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Letzte Aktualisierung: 15.11.2019

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Frankfurt frischt auf – und siegt

Bund zeichnet Förderprogramm mit 25.000 Euro Preisgeld aus

von Ilse Romahn

(07.11.2019) Das Förderprogramm „Frankfurt frischt auf – 50% Klimabonus“ gehört zu den Gewinnern beim Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2019“.

Cornelia Rösler (Deutsches Institut für Urbanistik), Peter Dommermuth (Leiter Umweltamt), Lara-Maria Mohr (Umweltamt), Sven Plöger (Moderator), Dörte Ratzmann (Bundesumweltministerium), Hans-Georg Dannert (Umweltamt)
Foto: Stadt Frankfurt / Peter Himsel
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Bei dem vom Bundesumweltministerium und dem Deutschen Institut für Urbanistik ausgeschriebenen Wettbewerb hat die Stadt Frankfurt ein Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro gewonnen. Umweltamtsleiter Peter Dommermuth hat am Dienstag, 5. November, den Preis in Berlin entgegengenommen.

„Die Auszeichnung ist die Bestätigung dafür, dass wir mit dem Förderprogramm die richtigen und notwendigen Anreize setzen“, sagte Dommermuth. „Neben Investitionen in den Klimaschutz sind auch Maßnahmen zur Klimaanpassung unabdingbar.“

Prämiert wurde das seit 2017 laufende Förderprogramm „Frankfurt frischt auf“ für seinen integrativen Ansatz. Damit motiviert, berät und unterstützt die Stadt Bürger – auch finanziell – dabei, Maßnahmen zur Klimaanpassung in Neubau und Bestand eigenverantwortlich umzusetzen. Wer sein Dach, seine Hausfassade oder seinen Hinterhof begrünen möchte, kann dafür 50 Prozent der Kosten von der Stadt erhalten. Zudem gibt es den Klimabonus auch für die Einrichtung von Trinkbrunnen.

„Gerade hat die Stadtregierung ein Klimapaket und darin unter anderem eine Trinkbrunnenoffensive beschlossen. Hier möchten wir ansetzen und weitere öffentliche Trinkbrunnen realisieren“, hob Dommermuth hervor. Damit erfüllt die Stadt die Vorgabe, nach der das Preisgeld in die Umsetzung weiterer Vorhaben zum Klimaschutz oder zur Anpassung an den Klimawandel investiert werden muss.

Die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter gratulierte der Stadt Frankfurt und den weiteren Preisträgern. Schwarzelühr-Sutter sagte: „Der Schlüssel zum Klimaschutz liegt in den Kommunen. Sie sind unverzichtbare Partner bei der Umsetzung der Energiewende und dem Erreichen der Klimaschutzziele. Kommunen, die im Klimaschutz vorangehen, motivieren ihre Bürgerinnen und Bürger und ortsansässige Unternehmen zu einem klimafreundlichen Verhalten und können auch andere Kommunen mitziehen.“

„Frankfurt frischt auf“ richtet sich vorrangig an private Gebäudeeigentümer. Sie können sich kostenlos und unverbindlich zu den Möglichkeiten ihres persönlichen Beitrags zur Klimaanpassung beraten lassen, beispielsweise zur Begrünung von Dächern und Fassaden oder zur Entsiegelung von Höfen. Mit Hilfe des städtischen Klimaplanatlasses wird dann die Wirksamkeit potenzieller Maßnahmen bewertet und bei Eignung gibt es für die Umsetzung eine finanzielle Unterstützung.

Für das Programm stehen von 2017 bis 2021 insgesamt zehn Millionen Euro zur Verfügung. Das Angebot kommt an: Im ersten Jahr der Umsetzung fanden bereits 140 Beratungen statt, derzeit werden 50 Projekte realisiert.

Als stark wachsende und dicht besiedelte Metropole steht Frankfurt vor großen Herausforderungen, um ein gutes Stadtklima zu wahren. Schon 2014 hat die städtische Koordinierungsgruppe Klimawandel, die sich aus Vertretern unterschiedlicher Ämter zusammensetzt, die „Frankfurter Anpassungsstrategie an den Klimawandel“ entwickelt. Sie zeigt Wege und Maßnahmen in den Themenbereichen Planen, Bauen, Grün, Mobilität und Verkehr, Wasser sowie Gesundheit auf.

Außerdem hat die Stadt darauf aufbauend einen Klimaplanatlas erstellt, der die lokale klimatische Situation im Hinblick auf verschiedene Messgrößen wie Überwärmungspotenziale, Luftleitbahnen, Kaltluftabfluss oder Vulnerabilität darstellt und der stetig fortgeschrieben wird. Mit dem Förderprogramm können zahlreiche Flächen und Gebäude im Bestand mit einbezogen werden, die durch städtische Maßnahmen nicht erreichbar sind. Umgesetzt wird „Frankfurt frischt auf“ als Kooperationsprojekt von Umwelt- und Grünflächenamt.

Der Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“ (bis 2015 Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz“) wird seit 2009 im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative ausgelobt. In diesem Jahr wurden insgesamt 88 Beiträge in vier unterschiedlichen Kategorien eingereicht. Die Stadt Frankfurt hatte sich in der Kategorie „Klimaanpassung Kommune“ beworben. In dieser Kategorie gab es zehn Bewerber, aus denen drei Gewinner ausgewählt wurden. Kooperationspartner sind der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund.

Weitere Informationen im Internet unter http://www.klimaschutz.de/wettbewerb2019 (ffm)