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Letzte Aktualisierung: 28.02.2020

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Flüchtlingen in die Tasche greifen

Verbraucherzentrale Hessen weist auf freche Abzocke hin

von Karl-Heinz Stier

(30.01.2020) Einige Bausparkassen bieten Geflüchteten gezielt Bausparverträge an. Dabei leben diese Menschen von staatlicher Hilfe, dürfen daher kein Vermögen aufbauen und haben meist noch nicht einmal das Geld für eine private Haftpflichtversicherung.

An eine Immobilie ist in dieser Situation überhaupt nicht zu denken. Die Verbraucherzentrale Hessen erreichten in jüngster Zeit mehrere gleichgelagerte Fälle. 

Beispiel: Frau K. lebt mit ihrer Tochter in einer Flüchtlingsunterkunft in Frankfurt. Sie wurde in der Unterkunft gebeten, die Papiere zu unterzeichnen, verstand nicht, worum es geht und soll nun monatlich 30 € Bausparprämie zahlen. Herr  E. – ebenfalls in Frankfurt – wurde bei der Postbank angesprochen. Er besucht einen Sprachkurs und konnte verstehen, dass es günstig für ihn sei, die Papiere zu unterschreiben. Um was genau es ging, wusste auch er nicht. Das Schema ist immer gleich: Unnütze Verträge für eine Klientel, die diese Verträge weder braucht noch das Geld dafür übrig hat. Je nach Ausgestaltung des Falles sind Widerruf oder Kündigung möglich. Ob die Geflüchteten ihr Geld wiedersehen, hängt von der Rechtslage in jedem Einzelfall und manchmal auch von der Kulanz der Bausparkasse ab. In jedem Fall ist eine Schadensbegrenzung für die Zukunft möglich.

Auch im Jahr 2020 bietet die Verbraucherzentrale Hessen wieder kostenfreie Vorträge für Geflüchtete zu den Themen Verträge, Probemitgliedschaften, Zahlungsverkehr, Schulden/Schufa, Kredite, Private Haftpflichtversicherung an. Beratungen für Geflüchtete zu diesen Themen sind ebenfalls kostenfrei, wenn sich die Ratsuchenden nicht länger als drei Jahre in Deutschland aufhalten. „Wir wollen Geflüchteten und Flüchtlingshelfern mit niedrigschwelligen Informationen zur Seite stehen und so die Integration fördern“, sagt Nicole Lustig von der Verbraucherzentrale Hessen.