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Letzte Aktualisierung: 04.06.2020

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Frankfurt hält erstmals WHO-Lärmgrenzwerte ein

von Ilse Romahn

(20.05.2020) Im April 2020 ist der Dauerschallpegel an einigen Standorten in Frankfurt um mehr als zehn Dezibel zurückgegangen.

„Das bedeutet: Erstmals wurden an einigen unserer Lärmmessstationen in Frankfurt der WHO-Richtwert von 40 Dezibel nachts und 45 Dezibel ganztags eingehalten, teils sogar unterschritten“, verkündete Ursula Fechter, die ständige Vertreterin des Oberbürgermeisters zum Thema Fluglärmschutz. Um zeitnah die Auswirkungen der dramatisch zurückgegangenen Flugbewegungen zu dokumentieren hat die Stabsstelle, unabhängig von dem quartalsweise veröffentlichten Fluglärm-Monitoring, die Werte extra für April 2020 ausgewertet.

Diese Lärmreduzierung durch die wenigen Überflüge am Frankfurter Flughafen wird gerade von den Bürgern im Frankfurter Süden bestätigt und als erhebliche Verbesserung wahrgenommen. Die durchgeführten Messungen bestätigen, dass auch die Reduzierung des auf den Monat bezogenen Mittelwerts deutlich wahrnehmbar ist.

Andererseits machen sich durch die Corona-bedingten Lockerungen des Nachtflugverbots die genehmigten Ausnahme-Flugbewegungen in der Zeit von 23 Uhr bis 5 Uhr in den Messungen stark bemerkbar. So ist an einigen Stationen nur eine geringfügige Verringerung messbar. Die hier im öffentlichen Interesse stattgefundenen 70 Flüge wurden von der Stabsstelle für Fluglärmschutz beim dafür zuständigen Hessischen Verkehrsministerium angefragt. Eine Rückmeldung steht bislang noch aus. „Der Schutz der Nacht muss aber nach der Pandemie wieder im Vordergrund stehen“, sagte die Fluglärmschutzbeauftragte Fechter.

Dahingehend ist der Antrag von Frankfurt, das Incentive Programm zu stoppen, zu begrüßen. Damit würde nämlich die Anzahl der oftmals verspäteten Low-Cost-Carrier am Frankfurter Flughafen abnehmen und somit eine Lärmreduzierung in den Nachtrandstunden für die Anwohner einhergehen. (ffm)