Archiv-Kultur

Frankfurt fordert Hollywood heraus

Dr. Ina Knobloch will Film-Lücke am neuen KI-Standort Bertramshof schließen/Eine triumphale Bilanz

Was für ein Triumph für den Filmstandort Frankfurt! Die vom 5. bis 9. Juni veranstaltete, hochkarätige Eventreihe rund um das bahnbrechende KI-Filmdokument Deep Frame hat alle Erwartungen übertroffen und zieht eine durchweg euphorische Bilanz. Experten und Begeisterte sind sich nach diesen intensiven Tagen einig: Wir erleben hier gerade die größte Disruption seit Einführung des Tonfilms.

Schauspielerin Anetta Hartorno, Hollywood-Regisseur Henning Morales und Dr. Ina Knobloch freuen sich nach der gelungenen Filmvorführung.
Schauspielerin Anetta Hartorno, Hollywood-Regisseur Henning Morales und Dr. Ina Knobloch freuen sich nach der gelungenen Filmvorführung.
Foto: Thomas Jenning
Beim Kreativwirtschaftsftag diskutieren Schauspielerin Anetta Hartorno, Henning Morales und Dr. Ina Knobloch über eine KI-Hybrid-Doku über Gerd Schüler (ganz links) und das Dorian Grey.
Beim Kreativwirtschaftsftag diskutieren Schauspielerin Anetta Hartorno, Henning Morales und Dr. Ina Knobloch über eine KI-Hybrid-Doku über Gerd Schüler (ganz links) und das Dorian Grey.
Foto: Thomas Jenning
Diskussion mit der Kreativbranche im Neuen Kaiser
Diskussion mit der Kreativbranche im Neuen Kaiser
Foto: Thomas Jenning

Dass Frankfurt im Zentrum dieser globalen Bewegung steht, ist dem unermüdlichen Einsatz einer Frankfurter Medienmanagerin zu verdanken: Die bekannte  preisgekrönte Filmemacherin und Trägerin des Hessischen Filmpreises Dr. Ina Knobloch hat den Hollywood-Regisseur Henning Morales nach Frankfurt geholt, die zukunftsweisende Eventreihe pro Bono für die Hessische Kreativbranche organisiert, durchgeführt – und als Erste überhaupt diese fundamentale Vision für das Land Hessen formuliert.

Das Timing dieser erfolgreichen Eventwoche war perfekt gewählt: Erst vor zwei Wochen eröffneten Ministerpräsident Boris Rhein und Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus feierlich das neue, hochmoderne Anwendungszentrum für KI und Quantencomputing am historischen Frankfurter Bertramshof. Es war die Ministerin selbst, die vor Ort ein klares Ziel für das Zehn-Millionen-Euro-Projekt vorgab: „Wir schaffen hier das Silicon Valley Europas“.

Da die Kreativwirtschaft und der Film in diesem neuen Leuchtturm-Zentrum bislang keine Rolle spielten, hat Dr. Ina Knobloch diese strategische Lücke nun mit einem Paukenschlag geschlossen. Die mehrtägige Veranstaltung hat bewiesen, wie real die Vision eines spezialisierten KI-Film-Hubs am Bertramshof bereits ist. Von diesem geschichtsträchtigen Ort aus soll der amerikanischen Traumfabrik Hollywood direkte Konkurrenz gemacht werden. Mithilfe hochentwickelter KI-Tools wie für Deep Frame im Einsatz lassen sich kostengünstige, fotorealistische, immersive Welten kreieren, für die man früher hunderte Millionen Dollar und riesige Studiokomplexe brauchte.

Diese Initiative greift perfekt in die ambitionierte KI-Strategie des Landes. Aus der Staatskanzlei kommt dazu das passende, unmissverständliche Credo: „Wir müssen vor der Welle schwimmen, um nicht unterzugehen.“ Dr. Ina Knobloch hat mit ihrer Eventreihe den kreativen Motor für diese politische Strategie geliefert. Wie spektakulär die Technologie bereits funktioniert, zeigt auch der ausführliche Bericht des Fachmagazins FlugundZeit, der die enorme visuelle Sprengkraft der Frankfurter Deep-Frame-Präsentationen eindrucksvoll dokumentiert.

Der unaufhaltsame Siegeszug: Weltpremiere beim Tribeca Festival

Dass Künstliche Intelligenz die Nische längst verlassen hat und die internationale Kinowelt im Sturm erobert, bewies zeitgleich ein historischer Paukenschlag aus New York: Mit dem Werk Dreams of Violets wurde gerade der erste, vollständig KI-generierte abendfüllende Spielfilm im offiziellen Wettbewerb des renommierten Tribeca Festivals zugelassen. Ein Meilenstein, der die absolute Aktualität und Dringlichkeit der Frankfurter Initiative unterstreicht.

Die ewige Angst der Rückwärtsgewandten: Ein historisches Déjà-vu

Trotz der euphorischen Resonanz der vergangenen Tage gibt es auch in der heimischen Kulturszene noch zögerliche Stimmen. Für Dr. Ina Knobloch ist dies jedoch ein klares historisches Déjà-vu. Nur rückwärtsgewandte Kulturschaffende verschließen heute noch die Augen vor der neuen Technologie – exakt wie am Ende der 1920er-Jahre bei der Einführung des Tonfilms:

  • Damals beschimpften Kritiker den technischen Fortschritt panisch als „Tod der wahren Kunst“.
  • Selbst Genies wie Charlie Chaplin wetterten vehement gegen den „Sprechfilm“, weil sie den Untergang des Kinos befürchteten.
  • Renommierte Regisseure wie Carl Theodor Dreyer jammerten damals fälschlicherweise: „Ein Stummfilm erzählt mehr mit einem Blick als ein Tonfilm mit tausend Worten“.

Doch der Tonfilm siegte und setzte ungeahnte kreative Energien frei. Genau diese Evolution wiederholt sich jetzt mit der Künstlichen Intelligenz. Dank der Initiative von Dr. Ina Knobloch verschließt Frankfurt nicht die Augen, sondern denkt darüber nach, die Zukunft des weltweiten Kinos ab sofort aktiv selbst zu gestalten und anzuführen. Die Botschaft der Eventwoche hallt nach: Hollywood zieh Dich warm an – Frankfurt übernimmt die Regie.