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Letzte Aktualisierung: 30.11.2021

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Filmfestival der Kinothek Asta Nielsen

Gewidmet dem Themenkomplex Frauen, Arbeit und Film

von Ilse Romahn

(11.11.2021) Dritte Festivalausgabe von „Remake. Frankfurter Frauen Film Tage“ startet am 23. November.

Plakat „Remake. Frankfurter Frauen Film Tage“
Foto: Kinothek Asta Nielsen
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„, …weil nur zählt, was Geld einbringt‘ – Frauen, Arbeit und Film“ ist das Schwerpunktthema der dritten Festivalausgabe von „Remake“. Die Würdigung der Geschichte von Frauenfilmfestivals wird bei „Remake 3“ mit einem Rückblick auf die „Feminale“ (Köln) und „femme totale“ (Dortmund) fortgesetzt. Die Remake-Personale erinnert dieses Jahr mit dem Programm „Ungenierte Unterhaltung – Frieda Grafe. Filmkritikerin“ an die Filmkritikerin und bedeutende Autorin der bundesdeutschen Kino- und internationalen Filmgeschichte. „Remake On Location“ erweitert das Festival um Vorführungen vor und nach den Festivaltagen an verschiedenen Orten.
 
Das Frauenreferat der Stadt Frankfurt fördert auch 2021 die „Frankfurter Frauen Film Tage“. Die Veranstaltung der Kinothek Asta Nielsen findet von Dienstag, 23., bis Sontag, 28. November, in Frankfurt statt. Festivalort von „Remake. Frankfurter Frauen Film Tage“ ist das Pupille-Kino auf dem Uni-Campus Bockenheim.
  
Frauendezernat und Frauenreferat unterstützen „Remake“ von Anfang an
„Mit dem Frauenfilmfestival ‚Remake‘ setzen wir in Frankfurt ein klares Zeichen: Wir machen die Arbeit von filmschaffenden Frauen sichtbar und würdigen sie. Der kulturelle Beitrag von Frauen ist zugleich ein wesentlicher Baustein für Kultur und Demokratie. Feministische Kulturarbeit leistet einen zentralen und emanzipatorischen Beitrag zu mehr Gerechtigkeit und Teilhabe“, erklärt die Frauendezernentin Rosemarie Heilig.
 
„In der Filmindustrie sind Frauen als Regisseurinnen noch immer deutlich unterrepräsentiert. Genau deshalb treten wir als Frauenreferat dafür ein, dass Frauen* im Kunst- und Kulturbereich, in ihrem künstlerischen Schaffen und in ihrer Diversität wahrgenommen werden. Deshalb fördern wir die Kinothek seit Anbeginn finanziell und unterstützen Formate, Vernetzungen und Zusammenschlüsse der feministischen Kulturszene“, meint die Leiterin des Frauenreferats Gabriele Wenner.
 
„Remake“-Programm
Das Schwerpunktthema „, …weil nur zählt, was Geld einbringt‘ – Frauen, Arbeit und Film“ der dritten Festivalausgabe erkundet den Themenkomplex Arbeit im Film, denn obwohl Arbeitsumgebungen und -situationen zum „Standardrepertoire“ von Filmen gehören, bleibt Arbeit selbst meist unsichtbar. Dies gilt insbesondere für die von Frauen geleistete Arbeit. In Arbeitswelten verdichten sich Geschlechter-, Migrations- und Klassenverhältnisse sowie Diskriminierungen, wie auch der „Remake On Location“-Eröffnungsfilm „Ekmek parası“ über Arbeiterinnen in einer Lübecker Fischfabrik eindrücklich vor Augen führt. Der Film wird in der Festivalwoche aufgrund des großen Interesses ein weiteres Mal gezeigt werden, dann in Anwesenheit der Filmemacherinnen.
 
Die „Remake“-Personale erinnert dieses Jahr mit dem Programm „Ungenierte Unterhaltung – Frieda Grafe. Filmkritikerin“ an die Filmkritikerin Frieda Grafe (1934–2002). Das Programm wird aus einer Auswahl von Grandhotel-Filmen bestehen, die Frieda Grafes Text „Die Saubere Architektur in Gefahr. Die Grandhotels in der Unterhaltungsindustrie“ entnommen ist. Begleitend zu den Filmen sind Textlesungen, Vortrag und Gespräche vorgesehen. Auch bildet das Programm einen Nachtrag zu dem bei „Remake“ 2019 verhandelten Thema Geschichte. Im Rahmen vom diesjährigen „Remake“ ist zudem Frieda Grafes Wirken in der Kinoöffentlichkeit als eine implizite und explizite Stellungnahme zum Thema Arbeit von Interesse. Das Programm wird kuratiert von Karola Gramann und Heide Schlüpmann.
 
Jede Festivalausgabe widmet sich zudem der Präsentation von bedeutenden Frauenfilmfestivals. 2021 blickt „Remake“ auf die Geschichte der beiden bundesdeutschen Festivals „Feminale“ (Köln) und „femme totale“ (Dortmund), die sich konzeptionell unterschieden: Das 1984 gestartete Festival Feminale, das von Kölner Studentinnen gegründet worden war, legt mittels verschiedener Sektionen seinen Fokus auf zeitgenössische experimentelle und dokumentarische Produktionen. Das 1987 gestartete Festival „femme totale“ hingegen gruppierte und präsentierte neben neuen Filmen auch thematische Retrospektiven.
 
Glanzvoller Höhepunkt von „Remake“ ist auch 2021 ein CineConcert im Schauspiel Frankfurt, am Donnerstag, 25. November, um 19.30 Uhr: die Uraufführung einer Auftragskomposition von Maud Nelissen zu Lois Webers Shoes (USA, 1916). Dieser Stummfilm über die Lebenswirklichkeit eines jungen „Ladenmädchens“ in der modernen Großstadt zählt zu den bedeutendsten feministischen Filmen in der Geschichte des Kinos. Kuratiert von Karola Gramann.
 
Das Gesamtprogramm und Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen und Filmen sind unter remake-festival.de zu finden. Der Kartenvorverkauf findet ebenfalls über die Website statt.
  
Über das Festival
„Remake. Frankfurter Frauen Film Tage“ wird von der Kinothek Asta Nielsen veranstaltet und findet vom 23. bis 28. November zum dritten Mal statt. Remake verschreibt sich der Wiederentdeckung und Neuaufführung von Filmen aus der Geschichte im Kontext aktueller Filme. Ausgehend von Themenschwerpunkten entfaltet sich Remake in einer Mischung aus Festival und Symposium. Unterschiedliche Epochen und Genres verflechten sich im Programm. Im Fokus: Frauen, Geschlechterverhältnisse, Emanzipation, Aspekte des Queer Cinema und ein anderer Blick auf die Gesellschaft, auf Phänomene wie Migration, Kolonialismus, Rassismus. Restaurierungen und eine Begleitpublikation dienen der Nachhaltigkeit von „Remake. Frankfurter Frauen Film Tage“.
 
„Remake. Frankfurter Frauen Film Tage“ wird gefördert von der HessenFilm und Medien GmbH, dem Frauenreferat der Stadt Frankfurt am Main und der Bareva Stiftung. Unterstützt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. (ffm)