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Letzte Aktualisierung: 16.04.2021

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Frankfurt feiert Norouz mit digitalem Festakt

von Ilse Romahn

(22.03.2021) Gäste aus Kultur, Wissenschaft und Politik begrüßen beim persischen Neujahrsfest Norouz den Frühling.

Am 21. März wird eines der ältesten Feste der Menschheit gefeiert. Seit über 3000 Jahren begrüßen jedes Jahr mehr als 300 Millionen Menschen auf den Balkanhalbinseln, in der Schwarzmeerregion, im Kaukasus, in Zentralasien und im Nahen Osten nach einem langen Winter den Frühling. Im Mittelpunkt des mehrtätigen Norouz Festes steht ein mit sieben symbolischen Elementen feierlich geschmückter Tisch. Der sogenannte Haftsin weist auf die Fruchtbarkeit hin und wird im Frankfurter Römer aufgestellt, um Zusammengehörigkeit zu demonstrieren. Am Donnerstag, 25. März, lädt der Verein MTO Sufi Verband zum digitalen Festakt des Frühlingsfestes mit Musik, Sama, Podiumsdiskussion und Gesprächen ein.

„Norouz, das ursprünglich persische Frühlingsfest, ist längst Teil Frankfurts und Deutschlands. Mit ihm ehren viele Menschen das Leben selbst in einer symbolischen Feier seiner Geburt. Es ist daher kein Zufall, dass die verbindende Schönheit dieses alten Fests der Menschheit und die iranische Poesie auf die deutsche Kulturgeschichte Einfluss ausgeübt haben“, sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig. „Es war zuvorderst der große Sohn Frankfurts Johann Wolfgang Goethe, der 1819 ebenso begeistert wie weitsichtig sprach: ‚Wer sich selbst und andere kennt, der wird auch hier erkennen: Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen.‘ In einer Welt, in der längst alles mit allem zusammenhängt, in der Wanderungsbewegungen und Migration auch Deutschland prägen, ist das uns Menschen Verbindende zu erinnern und Norouz ist einer schöner Anlass, es zu feiern.“

Galia Díez, ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende MTO Sufi Verband Frankfurt und Generalsekretärin des MTO Shahmaghsoudi Hessen, ergänzt: „Letztes Jahr musste unser Festakt aufgrund der Pandemie ausfallen. Doch dieses Jahr wollen wir Norouz in einem neuen, digitalen Format feiern. Norouz ist ein fröhliches, buntes und sehr herzliches Fest, das in der Lage ist, über Ländergrenzen hinweg Kulturen, Sprachen und Glaubensrichtungen zusammenzubringen. Daher wollen wir neben den ‚Norouz-Kennern‘ noch mehr Menschen mit in das Fest einbeziehen, die Norouz bisher noch nicht kennen oder wenig Berührungspunkte damit hatten. Wir freuen uns, ihnen dieses einzigartige Fest vorzustellen, das zum Weltkulturerbe der Menschheit gehört.“

Der digitale Festakt wird am Donnerstag, 25. März, von 18 bis 19.30 Uhr live im Internet übertragen. Neben Norouz-Botschaften von Vertretern aus Kultur, Politik und Gesellschaft, die auch aus Frankfurt stammen, etwa von David Dilmaghani, Leiter des Dezernatsbüros Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt, sowie Gesprächen mit dem Frankfurter Bundestagsabgeordneten Omid Nouripour und der ARD-Korrespondentin und Moderatorin Natalie Amiri, gibt es an diesem Abend Einblicke hinter die Kulissen des Sufismus. Für traditionelle musikalische Einlagen sorgen die Frankfurterin Johanna Leonore Dahlhoff mitsamt der Band Bridges, das Norouz Ensemble aus Köln und das MTO Sufi-Ensemble Zendeh Delan. Der digitale Festakt wird vom Kulturamt der Stadt Frankfurt gefördert.

Eine kostenlose Anmeldung zum Livestream ist unter http://www.norouz2021.eventbrite.com möglich. (ffm)