Ferienspiele Kriftel 2025: Petanque – mit viel Gefühl aus dem Handgelenk
Ein leises „Klack“, dann noch eins – und schon beugen sich die Kinder über den sandigen Platz im Freizeitpark Kriftel. „Meine ist näher dran“, sagt Lion und deutet auf die glänzende Metallkugel, die nur wenige Zentimeter vom kleinen Zielball entfernt ist. Viktoria schaut und prüft die Situation. In der Mitte liegt das sogenannte Schweinchen, und der Name bringt die Kinder zum Schmunzeln.
Foto: Fuchs
„Warum heißt das Bällchen eigentlich Schweinchen“, fragen die Ferienspielekinder. Lachend erklärt Ruth Dewitz vom Vorstand des 1. Pétanque-Club Kriftel, dass die kleine blaue Kugel in Frankreich „cochonnet“ genannt wird. Und das heißt ins Deutsche übersetzt eben „Schweinchen“. Der Club hat wie jedes Jahr im Rahmen der Ferienspiele zum Spiel eingeladen – und das mit Herz, Geduld und Sachverstand. Vereinschef Horst Raab, der den Verein vor bald zehn Jahren gegründet hat und ihn bis heute mit ruhiger Hand führt, steht mit den Mitstreitern Ruth Dewitz, Pascal Schmitt, Heiko Richter und Hans-Joachim Schlender auf dem Platz. Gemeinsam geben sie die Begeisterung für das Spiel mit den schweren Metallkugeln an die Kinder weiter.
„Wichtig ist, dass man die Kugel mit Gefühl aus dem Handgelenk wirft“, erklärt Nikita (10), der wie andere schon im letzten Jahr mit dabei war. „Wir haben geübt, in Ringe zu werfen. Das schärft die Zielgenauigkeit“, ergänzt Horst Raab. Und tatsächlich: Nach kurzer Zeit treffen die Kinder erstaunlich zielsicher und beginnen, erste Strategien zu entwickeln.
Denn Pétanque ist ein Präzisionsspiel mit französischen Wurzeln, das dem Boule-Spiel ähnelt, aber eigenen Regeln folgt. Gespielt wird in Teams mit je sechs Kugeln bei zwei Spielern oder je drei Kugeln bei drei Spielern pro Team. „Ziel ist es, die eigenen Kugeln näher ans Schweinchen zu platzieren als die des Gegners“, berichtet Pascal Schmitt. Wer näher dran liegt, sammelt Punkte. Besonders spannend: Die Kugeln des Gegners dürfen weggeschossen werden – das sorgt für Taktik und Dynamik auf dem Platz.
Was das Spiel so besonders macht? Neben Technik und Strategie ist es vor allem der soziale Aspekt. „Die Kameradschaft ist bei diesem Hobby einfach toll“, betont Hans-Joachim Schlender. „Und da ist natürlich auch noch die Bewegung an der frischen Luft.“ Die Vereinsmitglieder treffen sich regelmäßig: mittwochs, freitags und sonntags ab 14 Uhr, wenn es nicht gerade in Strömen regnet. Im Winter spielen sie eine Stunde früher, denn auf der Anlage gibt es keine Beleuchtung. „Man kann Pétanque in jedem Alter spielen, selbst, wenn man sich nicht mehr so gut bücken kann“, erläutert Schlender und zückt eine Magnetkette. „Damit geht das Aufheben der Kugeln ganz ohne Rückenschmerzen“, scherzt er.
Zum Abschluss des Tages spielen die Kinder ein kleines Turnier in gemischten Mannschaften. Auch die Betreuer machen mit. „Da ist richtig Talent dabei“, meint Heiko Richter. Mit viel Freude und Spiellust blicken die Mitglieder des 1. Pétanque-Clubs Kriftel schon jetzt auf das kommende Jahr: 2026 feiern sie ihr zehnjähriges Bestehen.
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