Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 12.06.2024

Werbung
Werbung

Frühjahrsputz auf der Seebühne in Bregenz

Madame Butterfly erhält Kosmetikbehandlung

von Karl-Heinz Stier

(25.05.2023) Mehr als 20 Meter über dem Bodensee weckt Robert Grammel das Madame Butterfly-Bühnenbild aus dem Winterschlaf. Der Festspielmitarbeiter hängt wie ein Sportkletterer an einem Bergseil inmitten des riesigen Papierbildes. Mit Pinsel und Spachtel glättet der Kascheur die in der kalten Jahreszeit entstandenen kleineren Risse in der Oberfläche.

Frühjahrsputz auf der Seebühne in Bregenz
Foto: www.bregenzerfestspiele.com
***

Es gibt viel zu tun beim Frühjahrsputz auf der Seebühne: Rund 1.340 Quadratmeter Bühnenfläche erhalten eine kosmetische Spezialbehandlung. „Als Theater-Kascheur bin ich für alles zuständig, was an Oberflächenstruktur zu sehen ist“, erläutert Grammel. Das Papierbild besteht aus 117 Einzelteilen, misst rund 23 Meter in der Höhe und 33 Meter in der Breite. Bis Mitte Juni, pünktlich zum Probenbeginn, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Oper von Giacomo Puccini begeisterte im vergangenen Sommer das Publikum, am 20. Juli feiert sie Wiederaufnahme-Premiere.

Und auch gegenüber auf der Tribüne tut sich einiges: Im Rahmen der Festspielhaus-Sanierung werden die Tribünenstühle erneuert. Nun wurde der erste von 6.659 neuen Stühlen montiert.  Wenn die Bauarbeiten im Frühsommer beendet sein werden, ist der ebenfalls neu gestaltete Uferweg wieder öffentlich zugänglich und damit der Blick frei auf die Kulisse von Madame Butterfly. Wer nicht so lange warten will, dem bietet zwischenzeitlich der Online-Röntgenblick faszinierende Blicke nicht nur auf die Seebühne, sondern auch hinter und sogar ins Innere der spektakulären Kulisse. Nach Ende der Saison 2023 folgt dann die Sanierung der Seebühne, und der Uferweg wird erneut geschlossen sein.

Ebenfalls gefordert sind Tonabteilung und Lichtabteilung: Festspieltechniker haben nach Ende der vergangenen Saison Lautsprecher und Scheinwerfer ausgebaut. Ab Mai beginnt der Wieder-Einbau. Sobald die Lautsprecher installiert sind, geht es ans Testen, Messen und Konfigurieren, um bis zum Probenstart Mitte Juni bestens gerüstet zu sein. „Dieses Jahr müssen wir die neue Tribünensituation kennenlernen, um die Lautsprecher entsprechend einzurichten, damit wir wiederum ein optimales Klangerlebnis bieten können“, sagt der Leiter der Ton-Abteilung Clemens Wannemacher.

Weiterhin kontrollieren die Bühnenmeister das Fundament auf Frostschäden und machen die Oberfläche des Papierbildes wieder rutschsicher. Außerdem werden die Arbeitsboote eingewässert. „Der milde Winter mit wenigen Frosttagen hat dem Bühnenbild nicht so zugesetzt, die Schäden halten sich in Grenzen, strukturell ist jedenfalls alles in Ordnung“, zeigt sich Bühnenmeister Manfred Achberger zufrieden.

Pünktlich zum Probenbeginn Mitte Juni muss die riesige Bühne einsatzbereit sein. Ab dann probt Regisseur Andreas Homoki fast täglich für die Wiederaufnahme-Premiere am 20. Juli. 26 Vorstellungen der Puccini-Oper stehen auf dem Programm, derzeit sind rund zwei Drittel der fast 185.000 aufgelegten Madame Butterfly-Tickets (inkl. Generalprobe und Young People’s Night) gebucht. Für viele Aufführungen sind noch Karten in unterschiedlichen Kategorien erhältlich.

Die Bregenzer Festspiele 2023 finden von 19. Juli bis 20. August statt. Tickets und Infos unter www.bregenzerfestspiele.com und Telefon (0043)55744076.