder von wahlloser Gewalt, noch von rassistisch motivierten Taten einzelner einschüchtern lassen. In Gedanken sind wir bei den Opfern von Hanau und Volkmarsen. Aber wir glauben, dass es das falsche Signal gewesen wäre, den Umzug durch Klaa Paris abzusagen“, sagte das Stadtoberhaupt.

Feldmann bedankte sich zudem bei den Organisatoren der Zuggemeinschaft Klaa Paris, die im Zuge des Angriffs vom Vortag ihr Sicherheitskonzept bis in den späten Abend in enger Rücksprache mit der Polizei überarbeitet hatten. Auch beim Großen Rat der Frankfurter Karnevalsvereine und dessen Vorsitzenden Axel Heilmann bedankte sich der Oberbürgermeister für die erfolgreiche diesjährige Karnevalskampagne. Diese habe „deutlich gezeigt, dass sich die Frankfurter Stadtgesellschaft nicht spalten lässt und in guten wie in schwierigen Zeiten für einen klaren Wertekanon“ einstehe: „Ich sagte es schon oft und werde es wiederholen, so lange es nötig ist: In Frankfurt ist kein Platz für Rassismus. Wir werden keinen Zentimeter zurückweichen, wenn jemand versucht, unsere freiheitliche Lebensweise zu attackieren, wir lassen uns nicht einschüchtern!“ (ffm)