„Alle Tage Wohnungsfrage“ im Stadtlabor
Allein die Zahlen sprechen schon eine deutliche Sprache: Im vergangenen Jahr sind die Mieten in Deutschland stärker gestiegen als die Inflation – im Schnitt um 4,5 Prozent, in Frankfurt sogar um 8,6 Prozent. In Worten bedeutet das: Wohnraum ist knapp und wird für immer mehr Menschen unerschwinglich. Das Problem betrifft inzwischen viele Zielgruppen, auch aus dem sogenannten Mittelstand.
Foto: Historisches Museum Frankfurt, Foto: Asli Özdemir
Zu diesem komplexen und hochpolitischen Thema hat das Stadtlabor in den vergangenen Monaten eine partizipative Ausstellung mit dem Titel „Alle Tage Wohnungsfrage. Vom Privatisieren, Sanieren und Protestieren“ gezeigt. Sehr konkret hat es sozusagen „die Wohnungsfrage gestellt“, etwa mit dem begehbaren Modell einer schimmelbefallenen Küche aus einer Frankfurter Siedlung oder an einer „SOS-Tafel“ mit Forderungen, Vorschlägen und Diskussionsbeiträgen von Besucherinnen und Besuchern: „Wohnraum enteignen!“, „Verkauf an Investoren stoppen!“, „Platz für gemeinschaftliche Wohnprojekte!“, „Platz für die Jugend!“ So lauten einige der „geposteten“ Forderungen.
Als Frankfurt-Museum versteht sich das Historische Museum auch als Sprachrohr der konkret Betroffenen. Bei der Finissage am Sonntag, 1. Februar, besteht um 15 Uhr letztmals die Gelegenheit, die Ausstellung zu besuchen, selbst mitzudiskutieren und mit den Kuratorinnen Katharina Böttger und Angelina Schäfer sowie Stadtlaborantinnen und -laboranten direkt ins Gespräch zu kommen. Die Finissage und das „Meet and Greet“ finden im großen Ausstellungshaus, Ebene 3, Saalhof 1, im Bereich „Frankfurt jetzt!“ statt. Besucherinnen und Besucher zahlen eine Eintrittsgebühr von acht Euro, ermäßigt vier Euro.
Die Sonderausstellung „Bewegung! Frankfurt und die Mobilität“ in Ebene 0 im großen Ausstellungshaus endet ebenfalls am Sonntag, 1. Februar. Weitere Informationen finden sich unter Bewegung! Frankfurt und die Mobilität | Historisches Museum Frankfurt. (ffm)
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