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Letzte Aktualisierung: 19.10.2020

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Frankfurt fordert Bundeswehr an - 60 Soldaten helfen bei Kontaktnachverfolgung

Oberbürgermeister Feldmann unterschreibt Bundeswehreinsatz

von Ilse Romahn

(14.10.2020) Mit wem hatten Infizierte zuletzt Kontakt? Wo waren sie unterwegs, wen könnten sie angesteckt haben? Zentrale Fragen im Kampf gegen das Corona-Virus. Doch seit die Zahlen in Frankfurt steigen, wird die Kontaktnachverfolgung schwieriger.

Jetzt kriegen die „Corona-Detektive“ des Gesundheitsamts Verstärkung – durch die Bundeswehr. 60 Soldaten werden helfen, die Kontakte von Infizierten zu ermitteln und zu überprüfen. Einen entsprechenden Hilfeleistungsantrag hat Oberbürgermeister Peter Feldmann am Dienstag, 13. Oktober, unterschrieben.

„Strengere Regeln und bessere Kontaktnachverfolgung – diese Doppelstrategie ist unsere Antwort auf die höhere Zahl an Neuninfektionen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes leisten hervorragende Arbeit. Aber auch sie stoßen irgendwann an ihre Grenzen. Es ist gut, dass sie nun von medizinisch qualifizierten Soldatinnen und Soldaten unterstützt werden“, sagt das Stadtoberhaupt.

Gesundheitsdezernent Majer betont: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes arbeiten seit Beginn der Corona-Pandemie mit höchster Einsatzbereitschaft und höchstem Verantwortungsbewusstsein quasi nonstop durch. Dafür kann ich nur immer wieder meinen großen Dank und meine große Anerkennung aussprechen. Aber: Die Belastbarkeit ist endlich und ich bin froh, dass sie – zusätzlich zur bereits auf den Weg gebrachten Unterstützung durch städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Bereitstellung neuer Stellen - jetzt weitere Verstärkung erhalten.“

Gesundheitsamtsleiter René Gottschalk begrüßt die Anforderung der Zusatzkräfte: „Die Pandemie durch Überprüfung von Kontaktketten einzudämmen, bindet viel Personal. Ein Indexfall hat in der Regel zwischen einer und fünf Kontaktpersonen ersten Grades, manchmal auch deutlich darüber. Bei zum Teil mehr als 70 Fällen am Tag ist das ohne Verstärkung nicht zu leisten.“

Die ersten der insgesamt 60 Soldaten sollen bereits diese Woche ihren Dienst antreten. (ffm)